Äsche: Keine Entspannung

Während bei den Bachforellen die Anzahl Eier in der Hälteranlage Mühlau gestiegen ist, darf die Äsche auch bis auf weiteres nicht gefischt werden. So der Rückblick des Fischereivereins Thur.

Simon Dudle
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Der Fischereiaufseher Christoph Mehr (links) und Fabian Sternig vom Fischereiverein Thur setzten 2500 Sömmerlinge in Thur und Necker ein. (Bild: Jesko Calderara)

Der Fischereiaufseher Christoph Mehr (links) und Fabian Sternig vom Fischereiverein Thur setzten 2500 Sömmerlinge in Thur und Necker ein. (Bild: Jesko Calderara)

REGION. Einige Mitglieder des Fischereivereins Thur können sich noch gut daran erinnern, als die Thur vor ein paar Jahren ein Gewässer mit einem grossen Äschebestand war. Davon ist man heute weit entfernt. Da jener Fisch nun vom Aussterben bedroht ist, gilt seit 2012 ein Fangverbot für die Äsche.

Daran wird sich vorerst nichts ändern, auch wenn im vergangenen Herbst rund 2000 Sömmerlinge ausgesetzt worden sind. «Die Situation ist dramatisch. Das hat mit den starken Wasserschwankungen der Thur zu tun», sagt Präsident Patrick Gloudie. Aus seiner Sicht aber nicht nur. «Auch die Vögel spielen eine wichtige Rolle. Gänsesäger und Kormorane verspeisen die Fische. Mann müsste auf einem gewissen Abschnitt punktuell auf die Vögel losgehen und dann schauen, ob sich der Äschebestand verändert», sagt Gloudie. Realistisch ist das nicht, da der Gänsesäger geschützt ist und nicht geschossen werden darf.

Neue Gesetzgebung gefordert

Immerhin erhält der Fischereiverein Thur im Frühling 2015 für die Elterntierhaltung neue Jungäschen. Wie viele es sind, weiss Gloudie noch nicht. Dies sei aber eine wichtige Chance, im Jahr 2016 einen ersten Laichertrag zu erhalten. Im Jahresbericht des Vereins ist allerdings in deutlichen Worten zu lesen, dass man mit einem Besatz von jährlich 2000 Äschen-Sömmerlingen in der Thur nicht viel erreichen könne. Es brauche Zeit und Durchhaltewille. Wann die Äsche wieder gefischt werden kann, mag Gloudie noch nicht zu prognostizieren.

Bessere Neuigkeiten kommen von der Bachforelle, die in einer Anlage in der Bazenheider Mühlau gehältert wird. Zweieinhalb Jahre nach Beginn der Hälterung ist die Anlage voll ausgelastet. Trotz der fast gleichen Menge an Fischen wie im Vorjahr wurde der Ertrag an befruchteten Bachforellen-Eiern 2014 markant erhöht – von 443 000 auf 690 000. «Wir profitieren nun von den Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren gesammelt wurden. Zudem ist die Wasserqualität gut», sagt Gloudie. Ob die Zahl 2015 erneut gesteigert werden kann, hängt vom Wetter ab.

Trotz der vielen Eier stellt man sich beim Fischereiverband die Frage, ob nachhaltige Fischerei betrieben werde. Dabei geht es um die Grösse, welche Fische haben müssen, damit sie aus dem Wasser gezogen werden dürfen. Derzeit gibt die kantonale Gesetzgebung bei der Bachforelle das Mass von 25 Zentimetern vor. «Es gibt viele Bachforellen, welche die Laichreife mit 25 Zentimetern nicht erreichen», ist im Jahresbericht des Vereins zu lesen.

Für den Fortbestand der Bachforellen ist aber von Bedeutung, dass junge Fische nachgezogen werden. «Es wäre gut, die Zahl auf 28 bis 30 Zentimeter zu erhöhen, auch wenn wir dann weniger Fische herausziehen», sagt Gloudie.

Drei Bäche verschmutzt

Bezüglich Bewirtschaftung der Aufzuchtgewässer erlebte der Verein eine eher schlechte Saison. In drei Aufzuchtbächen gab es Gewässerverschmutzungen mit «vielen toten Jungfischen», wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. «Die Verschmutzung war aber nicht so markant, dass das Futter der Fische in Mitleidenschaft gezogen worden ist», sagt Gloudie. Da nebst den Gewässerverschmutzungen die Erträge in den Aufzuchtbächen schlechter ausfielen als im Vorjahr, konnten 2014 nur noch 17 175 Jungfische aus der Aufzucht registriert werden.