Ärztehaus Linde in Speicher

«Kaum Einwände gegen Ärztehaus» Ausgabe vom 25. November 2015

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Die Gemeinde hat für die verfehlte und unüberlegte Bodenpolitik des Standpunkt-Gemeindepräsidenten Breitenmoser einen herben Verlust einzustecken. Es sind nicht 100 000 Franken wie der heutige Gemeinderat suggeriert, sondern 229 500 Franken. Darin sind noch keinerlei Kosten enthalten, die der Gemeinde seit 2007 entstanden sein dürften. Der damalige Kaufpreis von 604 500 Franken lag knapp unter der Limite, die zu einem fakultativen Referendum geführt hätte.

Der jetzige Gemeinderat hat den Verkaufspreis knapp über der Eigenkompetenz angesetzt und ermöglicht so das fakultative Referendum. Wird dieses nicht ergriffen, kann er sagen, dieser Verkauf habe dem Volkswillen entsprochen. Anlässlich der Volksversammlung vor rund drei Jahren, bei welcher über den beabsichtigten Kauf der Wiese im Kirchrain informiert wurde, habe ich mir erlaubt, dagegen zu sein, weil die Gemeinde noch nie eine glückliche Hand mit Liegenschaftengeschäften hatte. An diesem Anlass habe ich auch die Linde, das «Huwylerhus» und das Land in der Speicherschwendi erwähnt und darauf hingewiesen, dass auch mit der Linde kein gutes Geschäft zu erwarten sei. Dem damaligen Finanzchef und heutigem Mitglied der Finanzkommission ist mein Votum sauer aufgestossen und er hat erklärt, es werde nie zu einem Verlust kommen. Und heute? Es dürfte ausserordentlich schwierig werden, innert nützlicher Frist drei bis vier Ärzte zu finden, die auch miteinander harmonieren. Darum wäre es interessant zu wissen, innert welcher Zeit die Praxis mit so vielen Ärzten besetzt sein soll und was mit dem Gebäude geschieht, wenn es der Käuferschaft nicht gelingt, die Auflagen zu erfüllen. Der Gemeinderat spricht in der Appenzeller Zeitung vom 25.11. nur von wenig Gegenwind. Ich glaube, dass es nötig ist, das Referendum zu ergreifen, damit die Stimmbürger letztlich abschliessend entscheiden.

Jürg Zürcher, Hinterwies 56, 9042 Speicher