Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Alle wollen Schepenese

Für die Ausstellung «Im Banne Ägyptens» wurde die Mumie der Stiftsbibliothek ans Historische Museum ausgeliehen. Nun soll sie wieder zurück. Doch Museumsdirektor Daniel Studer hat Mühe, sich wieder von Schepenese zu trennen.
Michele Kalberer

St. Gallen. Am 9. März muss Museumsdirektor Daniel Studer Schepenese schweren Herzens an die Stiftsbibliothek zurückgeben. Das Historische und Völkerkundemuseum durfte die Mumie für ihre Sonderausstellung «Im Banne Ägyptens» ausleihen. Am liebsten hätte er die Mumie gleich bei sich behalten. In der Bibliothekskommission war aber lediglich von einer Leihgabe auf Zeit die Rede.

Museum oder Stiftsbibliothek?

«Schepenese ist auch für unser Museum ein Highlight», sagt Studer. «Im Gegensatz zur Stiftsbibliothek präsentieren wir die Mumie in einem historischen Kontext.» Sie sei «optimal» ausgestellt und beleuchtet, weshalb man sie gerne im Museumsquartier behalten würde. Studer versteht durchaus, dass die Stiftsbibliothek Schepenese zurückhaben will, findet aber: «Die Mumie würde für das Museum einen Besuchermagnet darstellen. Die Stiftsbibliothek kann bereits mit ihren wertvollen mittelalterlichen Schriften auftrumpfen.»

Mumie ja, aber ohne Vitrine

Stiftsbibliothekar Ernst Tremp hat zwar Verständnis für Studers Wunsch. Trotzdem will er Schepenese zurückhaben: «Die Stiftsbibliothek hat die Mumie 1836 rechtmässig vom damaligen Landammann Karl Müller-Friedberg erworben. Für die Ausstellung habe ich sie gerne hergegeben, freue mich jetzt aber auf ihre Rückkehr.»

Die Mumie sei oft vermisst worden, sagt Tremp. Auf die Frage, ob die neue Glasvitrine, in welcher die Mumie wie Schneewittchen liegt, ebenfalls übernommen werde, erwidert der Stiftsbibliothekar: «Daniel Studer reicht uns die Vitrine mit. Wir werden Schepenese vorläufig aber wieder wie früher in ihrem Biedermeierkasten ausstellen.» In der Glasvitrine wirke sie so exponiert, findet Ernst Tremp.

Auch ohne Mumie sind die Besucherzahlen in der Stiftsbibliothek nicht gesunken. Im Gegenteil: Es wurden im vergangenen Jahr sogar mehr Besucher, insgesamt deren 122 512, verzeichnet.

Keine Dauerleihgabe

Auch Hans Wüst, Präsident der Stiftsbibliothekskommission möchte, dass die Mumie nun wieder zurückkehrt. «Es war nie die Rede von einer Dauerleihgabe», sagt er unmissverständlich. Für die Ausstellung habe man die Mumie aber gerne zur Verfügung gestellt. In der Stiftsbibliothek werde die Mumie ebenfalls mit Freude angeschaut, auch ohne Glasvitrine und Beleuchtung.

«Eine gute Zusammenarbeit ist uns wichtig», ergänzt Wüst. Wechselausstellungen förderten das Verständnis zwischen den kulturellen Institutionen. Aber noch einmal: Letztlich gehöre die Mumie in die Stiftsbibliothek und nicht ins Historische Museum.

Kombi-Eintritt als Lösung?

Könnte ein Kombi-Eintritt für Museum und Bibliothek allenfalls Abhilfe schaffen? Vielleicht, entgegnet Daniel Studer. Für Tremp ist das ebenfalls prüfenswert. Die Distanz zwischen Klosterbezirk und Museen erachtet er aber generell als zu gross.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.