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Alarm in Innerrhoden: Borkenkäferpopulation ist explodiert

Der Kanton vermeldet nach der dritten Hitzewelle einen Borkenkäferrekord. Die Situation ist alarmierend.
Yann Lengacher
Borkenkäfer sitzen zwischen Holz und Rinde, in der sie auch ihre Eier ablegen.(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Borkenkäfer sitzen zwischen Holz und Rinde, in der sie auch ihre Eier ablegen.
(Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der erwartete Anstieg der Borkenkäferfangzahl (Artikel vom 25. Juli) ist eingetroffen. Und wie: Das Innerrhoder Oberforstamt vermeldet Höchstwerte – wurden am 19. Juli 16800 Borkenkäfer in den 14 Innerrhoder Fallen gefunden, waren es am letzten Freitag 96100 Stück. Die erst kürzlich ausgewertete Gesamtfangzahl ist damit um fast ein Sechsfaches höher als in der Vorwoche und äussert sich in der Statistik mit einer drastischen Aufwärtskurve. In der Hälfte aller Innerrhoder Fallen wurde die Marke von 5000 Käfern überschritten. Diese gilt als problematischer Wert.

Schwende ist die neue Borkenkäferhochburg

Alleine in der Falle im «Herz» im Bezirk Schwende befanden sich 15400 Borkenkäfer – ein Jahresrekord, der eine Wendung offenbart. Der bisherige Höchstwert lag dieses Jahr bei 10500 Exemplaren und wurde im Juni in Oberegg festgestellt, wo bisher gesamthaft die meisten Käfer in die Falle gingen. Im Bezirk Schwende ist dieser Wert am letzten Erhebungstag, in drei der vier dortigen Fallen überschritten worden. Eine Erklärung für die hohen Zahlen in Schwende hat Forstingenieur Martin Attenberger vom Oberforstamt:

«Die Käferpopulation in Oberegg hat ihren Höhepunkt früher als jene an den anderen Standorten erreicht, weil es dort in den letzten Wochen noch etwas heisser war.»

Der Kanton schreibt von «alarmierend hohen» Rekordzahlen. Weshalb diese Zahlen alarmierend sind, sagt Attenberger: «Wenn wir uns in den Wäldern umsehen, bestätigt sich, was wir in den Fallen vorfinden. Das ist nicht immer der Fall. Wir müssen von einem extrem hohen Befallsdruck auf die Fichten ausgehen.»

Das Holz eines Baums, der vom Borkenkäfer befallen wurde, kann zwar trotzdem verarbeitet werden, weist aber oft blaue Verfärbungen auf. Deswegen müssen Waldbesitzer mit finanziellen Einbussen rechnen, wenn Sie den Schädling in ihren Fichtenbeständen feststellen. «Die Verfärbung kann einen Preisunterschied von über 30 Franken pro Kubikmeter ausmachen», sagt Attenberger. Für das plötzliche Wachstum der Innerrhoder Borkenkäferpopulation dürfte die dritte Hitzewelle verantwortlich sein, die den Tieren optimale Bedingungen bescherte. Auch flog die erste Käfergeneration 2019 aus. Zu dieser gehören Käfer, die nicht überwintert haben, sondern die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier dieses Jahr durchlaufen haben.

Kampf gegen den Schädling hat oberste Priorität

Aufgrund der aktuellen Lage hat die Bekämpfung des Borkenkäfers beim Oberforstamt höchste Priorität. Die Borkenkäferpopulation im Zaum zu halten, ist allerdings kein einfaches Unterfangen. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, bleibt nur, befallene Bäume aus dem Wald zu entfernen. In den kommenden Wochen wird dies die wichtigste Aufgabe des Forstdiensts und der Waldbesitzer sein. Andere Aufgaben müssten momentan hinten anstehen, sagt Attenberger. Denn: Wird das Holz nicht abtransportiert, könne sich die Lage in Innerrhoden nochmals verschärfen: «Erliegen zu viele Bäume dem Borkenkäfer, könnte es sein, dass der Wald stellenweise über längere Zeit seine natürlichen Funktionen nicht mehr erfüllen kann.»

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