ALPSTEIN: Bergwirte feiern Geburtstag

Der Bergwirteverein ist 75 Jahre alt. Dieses Wochenende wird jubiliert. Mit Thomas Manser amtet mittlerweile der zehnte Präsident. Er erinnert an Erreichtes und blickt vorwärts.

Roger Fuchs
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Der Bergwirteverein Alpstein zählt aktuell 25 Mitglieder. Hier ein Blick auf die «Bollenwees», wo Thomas Manser wirtet. (Bild: PD)

Der Bergwirteverein Alpstein zählt aktuell 25 Mitglieder. Hier ein Blick auf die «Bollenwees», wo Thomas Manser wirtet. (Bild: PD)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

«Die Bergwirte haben früh gemerkt, dass sie alleine keine Chance haben», sagt Thomas Manser. Seit letztem Jahr wirkt der Wirt des Berggasthauses Bollenwees als Präsident des Bergwirtevereins Alpstein. Er ist der Zehnte in dieser Funktion und stolz darauf. «Der Zusammenhalt untereinander ist wirklich echt», sagt er. Dennoch brauche es Fingerspitzengefühl, den Geist des Vereins weiterzutragen und die richtigen Entscheide zu fällen. Nicht alle davon sind leicht, beispielsweise mussten im vergangenen Jahr zwei Mitglieder ausgeschlossen werden – eines wegen Betriebsschliessung, eines wegen Nichtmitmachens im Sinne des Vereins. Aktuell zählt man 25 Mitglieder.

Vom Wegnetz bis zu Bahnprojekten

Das diesjährige 75-Jahr-Jubiläum bietet Gelegenheit, sich an die Anfänge und die Meilensteine zu erinnern. «Die gemeinsame Werbung wie auch das ‹Schwarzwirten in Alphütten› waren unter anderem Auslöser zur Gründung des Vereins», so Thomas Manser. «Gleich lange Spiesse sind im Alpstein zwar nach wie vor ein Thema, in den letzten Jahren hat sich aber die Zusammenarbeit mit den Sennen positiv verändert.» Auch würde die Alpwirtschaft seitens der Bergwirte als Gästebedürfnis erkannt.

Seit Vereinsgründung ein grosses Anliegen war den Bergwirten die Pflege der Wanderwege. Früh sei erkannt worden, dass diese das Kapital des Alpsteins seien und die Leute nur kämen, wenn die Wege unterhalten und ausgebaut würden. Beispielsweise waren bei Vereinsgründung jene Routen, die nicht als Saumwege oder für die Alpbestossung benutzt wurden, in einem teilweise schlechten Zustand. Hier konnten wesentliche Verbesserungen koordiniert angegangen werden. Dass heute ein festangestellter Wegmacher zum Wanderwegnetz schaut, kann ebenso als Verdienst des Bergwirtevereins gewertet werden. Überdies hatten die Bergwirte auch Bahnprojekte im Alpstein vorangetrieben, namentlich Ebenalp, Hoher Kasten und Kronberg.

Letztlich ist der Verein auch dazu da, die Kameradschaft zu fördern und zu leben. Dank dessen kann gemäss Manser mögliches Konkurrenzdenken im Keime erstickt werden. «Ohne Rücksicht und Toleranz geht es nicht.» Als gute Beispiele für das Miteinander nennt der Vereinspräsident verschiedene Messeauftritte, den Whiskytrek wie auch den Alpsteinpass. Der Grund dafür, dass die Bergwirte seit Jahren harmonieren, sieht er insbesondere auch in den Besitzverhältnissen der Betriebe. «Das Bergwirteblut wird oft familienintern von Generation zu Generation weitergegeben. Dieses Zusammensein unter Gleichgesinnten gibt den nötigen Kit.»

Mit Mittelmass gut gefahren

Für die nahe Zukunft ist es das Vereinsziel, den Status quo wahren zu können. «Weniger ist manchmal mehr», so Thomas Manser und begründet damit die Tatsache, dass keine weltbewegenden Umwälzungen bevorstehen. Natürlich seien im Verein nicht immer alle gleicher Meinung, beispielsweise dann, wenn es um neue Marketingmassnahmen gehe. Mit einem gesunden Mittelmass ist man gemäss Manser bisher aber gut gefahren. Folglich soll dies weiterhin so bleiben.

Was am 7. Januar 1942 offiziell begann, mündet dieses Wochenende nun in einer grossen Feier. Und dies unter dem Leitspruch: «Es gelingt nicht alles, was man wagt, aber alles, was gelungen ist, musste einmal gewagt werden.» Morgen Freitag treffen sich rund 350 Gäste zu einem Galaabend mit feinem Essen und Rahmenprogramm. Am Samstagabend geht es hoch zu und her in der Turnhalle Schwende. Drei Bands sorgen mit ihrem Repertoire für Stimmung: Die Band A3, die Kapelle Holdrioo sowie die Seeruggefeger. Überdies wird ein Ochs am Spiess gegrillt.