Alpstein
Auf dem Hohen Kasten entsteht ein neuer Tunnel: Mit dem Aushubmaterial werden Wanderwege ausgebessert

Aus Tunnelgestein wird Wanderweg: Beim Bau des neuen Schräglifts auf dem Hohen Kasten fiel tonnenweise Aushubmaterial an. Dieses wird nun zur Ausbesserung der Wanderwege eingesetzt.

Karin Erni
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Um die vielen Kubikmeter Gestein vom Hohen Kasten zu verteilen, wird auch ein Helikopter eingesetzt.

Um die vielen Kubikmeter Gestein vom Hohen Kasten zu verteilen, wird auch ein Helikopter eingesetzt.

Bild: PD

Die Arbeiten am Verbindungstunnel zwischen Bergstation und Gipfelrestaurant waren schwierig, denn der Fels war härter als angenommen. Rund 1300 Kubikmeter Gestein mussten aus dem Tunnel befördert und sachgerecht entsorgt werden. Die Luftseilbahn Hoher Kasten transportierte etwas mehr als die Hälfte des Felsmaterials mit der Bahnkabine ins Tal. Der Rest wurde maschinell auf dem Gipfel zerkleinert. Das so entstehende Baumaterial hätte zur Erstellung eines neuen Rundwegs auf dem Hohen Kasten eingesetzt werden sollen. «Dieses Projekt kam aber nicht zustande», sagt der Innerrhoder Wegmacher Patric Hautle, der die Arbeiten leitet.

«Um das Material doch noch sinnvoll zu verwenden, wird es jetzt vor Ort für die Ausbesserung der Wanderwege eingesetzt.»

Wegbau als Gemeinschaftsprojekt

In diesen Wochen werden die Steine vom Gipfel mit kleinen Baggern und von Hand auf dem Weg Richtung Kastensattel verteilt. Zusätzlich erhalten die Arbeiter Unterstützung aus der Luft. Ein Helikopter fliegt einmal pro Woche den Schotter in grossen Kübeln vom Gipfel zu den Baustellen hinunter. Für Hautle nichts Ungewöhnliches: «Wir sind die Zusammenarbeit gewohnt, haben unsere eigenen Funkgeräte und Gurte, damit alles schnell und unkompliziert geht.»

Die Sanierung des östlichen Wanderwegs zum Kastensattel ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadt Altstätten als Grundeigentümerin, dem Bezirk Rüte und der Luftseilbahn, denn sie alle hätten ein Interesse, dass die Bergwege in gutem Zustand sind, sagt Patric Hautle. «Stadt und Bezirk übernehmen je die Hälfte der Mannstunden und die Kastenbahn die Verpflegung der Leute.» Der Weg sei vor 14 Jahren letztmals in Stand gestellt worden und wäre an sich noch nicht dringend sanierungsbedürftig, sagt Hautle.

«Wir beobachteten allerdings, dass die Wanderer den Weg zunehmend verlassen. Das ist nicht erwünscht, da dadurch die Wiese erodiert.»
Noch ist der Steinberg, den Patric Hautle mit seinen Leuten abtragen muss, ziemlich hoch.

Noch ist der Steinberg, den Patric Hautle mit seinen Leuten abtragen muss, ziemlich hoch.

Bild: PD

Mit den Jahren werden die Wanderwege schmaler und haben die Tendenz, abzusinken. Damit sie weiterhin angenehm zum Laufen sind, ist regelmässiger Unterhalt nötig. Eine Strecke, die ihn die vergangenen Jahre stark beschäftigt habe, sei die Strecke vom Kasten Richtung Staubern, sagt Hautle. «Dort haben wir die Wegführung teilweise so geändert, dass das ewige Auf und Ab stark vermindert wurde.»

Am meisten Unterhalt benötigen laut Hautle jene Wege, auf denen viele Tiere unterwegs sind. So muss der Schrennenweg zur Meglisalp regelmässig ausgebessert werden. Auch die Route Äscher-Seealp steht diesen Sommer auf seiner Liste. «Wir bauen dort neue Tritte ohne Eisenrohre ein. Diese sollen die Gefahr des Stolperns vermindern.» Ansonsten könne man auf jener Strecke nicht viel mehr für die Sicherheit der Wanderer machen, als bereits getan wurde, ist der Wegmacher überzeugt.

Patric Hautle ist für den Unterhalt der rund 500 Kilometer Innerrhoder Wanderwege zuständig. Er baut und bessert aus, montiert die Sicherheitsseile und legt sie im Herbst wieder ab. Früher wurde die Saisonarbeitsstelle vom Bergwirteverein finanziert. Die Bergwirte leisten auch heute noch Arbeitsstunden zur Verbesserung der Bergwege. Seit 2009 übernimmt Appenzellerland Tourismus AI die Finanzierung des Wegmachers als Ganzjahresstelle. Die Bezirke stellen das Material und die Arbeitskräfte zur Verfügung. Auch im Winter werde es ihm nicht langweilig, sagt Hautle. «Dann machen wir den Unterhalt der Talwege, signalisieren die Schneeschuhrouten und installieren den Laternliweg. In diese Zeit fällt auch der Auf- und Abbau von Messeständen.»

Vernissage auf dem Gipfel

Einweihung des neuen Empfangsbereichs

Nebst dem neuen Schräglift empfangen Licht- und Farbenspiele auf Monitoren und Projektionen die Besucher der Bergstation Hoher Kasten. Diese Videos sind untermalt von einer mystischen Geräuschkulisse und sollen den Gästen bei ihrer Ankunft auf dem Gipfel eine geheimnisvolle Szenerie zeigen. Der genaue Termin der Vernissage steht noch nicht fest. Es wird in der Woche des Geburtstages der Kastenbahn am 11. August stattfinden. Ob diese im kleinen Rahmen mit geladenen Gästen oder einer grossen Eröffnungsfeier mit Einbezug der Bevölkerung stattfindet, ist noch offen. Mehr Infos auf www.hoherkasten.ch.