ALPSTEIN: Zutritt wird eingeschränkt

Einige Innerrhoder fühlen sich wegen zu vieler Touristen im Alpstein in ihrer Ruhe gestört. Ab diesem Sommer sorgt deshalb ein neues Dosiersystem für einen Inländervorrang.

Roger Fuchs
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Das Stelleninserat listet die Anforderungen auf. (Bild: PD)

Das Stelleninserat listet die Anforderungen auf. (Bild: PD)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

An einer Nachsitzung zur Hauptversammlung des Vereins Appenzellerland Tourismus AI von dieser Woche hat Geschäftsführer Guido Buob die Katze aus dem Sack gelassen: Ab Juni 2017 will man die Zuwanderung in den Alpstein steuern. Der Grund: Einigen Einheimischen hat es zu viele Gäste. Nun lässt Buob eine Idee umsetzen, die er auf einer Geschäftsreise im Ausland aufgeschnappt hat und die sich auch an Flughäfen oder in Freizeitparks bewährt. Der Zugang wird dosiert. Dies erklärt denn auch das inzwischen publizierte Stelleninserat für einen Alpsteinportier. Er soll hinter dem Gasthaus Alpenrose in Wasserauen über die Menschenmassen wachen. Schon heute ist bekannt: Es wird ein Inländervorrang gelten und für die Innerrhoderinnen und Innerrhoder ein barrierefreier Zugang geschaffen. Ausserkantonal Angereiste hingegen will man nur noch im Viertelstundentakt in Gruppen von maximal zehn Personen einlassen. Dadurch soll eine Überlastung der Wanderwege verhindert werden. Die bessere Verteilung der Leute dürfte auch die Chance auf einen Sitzplatz in einem der Bergrestaurants erhöhen, zeigt sich Bergwirtepräsident Thomas Manser von der Idee begeistert.

Das Stelleninserat listet die Anforderungen auf. (Bild: PD)

Das Stelleninserat listet die Anforderungen auf. (Bild: PD)

Ausweisen können werden sich die Einheimischen mittels eines Codeworts, das ihnen an einem bislang noch geheimen Ort bekanntgegeben wird. Als mögliche Codewörter nennt Guido Bubo beispielsweise «Grööbeli» (gestreifte Katze), «Füütüüfl» (Teufelskerl) oder «Rompl-chischte» (holpriges Vehikel).

Was aber ist mit allen anderen Zugängen zum Alpstein? «Wir wollen das Dosiersystem jetzt erst einmal an der erwähnten neuralgischen Stelle testen», sagt Buob. Je nach Ergebnis bei der Auswertung am Jahresende schliesse er nicht aus, dass bereits auf Sommer 2018 hin dieses System an weiteren Stellen zum Einsatz komme. Die Infrastrukturkosten pro Kontrollpunkt beziffert er mit knapp 70000 Franken. Widerstand gegen den Prototypen in Wasserauen ist zumindest seitens des Bezirks Schwende nicht zu erwarten. «Zusätzlich wissenswert ist auf jeden Fall noch, dass sich auch sämtliche Promis bei den Innerrhodern einreihen dürfen», sagt Hauptmann Migg Hehli.

So soll die Zutrittsschranke bei Wasserauen aussehen. (Bild: Visualisierung/pd)

So soll die Zutrittsschranke bei Wasserauen aussehen. (Bild: Visualisierung/pd)

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