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Ein Appenzeller arbeitet als Ochsenflüsterer an der Olma

Dieses Jahr haben die vier Ochsen vom Erlebnisrestaurant Waldegg in Teufen einen grossen Auftritt an der Olma. Damit die Schwergewichte den Wagen brav ziehen, ist etwas Psychologie nötig.
Karin Erni
Tierbetreuer Martin Fässler mit seinem Lieblingsochsen Peter. Das neun Jahre alte Tier bringt rund 1200 Kilo auf die Waage. (Bild: Karin Erni)

Tierbetreuer Martin Fässler mit seinem Lieblingsochsen Peter. Das neun Jahre alte Tier bringt rund 1200 Kilo auf die Waage. (Bild: Karin Erni)

Sie heissen Peter, Paul, Max und Moritz. Normalweise werden sie zu zweit vor den Karren gespannt und machen mit den «Waldegg»-Besuchern Ausflüge in die nähere Umgebung. Bei den ungewöhnlichen Zugtieren handelt es sich um Ochsen. Peter und Paul sind neun, Max und Moritz sechs Jahre alt und jeder von ihnen wiegt über eine Tonne. Die Kraftprotze können zu viert mühelos einen 3,5 Tonnen schweren Holzwagen ziehen, wie sie an der diesjährigen Olma erstmals demonstrieren werden. Damit die Vorführung in der Arena und die Teilnahme am Umzug gelingt, war einiges an Vorarbeit nötig.

Tierbetreuer Martin Fässler hat die Ochsen in den vergangenen Wochen regelmässig eingespannt und mit ihnen geübt. Sie werden nicht an der Hand geführt, sondern gehen wie Pferde am Leitseil vor dem Wagen. In der Olma-Arena werden sie zeigen, dass sie im Trab gehen, Kurven fahren und rückwärtslaufen können. Damit das funktioniert, wird die aus dem Pferdesport bekannte Trainingsmethode von Pat Parelli eingesetzt. «Dabei handelt es sich um eine Grundausbildung für Mensch und Tier, welche auf gegenseitiger Kommunikation, Respekt und Vertrauen basiert», erklärt Martin Fässler. Er habe durch die Methode selber viel gelernt im Umgang mit den Tieren, so der gelernte Landwirt.

In der unbekannten Arena geübt

«Die Ochsen wissen durch das Training, dass ich der Chef bin und gehorchen – ohne dass Belohnungen oder Strafen eingesetzt werden müssen», erklärt Martin Fässler. Trotzdem gehört eine Geissel zur Ausstattung des Kutschers. Sie ist die verlängerte Hand und dient als Befehlssignal, auf das die Tiere reagieren.

Für die Ausbildung war viel Geduld nötig, wie Martin Fässler erklärt. «An einem Tag denkt man, jetzt haben sie begriffen, was ich von ihnen will und am nächsten ist alles wieder weg.» Doch jetzt sollten alle Übungen sitzen. Damit sie sich die Tiere an die unbekannte Umgebung gewöhnen, hat Fässler die letzten Tage mit ihnen in der Olma-Arena trainiert. Die Ochsen litten jeweils unter Heimweh, wenn sie in einem fremden Stall übernachten müssten, weiss Fässler. Umso wichtiger ist, dass die vertraute Betreuungsperson täglich bei ihnen vorbeischaut. «Sie erkennen mich schon von weitem und brüllen vor Freude, wenn sie mich sehen.» Auch erhalten sie im Olma-Stall weiterhin ihr gewohntes Futter. In der Vergangenheit litten die Ochsen nämlich aufgrund ihres Körpergewichts öfter an gesundheitlichen Beschwerden. Doch dieses Problem hätten sie heute im Griff, sagt der Tierbetreuer. Seine Zöglinge erhalten kein Kraftfutter, sondern nur Gras und Heu sowie die für den Knochenbau nötigen Mineralstoffe. So wachsen die Tiere langsam und die Gelenke werden geschont. Nach seinem Olmaauftritt wird das Quartett wieder den heimischen Stall auf der Waldegg geniessen können und wie gewohnt Ausfahrten mit den Besuchern machen.

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