Albert Edelmann interessiert viele

Die Vernissage der Ausstellung von Bildern aus dem Nachlass von Albert Edelmann im Schulhaus Wier in Ebnat-Kappel war gut besucht. Die meisten der Bilder kann man kaufen. Der Erlös ist für den Umbau des Ackerhauses, des letzten Wohnhauses von Albert Edelmann, bestimmt.

Martin Knoepfel
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EBNAT-KAPPEL. Gut 60 Personen strömten am Freitagabend in die Aula des Schulhauses Wier in Ebnat-Kappel. Anlass war die Vernissage der Ausstellung zum 50. Todestag des Toggenburger Lehrers und Kunstmalers Albert Edelmann.

Das Ziel sei es gewesen, aus diesem Anlass 50 Gemälde auszustellen. Das sei übertroffen worden, auch dank Privatpersonen, die in ihrem Besitz befindliche Werke zur Verfügung stellten, sagte der Präsident des Stiftungsrats der Stiftung Ackerhaus, Martin Baumann. Die meisten der ausgestellten Bilder kann man kaufen. Der Erlös ist für den Umbau des Ackerhauses bestimmt. Nach Hause nehmen kann man die gekauften Bilder nach Ende der Ausstellung.

Musik und Theater gepflegt

Der Lenzburger Felix Forrer, emeritierter Geigenlehrer an der Kantonsschule Aarau und früher in gleicher Funktion an der Kantonsschule Wattwil tätig, las Erinnerungen an seinen Paten Albert Edelmann. Forrers Vater war wie Edelmann Lehrer gewesen, und die beiden hatten sich anfreundet. Forrer sagte unter anderem, dass Edelmann mit seinen Schülern am Radio Beromünster, dem Vorläufer des heutigen SRF, auftreten durfte. Unter Anleitung von Albert Edelmann hätten die Kinder auch Senntum-Motive gemalt, etwa auf Schatullen oder Kleiderbügel, und Theaterstücke einstudiert.

Die Gemälde von Alber Edelmann befänden sich heute mehrheitlich in Privatbesitz, sagte Jost Kirchgraber dem Toggenburger Tagblatt. Die Ausstellung umfasse vor allem Bilder aus dem Nachlass. Er sei überzeugt, es sei im Sinne Albert Edelmanns, wenn diese Bilder dem Ackerhaus nützten. Kirchgraber hat zusammen mit Mathias Elmiger, Niklaus Müller und Jörg Rüesch die Ausstellung gestaltet und sogar die Stellwände weiss bemalt.

«Spannende Person»

Albert Edelmann verdiene eine Ausstellung zum 50. Todestag, findet Kirchgraber. Er sei eine spannende Person, weil er sich als junger Mann um 1910 mit den modernen Strömungen in der Malerei beschäftigt und zugleich die traditionelle bäuerliche Kunst entdeckt habe. Jost Kirchgraber selber hat Albert Edelmann nach eigener Aussage erst kennen und schätzen gelernt, als er sich mit dem Ackerhaus intensiver befasste.

Felix Forrer hat als Weihnachtsgeschenke seines Patenonkels mehrere Bilder mit Motiven aus der Weihnachtsgeschichte oder mit Toggenburger Landschaften erhalten. Albert Edelmann habe Kunstausstellungen in Basel und Zürich besucht und sei von den Landschaftsbildern und Stillleben von Paul Cézanne und den religiösen Bildern von Georges Rouault beeinflusst worden, sagte Felix Forrer. Bilder mit religiösen Motiven finden sich in der Ausstellung nur wenige.

Walter und Brigitte Lüthi aus Ebnat-Kappel finden allerdings, dass die Farben der in der Ausstellung gezeigten Gemälde gelitten haben. Sie besässen selber Werke Edelmanns, unter anderem ein grosses Ölgemälde, das einen Blumenstrauss zeige, ähnlich einem in der Ausstellung gezeigten Werk, und bei dem die Farben viel kräftiger seien. Möglicherweise seien die gezeigten Bilder nicht optimal gelagert worden, sagt Walter Lüthi, der Albert Edelmann noch als Lehrer erlebt hat.

Zufrieden mit Verkauf

Erfahrungsgemäss verkaufe man die Hälfte der Bilder an der Vernissage, sagt Stiftungsratspräsident Martin Baumann. An der Vernissage hätten 15 bis 20 Gemälde neue Besitzer gefunden. «Wenn wir 40 Bilder verkaufen, sind wir sehr froh.»

Die Kosten für den Umbau des Ackerhauses (siehe Kasten) schätzt der Stiftungsrat auf 650 000 Franken, von denen er rund 400 000 Franken auf sicher hat. Mittelfristig dürfte dann noch eine Sanierung der Gebäudehülle des Ackerhauses für rund 50 000 Franken nötig werden, so dass die Stiftung für das Ackerhaus noch 300 000 Franken auftreiben muss. Der Stiftungsrat habe sich eine Frist bis Ende Jahr gesetzt, um zu entscheiden, ob das Projekt Ackerhaus realisiert werde, sagt Baumann.

Paul Koller, Mechthild Koller und Heidi Koller sorgten für die musikalische Auflockerung der Vernissage. Sie spielten auf Halszithern alte Toggenburger Tänze, deren Noten Albert Edelmann überliefert hat. Es sind einfache, aber dennoch reizvolle und fröhliche Melodien, in denen aber immer wieder Schwermut durchschimmert, als ob die Feiernden wüssten, dass nach dem Tanz wieder andere, von harter Arbeit geprägte Tage kommen.

Aula Schulhaus Wier, Ebnat-Kappel; bis 25. Oktober. Öffnungszeiten: Sa, So, Di, Do jeweils 14 bis 17 Uhr, Fr 19 bis 21 Uhr; Eintritt frei.

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