Die Christbäume auf den Märkten sind frisch und regional

Tannen aus Dänemark sucht man vergebens bei den hiesigen Verkäufern. Mancherorts werden die Bäumchen sogar auf Wunsch frisch geschnitten.

Karin Erni
Merken
Drucken
Teilen
Emil Kölbener verkauft seit 35 Jahren Christbäume in Appenzell. Nun sucht er einen Nachfolger. (Bild: Karin Erni)

Emil Kölbener verkauft seit 35 Jahren Christbäume in Appenzell. Nun sucht er einen Nachfolger. (Bild: Karin Erni)

Ihre Saison ist kurz. In der Regel werden Weihnachtsbäume von Mitte Dezember bis Heiligabend verkauft. Auf dem Herisauer Obstmarkt ist die Firma Eggenberger aus Degersheim seit rund 50 Jahren vertreten. Verkauft würden fast ausschliesslich Nordmanntannen, sagt Verkäufer Marco Streuli. «Wir beziehen sie von einer Plantage im Thurgau.» Einige wenige Rottannen aus dem eigenen Wald stehen ebenfalls zum Verkauf.

Ganz auf eigene Gewächse setzt Urs Schläpfer vom gleichnamigen Baugeschäft in Stein. An der Kantonsstrasse zwischen Hundwil und Appenzell weist ein leuchtend oranger Pfeil mit der Aufschrift «Christbaumverkauf» die Richtung. Doch weit und breit ist kein Baum zu sehen. «Wenn Sie einen wollen, schneide ich ihn Ihnen draussen auf der Wiese», sagt der Firmeninhaber und grinst. Tatsächlich steht da eine stattliche Zahl Tännchen. Sie betrieben das Christbaumgeschäft nur als Hobby, so Schläpfer. «Die Bäume brauchen nicht viel Pflege, wachsen ohne Dünger und Chemikalien.» Im Sommer weiden Schafe um die Tännchen und halten das Gras kurz. Sieben bis zehn Jahre wachsen die Nordmann- und Rottannen, bis sie die richtige Grösse haben. Einen eigentlichen Verkauf würden sie erst am Wochenende machen. Dann kämen die Leute – fast ausschliesslich langjährige Stammkunden – und suchten sich ihren Baum aus.

Baumverkauf vor dem Restaurant

Die Gartenwirtschaft des Restaurants Sonne am Landsgemeindeplatz in Appenzell ist trotz kalter Temperaturen belebt. Hier hat sich Emil Kölbener eingerichtet. Er sei in das Geschäft hineingerutscht, erzählt er. Früher sei er Lastwagen gefahren. Vor 35 Jahren habe er eine Ladung Weihnachtsbäume übernommen und gut verkaufen können. «Seither mache ich das jedes Jahr.» Am Anfang seien die meisten Tannen aus Dänemark gekommen. Heute bezieht er sie aus dem Thurgau und dem Kanton St. Gallen. Dort könne er selber aussuchen, was er kaufen wolle. Heute ist er pensioniert und will das Geschäft abgeben. «Wenn sich einer melden würde, könnte ich ihn noch etwas einarbeiten.»

Bäume besser nicht anspitzen

Emil Kölbener empfiehlt, den Christbaum zu Hause in einen genügend grossen Ständer zu stellen und mit Wasser zu versorgen. «Wichtig ist vor allem, dass die Rinde im Wasser steht, sonst kann der Baum dieses nicht aufnehmen.» Das oft praktizierte Anspitzen der Bäume sei nicht ideal, da dabei viel Rinde entfernt wird. Es gebe heute günstige Ständer, die mit einer Seilzugmechanik den Baum fixieren.

«Die Kälte macht mir nichts aus, den Bäumen dagegen schon.»

Emil Kölbener erklärt, dass die Pflanzen bei Minustemperaturen spröde würden. «Man muss dann vorsichtig mit ihnen umgehen, sonst brechen die Äste ab.» Ausserdem würden sich die Tannen nach dem Auspacken nicht richtig entfalten und sähen dann nicht so schön aus.

Marco Streuli hat eine eigene Strategie gegen die Kälte eingeschlagen. Er kaufte sich diese Saison beheizbare Socken. «Das funktioniert super!»