Alles nur Milch und Käse und Mehl

Die Alpschaukäserei auf der Schwägalp feiert diesen Samstag, 1., und Sonntag, 2. Oktober, ein Chäsfest. Am Samstag laden zwei Schwinger alle Interessierten ein, selber einmal in einen Sägemehlring zu steigen.

Larissa Flammer
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Werner Näf setzt mit seinem eigenen Käse und dem Schnupperschwingen auf ein ein spannendes Fest. (Bild: Larissa Flammer)

Werner Näf setzt mit seinem eigenen Käse und dem Schnupperschwingen auf ein ein spannendes Fest. (Bild: Larissa Flammer)

Zu einem Volksfest gehören für viele Organisatoren und Besucher Pommes, Schnitzelbrote oder Würste vom Grill. Auch Werner Näf will ein Volksfest veranstalten. Das Chäsfest des Geschäftsführers der Alpschaukäserei Schwägalp ist aber kein normales Volksfest. Am ersten Oktoberwochenende werden auf der Schwägalp ausschliesslich Produkte aus der Alpkäserei angeboten. «Abgesehen von etwas Gemüse als Beilage zum Raclette vielleicht», sagt Näf. Älplermakronen, Chässchnitte, Käsesalat und natürlich frisch gemachter Schwägalpkäse werden auf der Speisekarte stehen. Dazu Desserts wie Merengue und Glace mit frischem Rahm oder auch einmal ein Glas frische Milch. «Es gibt einen vegetarischen Tag», so Näf.

Das Chäsfest ist bereits Tradition. Nächstes Jahr feiert die Alpschaukäserei auf der Schwägalp ihr 20-Jahr-Jubiläum. Das Fest wird bereits seit über zehn Jahren organisiert, Werner Näf hat die Tradition von seinem Vorgänger übernommen. Seit zweieinhalb Jahren ist er Geschäftsführer, übernächstes Wochenende führt er das Chäsfest zum drittenmal durch. Doch dieses Mal will Näf etwas Neues wagen. Das Chäsfest soll mehr zu einem Volksfest werden. «Die Musikgruppen und Jodlerclubs, die wir jeweils engagieren, lockten schon Besucher an», sagt Näf. «Vor allem am Sonntag kommen die Leute wegen der Musik. Der Samstag ist aber gerade bei Regenwetter jeweils schlecht frequentiert.» Wenn man alles organisiert habe und dann nichts zu tun habe, sei man enttäuscht.

Aus diesem Grund will Näf den Besuchern am Samstag etwas besonderes bieten: Ein Schnupper-Schwingen auf dem Gelände des Schwägalp-Schwinget. Mit dabei ist mit dem Appenzeller Thomas Sutter der Schwingerkönig von 1995 und mit Samuel Giger ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent aus der Ostschweiz. Damit will Näf den Schwingfans die Gelegenheit bieten, auch nach der Saison noch einmal auf die Schwinger zu treffen. Zum Schnupper-Schwingen ist jeder zugelassen. «Eine Anmeldung ist nicht nötig. Auch der 85jährige Grossvater darf sich in den Sägemehlring wagen», sagt Näf. «Interessierte können so die Schwinger mal spüren und auch den einen oder anderen Griff ausprobieren.»

Näf selber ist mit dem Schwingsport und vor allem dem Schwägalp-Schwinget eng verbunden. Bis er die Schaukäserei übernommen hat, hat er immer am Schwingfest mitgewirkt. Daher pflegt er auch einen guten Kontakt mit OK-Präsident Niklaus Hörler. Mit ihm zusammen ist die Idee für das Schnupper-Schwingen entstanden.

Das Geschäft mit Alpkäse ist hart

«Unser Budget ist werbemässig nicht sehr gross», sagt Näf. Das Chäsfest sei daher sehr wichtig für die Alpschaukäserei. Näf will den Besuchern die Produktpalette zeigen und sie auf die Alpkäseproduktion aufmerksam machen. «Das Geschäft mit dem Alpkäse ist sehr hart. Es gibt einen Verdrängungskampf», sagt Näf. Er sei auch schon auf seinem Käse sitzengeblieben. Vor allem im Jahr 2014, als der Eurokurs fiel. «Da unser Käse aber lange haltbar ist, hatten wir danach einen sehr alten, gut gereiften Käse, den uns die Leute fast aus den Händen gerissen haben.» Mit dem laufenden Jahr ist Näf zufrieden. Trotzdem versucht er immer, neue Kunden zu gewinnen.

Dass er sein Chäsfest mit dem Schwingsport verbindet, sei naheliegend. Die Alpschaukäserei sei schliesslich alleine schon wegen des Standorts mit dem Schwägalp-Schwinget verbunden. «Auch während des Schwingfests wird in der Käserei gearbeitet», sagt Näf. Da sei eine gute Zusammenarbeit gefragt. Für das diesjährige Chäsfest hat der Geschäftsführer spezifisch in Schwingerkreisen Werbung gemacht. Auch im Festführer des Schwingfests habe er inseriert. «Ich hoffe, dass ein Erfolg daraus resultiert und dass wir das wieder einmal machen können.» Übrigens werden Samuel Giger und Thomas Sutter auch bei schlechtem Wetter am Chäsfest sein. «Dann gibt es halt einfach eine Autogrammstunde und die Gelegenheit für ein Treffen», so Näf.

Samuel Giger Schwinger aus Ottenberg (Bild: Reto Martin)

Samuel Giger Schwinger aus Ottenberg (Bild: Reto Martin)

Thomas Sutter Schwingerkönig aus Appenzell (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Thomas Sutter Schwingerkönig aus Appenzell (Bild: Peter Schneider/Keystone)