Alp steht vor Besitzerwechsel

ENNETBÜHL. Die Alp Hinterfallen ist aktuell noch im Besitz der evangelischen Kirchgemeinde Ennetbühl. An der ausserordentlichen Kirchbürgerversammlung von Sonntag, 11. Oktober, steht der Verkauf der Liegenschaft zur Debatte.

Adi Lippuner
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Der Hinterfallenkopf mit dem Stockberg im Hintergrund ist bei Wandernden ein beliebtes Gebiet. (Bild: pd)

Der Hinterfallenkopf mit dem Stockberg im Hintergrund ist bei Wandernden ein beliebtes Gebiet. (Bild: pd)

Das Vieh steht wieder in den heimatlichen Ställen, der Alpsommer gehört der Vergangenheit an. Doch auch wenn es auf den höher gelegenen Weiden ruhig ist, für Gesprächsstoff ist trotzdem gesorgt. Konkret geht es um den bevorstehenden Verkauf der Ennetbühler Alp Hinterfallen, welche der evangelischen Kirchgemeinde Ennetbühl gehört.

Von der Schulgemeinde

Seit dem Jahr 1969 befindet sich die Alp Hinterfallen im Besitz der evangelischen Kirchgemeinde. Gemäss Information auf der kirchlichen Homepage kam diese aufgrund der Schulverschmelzung Nesslau-Krummenau von der Schulgemeinde Evangelisch Ennetbühl in den Besitz der Kirchgemeinde.

Auf den ersten Januar 2016 entsteht nun aus den Kirchgemeinden Krummenau-Ennetbühl, der Kirchgemeinde Nesslau und der Kirchgemeinde Stein die Kirchgemeinde Nesslau. Bis Ende Jahr sind die einzelnen Kirchgemeinden noch für ihre Rechnung und ihren Besitz verantwortlich. Mit der ausserordentlichen Kirchbürgerversammlung und dem Verkauf der Liegenschaft Alp Hinterfallen nutzt die Kirchgemeinde Ennetbühl also die Möglichkeit, eigenverantwortlich über einen Teil ihres Besitzes zu entscheiden. Die Alp Hinterfallen liegt auf 1332 Meter über Meer und wird von zwei Pächtern bewirtschaftet.

Pächter bleiben

Gemäss dem Toggenburger Alpbuch sind dies Beat Huser und Erwin Tischhauser. Beide sind im Schlatt, Neu St. Johann, daheim. Eine Nachfrage bei Beat Huser ergab, dass seit letztem Jahr Ralph Tischhauser, der Sohn des ehemaligen Pächters den Hof übernommen hat und nun auch für die Bewirtschaftung der Alp Hinterfallen mit zuständig ist. Auf die Frage, ob die Pacht auch nach dem Verkauf weitergeführt wird, meinte Beat Huser: «Ich weiss nichts anderes und gehe davon aus, dass die Pacht weiterläuft.» Die Alp habe für die Bauernbetriebe einen wichtigen Stellenwert. «Wir sind rund 100 Tage mit dem Vieh auf Hinterfallen und dies bedeutet, vor allem im Hinblick auf das Futter, eine wichtige Entlastung für die Heimbetriebe.» Beat Huser geht davon aus, dass die Alp in den Besitz der Ennetbühler Ortsgemeinde übergeht, damit diese auch nach der Fusion der Kirchgemeinde in Ennetbühler Besitz bleibe. Für Markus Hobi, Präsident Alpwirtschaftskommission St. Galler Bauernverband und Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen (LZSG) ist der Verkauf einer Alp nicht alltäglich. «In der Vergangenheit fanden aber Eigentumsübertragungen vor allem im Zusammenhang mit Fusionen statt», erklärt Hobi.

Dies sei bei den Alpen der Schulgemeinde Ebnat-Kappel bei der Gründung der Einheitsgemeinde so gewesen. «Falls die Alp Hinterfallen tatsächlich von der Kirchgemeinde zur Ortsgemeinde wechselt, bleibt sie im Besitz einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft.»

Bezüglich der Ortsgemeinde Ennetbühl sehe er dies positiv, «denn die besitzen schon einige Alpen und haben Erfahrung mit deren Bewirtschaftung. Und was das laufende Pachtverhältnis betrifft, muss dieses gemäss geltendem Pachtrecht vom neuen Besitzer übernommen werden.». Ein Blick auf die Homepage der Kirchgemeinde zeigt, dass die Alp Hinterfallen 34 Hektaren Weide und 33 Hektaren Wald umfasst. Sie hat eine eigene und gute Wasserversorgung aus Naturquellen und umfasst teilweise neue Alpgebäude.

Bedingungen noch offen

Zu welchen Bedingungen der Verkauf der Liegenschaft erfolgen wird, werden die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger an der ausserordentlichen Versammlung am Sonntag, 11. Oktober, im Anschluss an den Gottesdienst in Ennetbühl erfahren.

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