Versorgungsregion Säntis: Innerrhoder Sozialdemokraten fordern die Regierung per Offenem Brief mit Fragen heraus

An der Landsgemeinde kommt die Initiative «Versorgungsregion Säntis» der SP AI zur Abstimmung. Im Vorfeld verlangt die Partei in einem Offenen Brief von der Regierung Antworten auf einige Fragen.

Karin Erni
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Das Spital Appenzell soll neu gebaut werden.  Bild: Ralph Ribi

Das Spital Appenzell soll neu gebaut werden.  Bild: Ralph Ribi

Die Sozialdemokratische Partei von Appenzell Innerrhoden (SP AI) hat letztes Jahr eine Initiative zur Gründung der «Versorgungsregion Säntis» lanciert. Durch gezielte Zusammenarbeit der drei Kantone sollen Kosten im Gesundheitswesen gespart werden. Der Innerrhoder Grosse Rat lehnte das Begehren im letzten Herbst einstimmig ab und schickte es ohne Gegenvorschlag vor die Landsgemeinde.

Nun fordert die SP AI von der Standeskommission in einem Offenen Brief Antworten auf mehrere Fragen. So werde im Landsgemeindemandat von den schweizweit tiefsten Gesundheitskosten gesprochen. Aktuellste öffentliche Zahlen zeigten jedoch ein anderes Bild:

«Wir haben zwar die landesweit niedrigsten Krankenkassenprämien. Doch in unserem Kanton ist die Finanzierung des Gesundheitswesens mit Staatsfinanzen derart hoch, dass wir hinter Zug und Nidwalden nur das drittgünstigste ausgewiesene Gesundheitskostenniveau pro Einwohner aufweisen.»

Weiter bemängelt die Partei, dass knapp die Hälfte der Gesundheitskosten gar nicht erfasst würden. Darunter fallen beispielsweise Selbstbehalte, Krankenkassen-Franchisen, Kosten für Alternativmedizin oder Auslagen in Apotheken und Drogerien. «Wann erfassen Sie auch diesen grossen Anteil und schaffen so die volle Kostentransparenz, wie es der Kanton Waadt bereits vormacht?», fragt die SP AI.

Weiter will sie wissen, warum die Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen im Gesundheitsbereich von der Regierung als gut bezeichnet werde, wenn sich in den drei Säntiskantonen 15 Spitäler und Kliniken auf engstem Raum um Implantationen künstlicher Hüft- und Kniegelenke konkurrenzierten. Mindestens 15 Radiologieinstitute böten Untersuchungen mit sehr teuren MRI-Geräten an.

«Mit diesem ‹Rüstungswettlauf› verschleudern wir viel Geld!»

 Wenn es die Regierung mit dem Sparwillen ernst meine, brauche es eine gezielte überregionale Zusammenarbeit und die volle Kostentransparenz. «Mit einem Ja zur Initiative können wir den Weg im Gesundheitswesen weiterhin selber mitbestimmen. Oder lassen Sie zu, dass weiterhin unnötig Geld verschwendet wird, und warten ab, bis uns der Bund zum Sparen zwingt?»

Die Innerrhoder Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler wollte am Dienstag keine Stellung zu den Fragen nehmen.