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Alles unter einem Dach

Nach der Kündigung der früheren Lokalitäten an der Neuen Steig hat der Hilfsverein für psychisch Kranke an der Oberdorfstrasse in Herisau ein neues Domizil gefunden. Dieses bietet dem Arbeitsatelier und neu auch dem begleiteten Wohnen Platz. Am 24. Juni ist Tag der offenen Tür.
Monika Egli
Hier entsteht ein Laden mit originellen Artikeln. Der Leiter des Arbeitsateliers, Michael Higi (rechts), zeigt das Angebot dem neuen Präsidenten des Hilfsvereins, Axel Weiss, Psychiater aus Gais. Monique Roovers feiert heuer als Leiterin der Sozialbegleitung ihr 20-Jahr-Jubiläum. (Bild: eg)

Hier entsteht ein Laden mit originellen Artikeln. Der Leiter des Arbeitsateliers, Michael Higi (rechts), zeigt das Angebot dem neuen Präsidenten des Hilfsvereins, Axel Weiss, Psychiater aus Gais. Monique Roovers feiert heuer als Leiterin der Sozialbegleitung ihr 20-Jahr-Jubiläum. (Bild: eg)

HERISAU. Als letztes Jahr wegen Eigenbedarfs des Eigentümers die Kündigung kam, sind sie erschrocken. Jetzt, da ein neues Domizil gefunden und bezogen ist, hat sich aber alles nicht nur zum Guten, sondern zum Besseren gefügt: Das Arbeits- und Kreativatelier ist mit Sack und Pack von der Neuen Steig an die Oberdorfstrasse 53B gezügelt. Auch das «begleitete Wohnen» hat nun hier seine Büros eingerichtet. Es sind beides Angebote des Appenzellischen Hilfsvereins für psychisch Kranke. Michael Higi, Leiter des Arbeitsateliers, zählt die Vorteile auf: Atelier und begleitetes Wohnen unter einem Dach, viel mehr Platz für alle, zentral gelegen und als Sahnehäubchen ein Ladenlokal.

Selbstvertrauen und Struktur

Mit der Möglichkeit, einen Laden einzurichten, ist für alle Beteiligten am Arbeitsatelier ein grosser Wunsch in Erfüllung gegangen. Rund zwei Dutzend Personen teilen sich hier 600 Stellenprozente. Es sind Menschen mit psychosozialen Schwierigkeiten, die im Arbeitsatelier einer geregelten Beschäftigung nachgehen können, was nicht nur Struktur und Gesellschaft in ihren oft einsamen Alltag bringt, sondern ihnen auch Selbstvertrauen verleiht. «Wa machsch brueflich?» sei doch die Standardfrage, wenn man sich mit neuen Bekanntschaften unterhalte, sagt Michael Higi. Und weise man einen Job nach, hebe sich das Ansehen schlagartig. Wer hier arbeitet, tut dies nach bestem Können, was im Durchschnitt zwei halbe Tage pro Woche bedeutet. Das Stellenangebot ist bedeutend niederschwelliger als beispielsweise in einer geschützten Werkstatt, Regeln und Verträge müssen aber trotzdem eingehalten werden.

Originell und witzig

Was im Arbeitsatelier entsteht und schon bald vor Ort angeboten werden kann, ist witzig, schräg, fast ausschliesslich aus Recyclingmaterial hergestellt und findet auf den bisherigen Verkaufskanälen guten Anklang. Dies waren bisher vor allem (Öko-)Märkte, Claro- und andere Geschäfte oder das Internet. Ein Renner sind zum Beispiel «Kleine Geschenke für grosse Momente». Das kann ein «Wanderlust-Set» sein: Ein wetterfestes Säckli aus altem Regenschirmstoff enthält einen «Födleschoner» aus Malzsäcken mit eingenähter Isolierschicht und den Snack «Näbis zom Schnabuliere für Frauezimmer, Mannevolk und Goofe». Im Weiteren findet man in diesem Set einen «Heissen Fuss» (Anzündwürfel), etwas Papier und Streichhölzer. Ähnlich aufgebaut sind diverse Guerilla-Sets: Jenes für Gärtner, das Mitbringsel zum Grillfest oder zur Party. Neu ist das Swissness-Set für Heimwehgeplagte dazugekommen. Angeboten werden aber auch Taschen, Karten, Notizbücher…

«Alles viel einfacher»

Das Haus an der Oberdorfstrasse 53B ist schon älteren Datums. Es bot früher einmal dem Gaswerk, dann einem Architekten und zuletzt einer Informatikfirma Obdach. Im Vergleich mit den Räumen in der Neuen Steig tun sich hier aber viel mehr Möglichkeiten auf: Da gibt es – nebst dem Ladenlokal – zwei grössere Räume, wo mehrere zusammen an einem Produkt arbeiten, es hat im verwinkelten Haus auch verschiedene einzelne Arbeitsplätze, einen Pausenraum, und dem Begleiteten Wohnen steht nun nebst einem Büro mit Sitzungstisch auch ein kleinerer Raum für Einzelgespräche zur Verfügung. «Das macht das Arbeiten und die Abläufe viel einfacher», sagt Michael Higi, der im Sommer aus dem Betrieb ausscheiden wird. Zuerst wird nun aber ein fröhlicher «Tag der offenen Tür» auf die Beine gestellt.

Einweihung, Jubiläumsfest und Tag der offenen Tür: Freitag, 24. Juni, ab 16 Uhr, Oberdorfstrasse 53B, Herisau.

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