Advent

«Kleine Konzerte, die man sich nach Hause holen kann»: Musikschule Herisau öffnet am Dienstag erstes Türchen des musikalischen Adventskalenders

Um die Motivation der Schülerinnen und Schüler auch während der Coronapandemie aufrechtzuerhalten, hat sich die Musikschule Herisau etwas Besonderes einfallen lassen. Bis 24. Dezember veröffentlicht sie online täglich einen musikalischen Beitrag. Das erste Türchen des musikalischen Adventskalenders wird am Dienstag geöffnet.

Alessia Pagani
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Die Aufnahmen für den musikalischen Adventskalender wurden an drei Drehtagen in der Musikschule Herisau realisiert.

Die Aufnahmen für den musikalischen Adventskalender wurden an drei Drehtagen in der Musikschule Herisau realisiert.

Alessia Pagani

Die Vorweihnachtszeit bedeutet für die Musikschule Herisau jeweils Hochsaison. Konzerte in Altersheimen wechseln sich mit Auftritten in Kirchen und an Weihnachtsmärkten ab. Eigentlich. In diesem Jahr ist alles anders. Wegen der Coronapandemie ist der Grossteil der Auftritte abgesagt, der Betrieb der Musikschule beschränkt sich nur noch auf Einzel- und Gruppenunterricht in den Schulzimmern.

Weil seit den Herbstferien immer mehr Auftritte abgesagt werden, hat sich die Musikschule Herisau für den Advent etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen musikalischen Adventskalender. Ab heute bis 24. Dezember wird täglich ein Türchen geöffnet. Dies nicht etwa physisch, sondern virtuell auf der Website der Musikschule. Hinter den Türchen verstecken sich musikalische Beiträge. Verantwortlich dafür sind die Schülerinnen und Schüler der Musikschule, die Lehrerschaft sowie Personen, die mit der Musikschule verbunden sind. «Es sind kleine Konzerte, die man sich nach Hause holen kann», erklärt Andreas Koller, Leiter der Musikschule Herisau.

Andreas Koller, Leiter der Musikschule Herisau.

Andreas Koller, Leiter der Musikschule Herisau.

Alessia Pagani

Motivation soll aufrechterhalten werden

Koller sieht den Adventskalender einerseits als Werbung, andererseits möchte er damit auch die Zwangspause für die Musikerinnen und Musiker überbrücken. Die abgesagten Konzerte setzen ihnen zu. Koller sagt:

«Die Schülerinnen und Schüler, Musiker allgemein, wollen auftreten. Ziele sind sehr wichtig. Wir wollen ihnen mit dem Adventskalender etwas geben, auf das sie hinarbeiten können.»

So soll der Kalender eine Art Eigenmotivation darstellen. Vielen Schülerinnen und Schülern würde durch die Absagen die Motivation fehlen. Der Kalender ist allerdings nur bedingt eine Kompensation, wie Koller sagt:

«Für das, was alles wegfällt, ist der Adventskalender ein kleiner Ersatz – ein Tropfen auf den heissen Stein.»

Vier Wochen Zeit bestand zwischen der ersten Idee und dem 1. Dezember, dem Tag, an dem das erste Türchen geöffnet wird. Für die Videoproduktionen ist das Unternehmen News Movie aus Arbon verantwortlich. Die professionell aufgemachten Kurzfilme sind an drei Drehtagen entstanden. Zuvor galt es, Lehrer und Schüler für die Mitarbeit zu gewinnen und Einverständniserklärungen der Erziehungsberechtigten einzuholen. «Das alles brauchte Zeit. Wir waren sehr kurzfristig dran», sagt Koller und spricht von einer Entstehung aus der Not heraus. Umso mehr freut er sich, dass die Rückmeldungen seitens der Lehrer- und Schülerschaft so positiv gewesen sind.

«Die Nachfrage war gross. Viele wollten mitmachen.»

Koller schliesst nicht aus, dass in Zukunft wieder ein solches Projekt aufgegleist wird. «Ein Adventskalender hat jetzt natürlich sehr gut gepasst und ein schönes Bild ergeben. Aber es gäbe auch andere Möglichkeiten.»

Qualität der Filme musste passen

Die Zusammenarbeit mit News Movie gestaltete sich reibungslos. Die Musikschule Herisau hatte bereits im Frühjahr ein Werbevideo über den Betrieb gedreht. «Wir kannten uns, was die Arbeit erleichterte», so Koller. Für die Musikschule war es wichtig, dass die Videos eine gewisse Qualität haben. «Wir wollten keine Handyfilmli», so Koller.

Sich überraschen lassen, das ist wie bei allen Adventskalendern die Idee hinter dem musikalischen Adventskalender. Zu viel möchte Andreas Koller über die Beiträge denn auch nicht verraten. Klar ist: Es wird eine Mischung aus allen möglichen Instrumenten und Gruppierungen.

«Es gibt keine Limite. Die Musikerinnen und Musiker dürfen spielen, was sie wollen.»

Von jungen bis älteren Protagonisten über Soloauftritte und 15er-Gruppen bis hin zu Instrumentalstücken und Gesangseinlagen ist alles mit dabei. «Natürlich war der 24. Dezember sehr beliebt. Alle wollten dieses Türchen», sagt Koller und lässt sich zum Schluss noch eine Kleinigkeit entlocken: «Dieser Beitrag hat mit einem Weihnachtsfilm zu tun, den in unseren Breitengraden wohl jeder kennt.» Man darf also weiter gespannt sein, was sich hinter dem Türchen an Heiligabend versteckt.

Die grossen und kleinen Musikerinnen und Musiker werden zu Protagonisten in den Musikvideos. Der musikalische Adventskalender soll die abgesagten Auftritte so gut wie möglich kompensieren.

Die grossen und kleinen Musikerinnen und Musiker werden zu Protagonisten in den Musikvideos. Der musikalische Adventskalender soll die abgesagten Auftritte so gut wie möglich kompensieren.

Alessia Pagani