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ALT ST. JOHANN: Auf den Spurlinien des schwedischen Königs

Cony Lusti nahm am 90 Kilometer langen Vasalauf in Schweden teil. Der Lauf ist der älteste, längste und traditionsreichste Langlaufwettkampf der Welt und lässt sich bis zum schwedischen König Gustav Eriksson Vasa zurückverfolgen.
Christiana Sutter
Die 1953 eingebaute Orgel in der Pfarrkirche St. Michael wurde 2003 das letzte Mal aufgefrischt. Dabei handelte es sich allerdings um eine Teilrevision, weshalb nun eine umfassende Sanierung ansteht, die den Betrieb und die Sicherheit für die nächsten Jahrzehnte gewährleisten soll. (Bilder: Marco Cappellari)

Die 1953 eingebaute Orgel in der Pfarrkirche St. Michael wurde 2003 das letzte Mal aufgefrischt. Dabei handelte es sich allerdings um eine Teilrevision, weshalb nun eine umfassende Sanierung ansteht, die den Betrieb und die Sicherheit für die nächsten Jahrzehnte gewährleisten soll. (Bilder: Marco Cappellari)

Cony Lusti sitzt zwei Tage nach dem Vasalauf in der Wohnküche ihres Hauses. «Ich habe keinen Muskelkater und keine Beschwerden», sagte die 47-Jährige. In sieben Stunden und sechzehn Minuten hat Cony Lusti den 90 Kilometer langen Lauf in der klassischen Langlauftechnik absolviert. Sie wurde 228ste von 2642 Frauen und gesamt 4858ste von rund 16000 Langläufern. Bereits in der Woche vor dem Lauf reisten sie und ihr Sohn Lars mit einer Gruppe nach Schweden. Das Erlebnis wollte sie mit Lars teilen. Diesen erwischte in Schweden die Grippe und er musste forfait geben.

«Stossen mit den Armen war angesagt»

Cony Lusti war bis zum 19. Altersjahr Skirennfahrerin. Danach war sie eine Saison in Amerika als Profi-Skirennfahrerin unterwegs. Zum Langlauf hat sie später gefunden. Damals musste man auch noch die klassische Langlauftechnik erlernen. «Ich wurde zum Langlaufen gezwungen», sagte sie lachend. Das Laufen auf den schmalen Latten hat ihr Spass gemacht und sie blieb dabei. Vor rund 20 Jahren hat Lusti sich entschieden, später einmal den Vasalauf zu laufen. Bis es aber soweit war, hat die Ausdauerathletin mehrmals am Engadiner Skimarathon teilgenommen. Im Herbst 2017 hat sie sich entschieden, im März nach Schweden zu reisen. Von diesem Moment an begann die gezielte Vorbereitung. Sie absolvierte im Herbst viele Kilometer auf den Rollskis, «stossen mit den Armen war angesagt.» Auch auf Bergtouren holte sich Lusti die Fitness. Sobald Schnee lag, ging sie auf Skitouren, «und ich lief viele Kilometer auf den Langlaufskis.» Vor allem auf der Sellamatt absolvierte sie lange Strecken. Auch die richtige Ernährung während eines Wettkampfes musste sie trainieren und ihn zwei Wettkämpfen hat sie die Sportlernahrung getestet.

Nebst der sportlichen und ernährungstechnischen Vorbereitung ist das Material am Wettkampf ausschlaggebend. Vier paar Skis waren im Gepäck von Lusti. Zwei Fellskis, ein Wachs- und ein Skatingski. In der Woche vor dem Wettkampf lief sie mit der Gruppe Teilstücke ab. Somit konnte sie auch den Ski testen. Sie entschied sich für den Wachsski. Noch in bester Erinnerung beginnt die Langläuferin von ihren Eindrücken zu erzählen. «Kurz nach dem Start kommt eine enge Passage. Einer nach dem andern hat auf den Aufstieg gewartet, dabei kommt man miteinader ins Gespräch.» Neben ihr lief ein Mann, der wissen wollte, woher sie komme. Danach erzählte er in Hochdeutsch, was es mit dem Vasalauf auf sich habe.

Bouillon, Blaubeersuppe und Schwedenbrötchen

Was geht in einem Menschen vor, wenn man so lange alleine in Tausenden von Menschen unterwegs ist? «Ich habe es einfach genossen», sagt die Ausdauersportlerin. «Ich habe mich gut gefühlt und mich gefreut, dass ich noch einen Marathon laufen darf.» Bei Kilometer 70 hatte Lusti eine kleine Krise. «Ich wusste, dass ich mich jetzt gut ernähren muss», erzählt sie. Auf der Strecke hatte es immer wieder Verpflegungsposten. Bouillon, Blaubeersuppe und Schwedenbrötchen wurden angeboten. Nach 89 Kilometern war der letzte Kilometer ein Schaulaufen durch die Zuschauer im Städtchen Mora. «Im Ziel ging es mir gut», betont Lusti. «Die gute Vorbereitung hat sich ausbezahlt und ich hatte perfektes Material.» Wie es kurzfristig auf den Langlaufski aussieht, weiss sie bereits. Übermorgen Sonntag wird sie am 50. Engadiner Skimarathon teilnehmen.

Christiana Sutter

redaktion@toggenburgmedien.ch

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