«Ändere dein Bewusstsein und du änderst bewusst dein Sein»

Nach dem Tod seiner Eltern bemerkte Reto Leisebach eines Tages, dass er mehr Farben sah als andere. Aus dieser erst erschreckenden Wahrnehmung entwickelte sich mit der Zeit eine detaillierte «Philosophie» mit sehr differenzierten Bildern.

Daniel Thür
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Bild: DANIEL THÜR

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Speicherschwendi. Reto Leisebach ist 41 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn und wohnt in Speicherschwendi in einem schönen alten Bauernhaus. Draussen steht ein grosses Tipizelt, und zwei Hunde, fünf Katzen und zwei Enten hauchen dem naturbelassenen Garten Leben ein. Freudig wird man so nicht nur vom Hausherrn, sondern auch von den Tieren begrüsst, die sogleich eine grosse Portion Streicheleinheiten einfordern, egal ob man eine saubere Hose und ein helles T-Shirt trägt.

Reto Leisebach setzt sich auf den Stuhl und beginnt zu erzählen. Dass er Polizist geworden ist, da er schon als Kind einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte und helfen wollte. Dass er seit 1999 bei der Verkehrsgruppe der Ausserrhoder Kantonspolizei arbeitet, deren Chef er auch war, bis er 2006 den Posten aufgab. Wegen seiner Berufung; wegen den Farben und den Formen, die er plötzlich sah. Doch von vorne.

Der Drang zu malen

Im Februar vor fünf Jahren starb sein Vater an einem Herzinfarkt. Danach, etwa ein halbes Jahr später, seine Mutter. «Sie litt fünf Jahre lang an Alzheimer und wir haben sie an ihrem Wohnort betreut, bis es nicht mehr ging», so Leisebach. «In der Weihnachtszeit verspürte ich plötzlich den Drang zu malen. Ich kann es nicht erklären, vielleicht musste ich die Dinge verarbeiten oder mich sonst ablenken, also nahm ich zur Hand, was ich finden konnte, Neocolor, Farbstifte, und malte drauflos.

» Kurz darauf kaufte er sich Acrylfarben. «Ich hatte noch keine Ahnung, was ich malen wollte, klar war mir nur, dass ich symbolische Dinge malen wollte», schmunzelt Leisebach über die damalige Erfahrung.

Mehr sehen als andere

Zur gleichen Zeit erstellte seine Nachbarin ein psychosomatisches Horoskop für ihn und seine Frau.

«Mitten im Gespräch bemerkte ich, dass ich die Frau ganz anders sah», versucht Leisebach seine ersten Erfahrungen mit den Farben zu beschreiben. «Sie fragte mich noch, wie ich das meine, und ich musste gestehen, dass ich das nicht erzählen, jedoch malen könne.»

Der Grundstein für sein spirituelles Arbeiten war gelegt. Also malte er seine Nachbarin in den Formen, die er sah. Danach auch Freunde, Bekannte und Familie. «Was die Farben und Formen bedeuteten, war mir erst schleierhaft.

Im Internet fand ich keine Informationen dazu und deshalb habe ich mir autodidaktisch die Bedeutungen und Erklärungen angeeignet.» Die Bilder stellen sodann nicht den Menschen selber dar, sondern seine persönliche Urenergie. Und diese Urenergie hat Reto Leisebach in den letzten Jahren in vielen verschiedenen Bildern auf die Leinwand gemalt.Es sind kräftige Farben, Formen, die viel Energie aber auch Weichheit ausstrahlen. Man spürt förmlich, wie die Bilder einen «berühren».

Wahrnehmung vertiefen

Als Leisebach die Fähigkeit Farben und Formen zu sehen entdeckte, war er erst stark verunsichert. «Es gab ein Beispiel, als ich im Garten stand und plötzlich den Baum in ganz anderen Farben sah. Und überall wo ich hinsah, waren Farben. Da habe ich erst geglaubt, ich bin reif für die Psychiatrie», erinnert er sich über die Anfänge seiner Wahrnehmungen.

«Ich habe das meinem Sohn erzählt und der meinte ganz gelassen, dass er diese anderen Farben und Formen auch sehe und dies für ihn ganz normal sei. Da wusste ich, ich spinne nicht.» Heute kann Reto Leisebach seine Wahrnehmungen bewusster steuern. «Am Anfang waren Menschenansammlungen eine Qual, da ich alle in den Farben und Formen wahrnahm. Heute kann ich das steuern.» Deshalb stehe ihm dies auch im Beruf als Polizist nicht im Wege, ganz im Gegenteil.

«Ich bemerke, dass ich, seit ich diese Gabe habe, bei Pikettdiensten oder Nachtdiensten weniger ausrücken muss. Es bleibt meist ruhiger», schmunzelt er. «Und im Kontakt mit Menschen bin ich viel gelassener und ruhiger als früher.» Heute arbeitet Leisebach mit einem 80-Prozent-Pensum bei der Polizei und nutzt seine neue Freiheit, um Personen auch auf Auftrag zu malen.

«Mein Leben ist seit meinen Wahrnehmungen buchstäblich farbiger geworden», erklärt er. Und er habe eins gelernt: «Ändere dein Bewusstsein und du änderst bewusst dein Sein.»

www.energy-sphere.ch

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