Affront gegen Arbeitslose

An der Hauptversammlung der Gewerkschaft Syna, Sektion Toggenburg wurde gefordert, sozialverträgliche Sofortmassnahmen in der Krise zu ergreifen.

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Grämigen. Die Mitglieder der Syna, Sektion Toggenburg trafen sich letzten Freitag in Grämigen zur Hauptversammlung. Ludwig Mathis, Präsident der Sektion, führte die Versammlung gekonnt und speditiv durch die Traktanden. Sehr erfreut zeigte er sich über die Anwesenheit der Jubilare Guido Manser, Daniel Hässig und Anton Thalmann. Die drei sind seit 25 Jahre leidenschaftliche Gewerkschafter.

Gemeinsam stark sein

Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich in einer tiefen Krise, die nach Prognose von Ludwig Mathis noch länger dauern wird. Die Syna, aber auch die Politik ist gefordert, sozialverträgliche Massnahmen zu ergreifen. Das Jahresprogramm bietet mit gesellschaftlichen Veranstaltungen die Möglichkeit, sich zu treffen, um über allgemeine Probleme und Ideen zu diskutieren. Der Präsident rief die anwesenden Mitglieder auf, sich vermehrt in der Gewerkschaft zu engagieren.

«Gemeinsam sind wir stark», so Ludwig Mathis.

Kürzungen verhindern

Mit zum Teil harschen Worten informierte Regionalsekretär Danilo Ronzani über die Vertragsverhandlungen und die Wirtschaftslage. Die Arbeitslosenzahlen stiegen besorgniserregend von Mitte 2008 bis heute von 100 000 auf über 175 000 Personen an. Gleichzeitig geht aktuell eine Mehrheit des Bundesparlamentes daran, auf dem Buckel der Arbeitslosen Sparübungen zu beschliessen. Dies ist ein Affront gegen die arbeitslosen Personen.

Arbeitslosigkeit steckt man nicht einfach so weg, es bringe vielfach persönliche Probleme mit sich, sagt Ronzani. Um die katastrophalen Folgen abzuwenden, die Arbeitslosigkeit und Aussteuerung für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft mit sich bringen, fordert er Sofortmassnahmen in der Arbeitslosenversicherung. Mit der Kürzung der Bezugsdauer der Taggelder können eben diese Ziele nicht erreicht werden. Sie muss mit allen Mitteln verhindert werden.

Krise ausgenutzt

Offensichtlich kann wieder einmal nur ein Referendum die weltfremden Bundesparlamentarier zur Vernunft bringen. Dass die Lohnverhandlungen nicht genügten ist nur begrenzt nachvollziehbar. Obwohl die Syna mit realistischen und differenzierten Forderungen in die Vertragsverhandlungen einstieg, gab es sehr gut gehende Branchen im Baunebengewerbe, die ihre Arbeitnehmenden mit einer Nullrunde abspeisten. Offensichtlich haben einige Arbeitgeberverbände die missliche Wirtschaftskrise für sich ausgenützt.

Angemessen waren die Lohnverhandlungen in Bauhauptgewerbe mit einem Prozent generell und im Dienstleistungssektor mit bis zu zwei Prozent. Offenbar lässt sich dieser Sektor nicht von der Wirtschaftskrise leiten und verhält sich richtigerweise antizyklisch. (pd)

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