Also nun auch im Toggenburg…

Leserbrief zur geplanten Aussichtsplattform auf dem Chäserrugg Aufgeschreckt über das Bild auf der Frontseite der Toggenburger Nachrichten vom 24.

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Leserbrief zur geplanten Aussichtsplattform auf dem Chäserrugg

Aufgeschreckt über das Bild auf der Frontseite der Toggenburger Nachrichten vom 24. September können wir es nicht bleiben lassen, unsere Gedanken zu diesem Projekt als Naturfreunde in einem Leserbrief niederzuschreiben. Brauchen wir in unserer noch fast intakten, wunderschönen Bergwelt eine solch hässliche, unästhetische, aus dem Berg ragende Stahlkonstruktion für den angeblichen Nervenkitzel der Städter.

Sogar im Artikel steht, dass die Natur in dieser Gegend so einmalig sei, (Bundesinventar von Landschaft und Naturdenkmälern), ist sie auch, aber eben nur ohne diese provokative Konstruktion, die man wohl von vielen andern, schönen Aussichtspunkten sehen wird und somit störend wirkt. Da wird sogar von Wettrüsten gesprochen, Wettrüsten (Krieg) gegen die Natur. Was wird wohl das nächste Projekt in unserer Gegend sein.

Auch wenn es angeblich keine Erdverschiebungen braucht, so wird die ganze Konstruktion wohl nicht an die südseitige Grasnarbe des Rosenbodens geklebt werden. Es braucht Fundamente, Verankerungen, die wahrscheinlich aus dem Fels gesprengt und betoniert werden müssen. Braucht es wirklich solch unansehnliche Attraktionen um die Masse «dem Profit zuliebe» in unsere wunderbare Natur zu locken. Unsere intakte Natur ist auch das Kapital für den Tourismus, sogar langfristig, nicht kurzsichtig.

Bieten wir den Städtern als Alternative zum Stahlpodest eine auf der Südseite der Churfirstenwände noch intakte Natur und begegnen wir ihnen freundlich, auch da liegt noch ein gewisses Potenzial drin. Wir hoffen, dass sich das Projekt nicht nur verzögert, sondern dass es nie gebaut wird, im Interesse unserer wunderschönen, lebenswerten Landschaft des oberen Toggenburgs.

Ruedi und Hilde Brunner 9651 Ennetbühl