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ABWÄGEN: Eine Haltung ist gefragt

Im Appenzellerland prallen verschiedene Interessen aufeinander. Akteure aus der Landwirtschaft, der Jagd und dem Tourismus diskutierten über gemeinsame Lösungen.
Martin Brunner
Heinz Nigg, Walter Zellweger, Josef Schmid und Ueli Nef befassten sich mit den unterschiedlichen Interessen im Appenzellerland. (Bild: MBR)

Heinz Nigg, Walter Zellweger, Josef Schmid und Ueli Nef befassten sich mit den unterschiedlichen Interessen im Appenzellerland. (Bild: MBR)

Martin Brunner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Landwirtschaft, Forst und Wald, Jagd sowie Tourismus – sie alle haben im Appenzellerland einen hohen Stellenwert. Ihre Unterschiedlichkeit bringt es aber mit sich, dass die Interessen zum Teil vollkommen konträr verlaufen. Lösungsmöglichkeiten diskutierten die Exponenten an der Wintertagung Ostschweiz des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes auf dem Hohen Hirschberg.

«Viele Landwirte sind auf die Alpwirtschaft angewiesen, damit sie ihre Futtergrundlage verbessern können», sagte der Landeshauptmann AI Stefan Müller aus Sicht der Alpwirtschaft. «Sie pflegen aber auch die Weiden, die das Markenzeichen des Appenzellerlandes sind.» Dieses saubere, oft fast idyllische Landschaftsbild haben in den letzten Jahren aber immer mehr Touristinnen und Touristen entdeckt. Tendenz: weiterhin steigend. Allein die Zahlen der Beförderungen auf die Ebenalp sprechen eine deutliche Sprache. Sie stieg von rund 180000 im Jahr 2011 auf fast 250000 Personen im Jahr 2016. «Unsere Idee ist es, diesen Gästen Natur und Kultur mit Qualität zu bieten», sagte Josef Schmid, Präsident des Verwaltungsrates der Ebenalpbahn. «Erlebte Landwirtschaft, gelebte Alpwirtschaft und Gastwirtschaft sind dabei zentral. Die Alpbewirtschaftung bildet somit die Grundlage für den Tourismus im Alpstein.» Schmid verhehlte nicht, dass dies auch mit Arbeit verbunden ist. Deshalb war für ihn klar, dass die Alpwirtschaft finanziell einen Nutzen haben muss. «Unser Ziel ist, dass wir eine gemeinsame Haltung entwickeln und ein gemeinsames Paket anbieten, damit alle vom Tourismus profitieren.» Diese gemeinsame Haltung verfolgt auch Ueli Nef, Wildhüter AI. Sein Projekt «Wald und Hirsch» bezog sich vor allem auf das Weissbachtal und hat die Jäger, Waldbesitzer, Bauern und Touristiker einbezogen. «Wir entwickelten unser Konzept offen, mit transparenter Kommunikation und lösungsorientiert», sagte er. «Gemeinsam lancierten wir Massnahmen und setzten einen Teil davon auch bereits um.» Mit dem Erfolg ist Nef zufrieden. Die Abschussplanung wurde erfüllt. Er hat es sogar geschafft, eine Bewilligung für Abschüsse im Jagdbanngebiet zu erhalten. Für die Zukunft ist ihm wichtig, dass sich alle bewegen, damit die Lebensraumqualität erhalten werden kann.

Die Herausforderungen des Waldes

Die Interessen des Waldes vertrat Heinz Nigg, Oberförster AR. Er erwähnte die Weide mit einzelnen Bäumen und Sträuchern als prägendes Element im Sömmerungsgebiet, das erhalten werden müsse. «Eine Herausforderung ist oft auch die Trennung von Wald und Weide», sagte er. «Deshalb lohnen sich frühzeitige Absprachen bei der Zaunführung mit dem Forstdienst.» Er wies auf die Möglichkeit von Waldreservaten hin, die finanziell unterstützt würden. Sorgen bereitet ihm aber der Tourismus in sensiblen Lebensräumen. «Er überlagert Wald-, Natur- und alpwirtschaftliche Interessen, ist aber gleichzeitig nur schwer beeinflussbar.»

Nicht zuletzt erzählt der Praktiker und Senn, Walter Zellweger, dass er auf seiner Alp am Kronberg mit vielen Touristen konfrontiert ist. Er erlebe diese grundsätzlich positiv. Das hänge damit zusammen, dass er viel Entgegenkommen zeigt und für Ordnung sorgt. Einen kleinen Profit erzielt er damit, indem seine Frau Milch verkäst und den Käse verkauft.

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