Achtung… die Kamera läuft…

In der vergangenen Woche hat ein Team von SRF 1 Aufnahmen auf der Meiersalp ob Libingen, aber auch in der näheren Umgebung gemacht. Grund dafür ist die Teilnahme von Wirtin Ruth Breitenmoser bei der beliebten Sendung «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche».

Beatrice Bollhalder
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LIBINGEN. Trotz Regenwetter fängt ein Fernsehteam in der vergangenen Woche im Toggenburg eifrig Sujets ein. Es heftet sich an die Fersen von Ruth Breitenmoser. Mit der Kamera wird nicht nur ihre Arbeit auf der Meiersalp verfolgt – auch beim Einkaufen in Mosnang ist sie dabei. Der Alltag von Ruth Breitenmoser, die während des Sommers das Bergrestaurant auf der Meiersalp führt – in diesem Jahr bereits zum siebtenmal – wird zum Inhalt einer Fernsehsendung. Sie ist eine der Landfrauen der neuen Staffel. Ruth Breitenmoser kann aber nicht nur kochen, sondern steht auch ihrem Mann Mario zur Seite, wenn dieser Hilfe bei den Tieren oder beim Misten benötigt. Das Leben auf der Meiersalp ist für die beiden seit jeher eine Herzensangelegenheit. «Hierher kommen die Gäste noch zu Fuss. Dadurch herrscht hier eine besondere Atmosphäre, es entsteht keine Hektik», erklärt sie die Freude an ihrer Arbeit an diesem idyllischen Ort, der am Toggenburger Höhenweg liegt. Und genau dieses Leben und die Gegend sollen via Bildschirm in die Schweizer Stuben übertragen werden.

Sendung nicht gekannt

Wie kam Ruth Breitenmoser eigentlich dazu, sich für die Teilnahme an einer Fernsehsendung zu bewerben? Bedingt eine solche Mitwirkung nicht einen grossen Zeitaufwand für jemanden, der ohnehin schon die ganze Woche stark engagiert ist? «Ja, doch. Aber es war auch sehr spannend, bei dieser Gelegenheit auch einmal andere Gegenden der Schweiz erkunden zu können und neue Kontakte zu knüpfen», schmunzelt sie. Da sie auf die grosse Unterstützung von Familie und Freunden zählen konnte, die sie während ihrer Abwesenheiten ersetzten, war es für sie erst möglich mitzumachen.

Eine Freundin einer ihrer Töchter hatte die Idee, dass Ruth Breitenmoser bei der «Landfrauenküche» mitmachen könnte. «Ich habe die Sendung aber gar nicht gekannt, da wir auf der Alp über kein Fernsehgerät verfügen. Nach dem Studium ein paar früherer Sendungen war ich schliesslich bereit, eine Bewerbung für das <Kochen um die Wette> einzureichen. Ziemlich bald habe ich dann die Rückmeldung erhalten, dass ich eine von sieben Teilnehmerinnen – beworben haben sich mehrere Dutzend Frauen – sein würde», führt Ruth Breitenmoser weiter aus. «Eigentlich hätte sich das Fernsehteam zuerst gern die Örtlichkeit angeschaut. Aber genau zu jenem Zeitpunkt im vergangenen Winter lag so viel Schnee, dass es nicht möglich war, auf die Meiersalp zu fahren», erklärt Ruth Breitenmoser. Anschliessend habe sie je drei Varianten von Vorspeise, Hauptgang und Dessert einreichen müssen. Regional und saisonal hiessen die beiden einzigen Bedingungen. Die Entscheidung wurde dann von den Verantwortlichen der Sendung getroffen, denn es soll ja für die Zuschauer ein abwechslungsreicher Kochwettbewerb werden.

Gutes Gefühl

Nach einem «Kennenlerntag» der beteiligten Frauen in Zürich standen etwas später zwei Tage auf dem Ballenberg auf dem Programm. Dort fand das Fotoshooting statt. Ausserdem wurde bei dieser Gelegenheit die Eröffnungssequenz gedreht. Ab Anfang August wurde schliesslich gedreht. Das Aufnahmeteam trifft jeweils am Montag bei einer der Frauen auf dem Bauernhof ein und begleitet diese im Alltag mit der Kamera. Am Samstag gilt es jeweils ernst, dann müssen die Frauen etwas kochen, das von den anderen sechs Teilnehmerinnen kritisch bewertet wird. Ruth Breitenmoser war am vergangenen Samstag als fünfte von sieben Frauen an der Reihe. Und auch wenn sie nichts über den Ablauf verraten darf – sie ist sich sicher, sie würde alles noch einmal so machen, wenn sie die Wahl hätte. Sowohl bei der Menuauswahl als auch bei der Dekoration hätte sie die richtige Entscheidung getroffen, ist sie heute überzeugt. Sie habe aber in den letzten Wochen oft daran gezweifelt und sich mehrmals gefragt, ob sie noch etwas ändern solle.

Beruflicher Alltag im Fokus

Ruth Breitenmoser war froh, dass die Fernsehcrew nicht erst am Samstag zur Beobachtung ihrer Kochkünste erschienen sei, das hätte sie höchst wahrscheinlich doch etwas nervös gemacht. Da ihre Arbeit schon einige Tage im Fokus stand, habe es sie am entscheidenden Tag nicht mehr gross irritiert. Sehr gespannt sei sie aber, wie das Fernsehen ihren Alltag herüberbringe oder anders gesagt, was in der 45minütigen Sendung noch Platz habe aus einer ganzen Woche an Aufnahmezeit, hält sie fest. Eigentlich wäre anzunehmen, dass für das Fernsehteam die Aufnahmen auf der Meiersalp eine grosse Herausforderung gewesen wären. Immerhin ist das Restaurant nur zu Fuss erreichbar. Ruth Breitenmoser sagt, dass sie und ihr Mann sich dazu auch Gedanken gemacht und den Verantwortlichen den Vorschlag unterbreitet hätten, das benötigte Material mit einem Transporter auf die Meiersalp zu bringen. Diese hätten aber auf ihre Allradfahrzeuge vertraut und seien mit ihren Bussen bis zum Ziel gefahren. Einzig die «Landfrauen» hätten dann vom Laubberg her den letzten Rest des Weges unter ihre Füsse nehmen müssen.

Kleine, aber «heisse» Küche

Die eigentliche Aufgabe, das Kochen, bei dem Ruth Breitenmoser von ihrer Tochter Corinna unterstützt worden ist, sei bezüglich Temperatur die grösste Herausforderung geworden. Dass die Wirtin nur über einen Gasherd und einen einfachen Backofen verfügte – also weder auf Steamer noch auf Mikrowelle zurückgreifen konnte – war für die Köchin kein Problem. Denn das ist für sie im Sommer Gewohnheit. Problematisch sei eher gewesen, dass die Fenster hatten abgedunkelt werden müssen und damit auch keine frische Luft mehr in die kleine Küche strömen konnte. «Der Schweiss ist uns nur so runtergelaufen», erinnert sie sich an den vergangenen Samstag. Überall waren Scheinwerfer installiert, die für zusätzliche Wärme sorgten. Zudem hätte man stets achtgeben müssen, wenn man etwas holen wollte, dass man nicht über eines der vielen verlegten Kabel stolperte. Und dann standen da mit dem Redaktor und den beiden Männern, die für Bild und Ton zuständig waren, drei Leute im «Weg».

Ihre Mitbewerberinnen um die beste Landfrauenköchin konnten diesen Abend aber geniessen. Nach der Führung durch den Betrieb – Mario Breitenmoser hat neben dem Service auch diesen Part übernommen – konnten sie es sich im «Höckli» gemütlich machen und das Essen geniessen.

Ausstrahlung am 24. Oktober

Der Generator habe während der Aufnahmen genügend Strom für die vielen Scheinwerfer geliefert. «Erst als ich noch die Geschirrspülmaschine in Betrieb nehmen wollte, hat er schlappgemacht», erzählt Ruth Breitenmoser lachend.

Nun kann sich die Meiersalp-Wirtin an den nächsten beiden Samstagen zurücklehnen und das Essen bei den letzten Teilnehmerinnen geniessen. Bis sie und die Zuschauer aber sehen, was die Fernsehcrew aus den gemachten Aufnahmen gezaubert hat und ob die Werte, die ihr beim Leben auf der Alp wichtig sind, auch so wiedergegeben werden, muss sie sich noch etwas gedulden. Die Sendungen werden vom 26. September bis zum 8. November wöchentlich am Freitagabend um 20.05 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt. Ruth Breitenmoser und die Meiersalp stehen am 24. Oktober im Mittelpunkt.

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