Adventskalender in XXL

In der Vorweihnachtszeit werden wieder überall Türchen geöffnet. Vier ausgewählte Beispiele aus dem Appenzellerland zeigen, wie so etwas im grossen Stil geht.

Livia Landolt
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Das Restaurant Waldegg oberhalb von Teufen hatte dieses Jahr eine besondere Idee: Sie wollen den grössten Adventskalender des Appenzellerlands bieten. «Die Attraktionen während der Adventszeit sind auf der Waldegg inzwischen sehr bekannt und deshalb suchten wir nach etwas Neuem», sagt Patrick Eugster, Mitglied der Geschäftsleitung.

Rund um die Waldegg wurden die Fenster kurzerhand in Adventskalendertürchen umfunktioniert. «Hinter jedem Fenster befindet sich ein Geschenk, das unter unseren Gästen verlost wird. Dabei herrscht eine sehr festliche Stimmung. Schade nur, dass bis jetzt der Schnee gefehlt hat», meint Patrick Eugster etwas wehmütig. Doch auch in anderen Kantonsteilen werden wieder Türchen im XXL-Format geöffnet.

Auf der Waldegg weihnachtet es sehr. (Bild: Livia Landolt)

Auf der Waldegg weihnachtet es sehr. (Bild: Livia Landolt)

40 Oberstufen-Schüler gestalten Hausfassade

In Gais wurde, wie schon seit vielen Jahren, die Fassade des «Hauses zum Ochsen» in einen riesigen Adventskalender verwandelt. Zum ersten Mal war die Oberstufe Bühler-Gais für dieses Projekt verantwortlich. «Die Öffentlichkeit schätzt diese Tradition sehr», sagt Marco Zehnder, Schulleiter der Oberstufe.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten den Auftrag, nach passenden Sujets zum Thema Adventsfenster zu suchen. Danach wurden Entwürfe gefertigt und entschieden, welche Bilder passen und welche nicht. «Wir hatten die Arbeit und den zeitlichen Aufwand wohl etwas unterschätzt. Aber wir sind ja schliesslich noch blutige Anfänger», sagt Patric Däppen, Lehrer an der Oberstufe augenzwinkernd. Zum Schluss ist es den rund 40 Schülerinnen und Schülern aber gelungen, Bilder mit einer sehr schönen Wirkung zu gestalten: Sterne, Engel, ein Adventskranz und ein Schaukelpferd sind darauf zu sehen. Wunderschön dezent leuchten dem Besucher die Bilder entgegen.

«Teilweise ging es etwas hektisch zu und her. Doch als Gesamtpaket war es eine sehr wertvolle Erfahrung, die auch von den Schülern weitgehend positiv aufgenommen wurde. Es war schön zu sehen, wie gewisse Jugendliche ihre Talente ausleben konnten und sich voll einbrachten. Dadurch haben sie das Projekt auch mitgetragen und mitgeholfen, es schlussendlich erfolgreich abzuschliessen», schildert Däppen.

Noch sind einige Türchen geschlossen und man darf gespannt sein, welche Kunstwerke sich dahinter befinden.

In Gais wird ein Haus zum Adventskalender. (Bild: Livia Landolt)

In Gais wird ein Haus zum Adventskalender. (Bild: Livia Landolt)

Ein Dorf als riesiger Adventskalender

In Lutzenberg wird schon seit acht Jahren das gesamte Dorf zu einem riesigen Adventskalender umfunktioniert. «Gestartet haben wir damit, in unserem Quartier Adventsfenster zu entwerfen. Inzwischen machen die Gemeinde, das Altersheim, die Schule und einige Privatpersonen mit», erzählt Tanja Thomann, die das Projekt ins Leben gerufen hat.

Die Gestalter dekorieren ein Fenster, das von der Strasse aus eingesehen werden kann oder sie bauen eine kleine winterliche Szene im Garten auf, die beleuchtet wird. Was genau dargestellt werden soll, ist nicht vorgeschrieben. Dieses Jahr ist zum ersten Mal auch die Gemeinde Wienacht-Tobel am Projekt beteiligt. «Ich habe diese Tradition bereits von Lüchingen her gekannt und war der Meinung, dass wir so etwas hier bei uns im Dorf ebenfalls machen sollten», meint Tanja Thomann. Jeden Dezembertag wird das zugehörige Fenster um 17.30 Uhr eröffnet. «Am Wochenende wird bei der Eröffnung meist noch ein Apéro angeboten, man unterhält sich miteinander und geniesst das gemütliche Beisammensein», schildert Thomann. Die geöffneten Fenster werden bis Ende Jahr beleuchtet und können in dieser Zeit bestaunt werden.

Die Bilder in Lutzenberg laden zum Verweilen ein. (Bild: PD)

Die Bilder in Lutzenberg laden zum Verweilen ein. (Bild: PD)

«Hassästall» im Lebkuchendress

Doch nicht nur der Kanton Ausserrhoden eröffnet zur Weihnachtszeit Adventsfenster. In Eggerstanden hat die Werbemanufaktur «Haas» mit der Kompetenz zum Textildruck im XXL-Format die Fassade des Hauptgebäudes in einen «Hassästall» im Lebkuchenlook verwandelt. «Unser Chef Reto Haas kam über Nacht mit dieser Idee an», erzählt Fabian Natter, der verantwortlich war für dieses Projekt und lacht. Also begannen sie damit das Haus zu vermessen. Die Messungen sollten so genau wie möglich sein und wurden deshalb mit einem Laser durchgeführt.

Das Adventsfenster ist 100 Quadratmeter gross und laut Natter womöglich das grösste der Ostschweiz. «Der gesamte Arbeitsprozess hat etwa 70 Arbeitsstunden gedauert. Alleine das Zusammennähen der fünf Stoffbahnen nahm gut und gerne 18 bis 20 Stunden in Anspruch», berichtet Natter. Das Projekt wurde am zweiten Dezember eingeweiht und kann dank guter Beleuchtung auch in den Abendstunden bewundert werden.

Das Adventssujet in Eggerstanden misst 100 Quadratmeter. (Bild: PD)

Das Adventssujet in Eggerstanden misst 100 Quadratmeter. (Bild: PD)