«Alle haben Platz in der Kirche»

Seine Gedanken und Wünsche an die neue Kirchgemeinde formulieren und sich mit anderen austauschen, dies bot der Zukunftstag am Samstagvormittag. Zwölf Personen, viele davon «von Amtes wegen», folgten der Einladung.

Adi Lippuner
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Cornelia Schmid, Trudy Wickli, Erika Egli und Claudia Wickli (von links) lesen, was die andere Gruppe aufgeschrieben hat. (Bild: Adi Lippuner)

Cornelia Schmid, Trudy Wickli, Erika Egli und Claudia Wickli (von links) lesen, was die andere Gruppe aufgeschrieben hat. (Bild: Adi Lippuner)

ENNETBÜHL. Rund die Hälfte des Weges, bis die neue Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Nesslau aktiv sein wird, ist bereits bewältigt. Die Stimmbürger aus Nesslau, Ennetbühl-Krummenau und Stein haben am 29. März der Vereinigung auf den 1. Januar 2016 zugestimmt und im September soll der Kirchenvorstand (Kivo) gewählt werden. Die Projektgruppe, unter der Leitung von Rolf Hanselmann, St. Margrethen, wollte den Kirchbürgern in den Monaten zwischen der Fusionsabstimmung und des Wahltages die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch geben. Dabei wurde mehrfach der Wunsch geäussert, dass die Bürgernähe auch nach der Fusion beibehalten werden sollte. Zudem waren sich die Anwesenden einig, dass alle einen Platz in der Kirche haben.

Wünsche und Ängste festhalten

Aufgeteilt in drei Gruppen, schrieben die Anwesenden im Mehrzweckgebäude Ennetbühl ihre Gedanken zu drei Fragestellungen auf. Zu «Was ist mir lieb an meiner Kirche?» war zu lesen: «Dass wir einen Chor haben, eine gepflegte Kirche, sozialen Anteil, Jugend- und Kinderarbeit, Nähe zu den Kirchbürgern, Räume für verschiedene Anlässe.»

Auf die Frage «Was gibt es für Wünsche und Hoffnungen an die neue Kirchgemeinde?» hielten die Teilnehmenden fest: «Die neue Kirchgemeinde soll Rückhalt bei den Bürgern haben, Anzahl der Mitglieder behalten oder steigern, mehr Menschen ansprechen, Sitzkissen in der Kirche Ennetbühl, wie dies in Krummenau der Fall ist, Traditionen und Bewährtes beibehalten, Gottesdienste in jeder Kirche.» Zu «Befürchtungen und Ängste» wurde aufgeschrieben: «Genügend Stellenprozente für die Seelsorgenden, Leute für Kivo-Mitarbeit finden, fehlende Bürgernähe, geringerer Gottesdienstbesuch.»

Die wichtigsten Anliegen

In der Schlussrunde hielt Rolf Hanselmann dann die wichtigsten Anliegen fest und ermunterte die Teilnehmenden am Zukunftstag, Lösungsansätze zu formulieren. Dabei wurde deutlich, dass die Nähe zu den Bürgern und die Identifikation mit der neuen Kirchgemeinde im Zentrum stehen. Zudem wurde betont, dass Kirchenbesuche zwar freiwillig sind, jeder und jede aber immer einen Platz in der Kirche habe. «Unser Bestreben sollte es sein, das Bewusstsein für die Zugehörigkeit zu unserer Kirche zu wecken», war zu hören. Zur Frage der Angestellten war zu hören, dass – gemäss Fusionsvertrag – die Bedingungen in der neuen Kirchgemeinde gleich sein werden. «Nach einiger Zeit, wenn Erfahrungen vorliegen, können dann allenfalls nötige Anpassungen vorgenommen werden,» so Rolf Hanselmann.

Ein weiteres Votum: «Ich sehe es als Chance, dass im Kanton St. Gallen der Religionsunterricht Teil des Schulunterrichts bleibt, dies sollte genutzt werden.» Eine erfreuliche Mitteilung von Rolf Hanselmann betraf die neu zu wählenden Kivo: «Aus allen drei bisherigen Kirchgemeinden stellen sich je zwei Mitglieder für die neue Kirchenvorsteherschaft zur Verfügung. Offen ist noch, wer das Präsidium übernehmen wird. Da sind wir noch auf der Suche nach einer tatkräftigen Frau oder einem Mann.»