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ALPSTEIN: Der "Alte Säntis" wird neu

Die Bergwirtefamilie Manser rüstet auf. Sie will den alten Teil des Berggasthauses durch einen Neubau ersetzen. Die Baubewilligung ist erteilt. Derzeit erfolgt die Detailplanung.
Karin Erni
So soll das Berggasthaus Alter Säntis im Sommer 2019 aussehen. Rot sind die Neubauteile. Schwarz ist der Baukörper, der im Jahr 2011 erstellt wurde. (Bild: PD)

So soll das Berggasthaus Alter Säntis im Sommer 2019 aussehen. Rot sind die Neubauteile. Schwarz ist der Baukörper, der im Jahr 2011 erstellt wurde. (Bild: PD)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Die höchste Baustelle der Ostschweiz hatte 2011 überregional für Aufsehen gesorgt. Damals musste ein Bagger in fünf Tagen aus eigener Kraft den Säntis erklimmen. Der Ostteil des Hauptgebäudes des Berggasthauses Alter Säntis wurde abgerissen und durch einen Holzelementbau ersetzt. Sieben Jahre nach dessen Eröffnung steht nun ein nächster Ausbauschritt an. «Wir hatten im alten Gebäudeteil immer Probleme mit der Feuchtigkeit», sagt Bergwirt Ruedi Manser. Die positiven Erfahrungen mit dem ersten Neubau hätten ihn bewogen, statt einer umfassenden Sanierung wieder einen Neubau ins Auge zu fassen.

Die Anzahl der Betten bleibt unverändert

Das westlichste der alten Gebäude soll nach dem Schwägalpschwinget im August 2018 abgerissen werden. «Danach werden wir bis zur Fertigstellung des Neubaus 50 Schlafplätze weniger zur Verfügung haben», sagt Ruedi Manser. Im Sommer 2019 wird das Obergeschoss des westlichen Hauptgebäudes zurückgebaut. Während das freistehende Gebäude nicht mehr ersetzt wird, kommt auf Küche und Keller ein neuer Zimmertrakt zu stehen. Er wird leicht höher als das bestehende Gebäude und mehr in Richtung Hang hineingebaut.

So soll das Berggasthaus Alter Säntis im Sommer 2019 aussehen. Rot sind die Neubauteile. Schwarz ist der Baukörper, der im Jahr 2011 erstellt wurde. (Bild: PD)

So soll das Berggasthaus Alter Säntis im Sommer 2019 aussehen. Rot sind die Neubauteile. Schwarz ist der Baukörper, der im Jahr 2011 erstellt wurde. (Bild: PD)

Die Gesamtkubatur bleibe in etwa gleich, sagt Ruedi Manser. «Die ganze Anlage wird aber kompakter.» Auch die Anzahl Betten, derzeit sind es rund 100, bleibt unverändert. Es wird weiterhin Matratzenlager sowie Doppel- und Mehrbettzimmer geben. Ändern wird jedoch die Raumaufteilung. Heutzutage seien bei den Gästen vermehrt kleinere Einheiten gefragt, sagt Ruedi Manser. «Wir haben derzeit immer noch einen 25-Betten-Schlag, das ist nicht mehr zeitgemäss.» Dass man genügend Schlafgelegenheiten anbieten könne, sei wichtig, um den Fortbestand des Restaurants zu sichern, erklärt Ruedi Manser. «Unser Personal übernachtet jeweils im Haus. Wenn Übernachtungsgäste da sind, können die Leute auch am Abend beschäftigt werden.» Neu verfügten sie über einen grossen Trockenraum, was die Arbeitsabläufe erleichtere, so Manser. «Wir waschen all unsere Wäsche hier oben auf dem Berg. Künftig werden wir genügend Platz haben, um sie aufzuhängen und energiesparend zu trocknen.» Derzeit läuft die Detailplanung des ungewöhnlichen Bauvorhabens. Der Rückbau der alten Gebäude soll womöglich von Hand erfolgen. Der Baumaterialtransport erfolgt wieder mehrheitlich per Helikopter. Da voraussichtlich nicht mehr viel betoniert werden muss, dürften die Bauarbeiten weniger Zeit in Anspruch nehmen. Ruedi Manser rechnet mit der Inbetriebnahme des neuen Gebäudes im Frühjahr 2020.

170 Jahre Geschichte

Das Gasthaus «Alter Säntis» wird mittlerweile bereits in der fünften Generation geführt. Angefangen hat alles im Jahr 1846 mit Jakob Dörig, genannt «Schribes Jock», der auf dem Säntis eine Schutzhütte baute und diese mit «Grand Hotel Thörig» beschriftete. Alles zum Leben Notwendige musste in gefährlichen Fussmärschen auf den Gipfel getragen werden. Erst im Jahr 1935 wurde der Gipfel mit der Säntis-Schwebebahn erschlossen. Die Wetterwarte nahm 1882 den Betrieb auf und war bis 1886 im Gasthaus untergebracht. Mehrmals wechselte der «Alte Säntis» den Besitzer, bis sich am 21. Februar 1922 der tragische Doppelmord am Wetterwart-Ehepaar ereignete. Immer wieder wurde in den Ausbau des Gasthauses investiert, so auch 1935, als das Gebäude seine heutige Form erhielt. Seit 1968 unterscheidet der Volksmund zwischen «altem» und «neuem» Säntis-Berggasthaus. In jenem Jahr wurde auch die Schwebebahn ausgebaut. Im Jahr 1987/1988 bauten Ruedi Mansers Eltern das Gebäude aus, was ihm ein neues Aussehen gab. Seit 2004 wirtet Ruedi Manser mit Ehefrau Claudia Manser-Abderhalden im «Alten Säntis». (sro)

Das rote Haus rechts unten im Bild soll verschwinden. Die oberen Stockwerke des gelben Gebäudes in der Mitte werden abgebrochen und bis auf Höhe der Visiere neu aufgebaut. (Bild: LUCIANO PAU HERISAU)

Das rote Haus rechts unten im Bild soll verschwinden. Die oberen Stockwerke des gelben Gebäudes in der Mitte werden abgebrochen und bis auf Höhe der Visiere neu aufgebaut. (Bild: LUCIANO PAU HERISAU)

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