«Balkonien» in der Coronakrise hörbar machen: Power-Up-Radio aus dem Kinderdorf Pestalozzi in Trogen mit Spezialprogramm

Power-up-Radio sendet ab Montag täglich ein einstündiges Spezialprogramm aus dem Kinderdorf Pestalozzi.

Lukas Pfiffner
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Power-up bringt seit 14 Jahren Jugendlichen das Radio näher.

Power-up bringt seit 14 Jahren Jugendlichen das Radio näher.

Bild: PD

«Einige im Team haben gesagt: Wir brauchen mehr Vorlaufzeit. Aber wir haben genug Erfahrung und haben uns entschieden, dass wir am Montag starten. Wir sind ein Live-Radio, alles ergibt sich.» Radiopädagoge Adrian Strazza sagt es, er ist eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt «Power-up-Radio» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Trogen.

Wegen der Corona-Krise wird von Montag bis Freitag, jeweils von 11 Uhr bis 12 Uhr, ein Spezialprogramm ausgestrahlt. Motto: «Wir geben euch eine Stimme, auch von zu Hause aus.»

Abwechslung zur Bildschirmpräsenz

Fünf Erwachsene und vier Praktikantinnen bilden aktuell das Team von Power-up. Seit 14 Jahren ist der Radio-Bus in Schulen unterwegs für Projekttage und -wochen. Schon seit 1998 existiert das Studio in Trogen. Hunderte Kinder und Jugendliche, Gäste und Gruppen aus internationalen Austauschprogrammen haben dort Radioinhalte gestaltet und erfahren, was es heisst, wenn die eigene Stimme gehört wird.

Die Spezialsendungen senden die Verantwortlichen aus dem Studio. «Den Bus werden wir dann einsetzen, wenn wir im Kinderdorf nicht mehr bewegungsfähig sein sollten», erzählt Strazza. Das Radio sei als Informationsmedium bei manchen Jungen etwas in Vergessenheit geraten. «Es liegt uns aber am Herzen und soll Abwechslung bieten zur Bildschirmpräsenz.»

Ein Techniker und ein Moderator sind für die Ausstrahlungen direkt im Einsatz. Weitere Personen arbeiten im Hintergrund, etwa online oder durch die Erstellung von Jingles (kurzen Einspielungen) und Beiträgen.

Für die erste Woche stehen mehrere Sendeelemente fest. Ein Wunschkonzert und eine «Frage des Tages» sind geplant, auch Spielhinweise und - in diesen Tagen besonders wichtig - die Rubrik «Happy News». Zudem soll «Balkonien» durch Liveeinschaltungen hörbar gemacht werden. Auf verschiedenen Kanälen kann man Kontakt mit dem Studio aufnehmen. Das Team sei gespannt. Er freue sich auf eine starke Resonanz, auf viele Zuhörer und aktive Teilnehmer, sagt Strazza.

Die Frage, wie viele Leute jeweils die regulären Power-up-Sendungen einschalten, lasse sich nicht einfach beantworten. «Oft ein paar Hundert. Aber es ist jeweils nicht unser Radio, sondern das der beteiligten Schule. Wenn diese viel Energie für Werbung aufbringt, hört manchmal fast ein ganzes Dorf zu. Ein anderes Mal hat selbst im Quartier um das Schulhaus herum beinahe niemand Kenntnis.»

Für die Inhalte der zweiten Woche ist die Öffentlichkeit besonders gefragt. «Was möchtet ihr gerne hören? Wie können wir euch beim Unterricht zu Hause unterstützen?», richtet Florian Karrer, der Gründer der Radioprojekte im Kinderdorf, einen Appell an Kinder, Eltern und Lehrpersonen. Man sei offen, was die Fortsetzung des Projekts betreffe, fügt Strazza hinzu. «Sofern wir gesund bleiben.» Power-up habe radiotechnisch und bildungsmässig Know-how und Potenzial, wolle auch neugierig machen. «Die Jugendlichen sollen nicht einfach konsumieren, sondern sich inspirieren lassen, etwas selbst mitzugestalten.» Gerade auch in den aktuellen Zeiten.

Empfangbar sind die Sendungen im Internet auf www.powerup.ch, über den Swiss Radio Player sowie auf DAB+ Region Ostschweiz. Erreichbar sind die Moderatorinnen und Moderatoren über info@powerup.ch, über WhatsApp 076 319 13 96 und über die Studio-Telefonnummer 071 340 02 24.