ALPSTEIN: Schnapsidee nüchtern betrachtet

Die Brauerei Locher und die Bergwirte ziehen eine Zwischenbilanz über das Projekt Whiskytrek. Das Ergebnis: Die Männerdomäne gefällt auch vielen Frauen.

Elias Eggenberger
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Swiss Malt Edition «Forelle», einer der verschiedenen Whiskys des Treks. (Bild: PD)

Swiss Malt Edition «Forelle», einer der verschiedenen Whiskys des Treks. (Bild: PD)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Der Bergwirteverein und die Brauerei Locher vereinen mit dem Whiskytrek zwei Gegensätze: Sport und Alkohol. «Anfänglich hielt ich es für ein Spiel mit dem Feuer», sagt Thomas ­Manser, Präsident des Vereins. Das Whiskysammelfieber habe jedoch viele gepackt, die Re­aktionen seien positiv. An einer ­Pressekonferenz informiert die Brauerei Locher über eine Weiterführung des Treks.

2002 kamen die ersten Appenzeller Whiskys auf den Markt. Karl Locher liess sie in bis zu 130-jährigen Bierfässern reifen. Damit weckte er das Interesse von Sepp Manser, Gastwirt der Meglisalp. Dieser wollte ein Whiskyfass für sich haben und die Spirituose in seinem Gasthaus reifen lassen. Bald wurden auch die anderen Bergwirte aufmerksam auf das Projekt. So entwickelte sich aus einer Schnapsidee der Whiskytrek. Seit zwei Jahren ist die Whiskytour durch den Alpstein nun in Betrieb. 27AABB22Bergwirte bekamen je ein Säntis-Malt-Fass, in dem der Whisky reift. «Jeder Whisky ist ein Unikat», sagt Andreas Kilchherr, Leiter Marketing bei der Brauerei Locher. Höhen- und Temperaturunterschiede sowie die speziellen Eichenfässer würden den Whiskys unterschiedliche Aromen geben. Die Reaktionen liessen nicht auf sich warten, der Whiskytrek fand Einzug in regionale und nationale Medien. Auch internationale Fachmagazine berichteten über die Alpstein-Whiskytour. So entwickelte sich um den Whiskytrek gar ein sportlicher Wettlauf. Zwei junge Männer legten die 138AABB22Kilometer lange Wanderung in gerade mal 21 Stunden zurück. Mutmasslich halten sie damit den Geschwindigkeitsrekord des Whiskytreks.

Überrascht zeigt sich Thomas Manser auch von den verschiedensten «Trekkern», die bei ihm einkehren. Nicht nur Liebhaber, sondern auch Sammler würden die Tour ablaufen. Natürlich gebe es auch diejenigen, welche die Whiskys vor Ort probieren wollen. Weiter freue ihn, dass sich viele Frauen unter den Finishern des Treks eingereiht hätten. Sei doch Whisky eher eine Männerdomäne. Das Projekt Whiskytrek war ursprünglich auf zwei Jahre festgesetzt, doch aufgrund vieler positiver Rückmeldungen und Erfahrungen wird das Projekt um mindestens zwei Jahre verlängert. Bis anhin war die Trophäe, die man nach Vollendung der Tour erhielt, ein Setzkasten, in den man alle 27 Fläschchen stellen konnte. Nun soll eine neue Trophäe her. Doch was es genau ist, will Kilchherr nicht verraten.