Abstimmungsvorlage
Nach dem gescheiterten Projekt mit der Fortimo: Lutzenberg stimmt erneut über das Seniorenwohnheim Brenden ab

Die Stimmberechtigten in der Vorderländer Gemeinden entscheiden am 28. November, ob der bestehende Standort weiterhin für ein Pflegeheim genutzt werden soll. Der Gemeinderat reagiert damit auf die Abstimmungsniederlage vom März.

Jesko Calderara
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Weil die Infrastruktur des Seniorenwohnheims Brenden veraltet ist, läuft die Betriebsbewilligung 2025 ab.

Weil die Infrastruktur des Seniorenwohnheims Brenden veraltet ist, läuft die Betriebsbewilligung 2025 ab.

Bild: David Scarano
Rudolf Gantenbein ist Gemeindepräsident von Lutzenberg.

Rudolf Gantenbein ist Gemeindepräsident von Lutzenberg.

Bild: DSC

Seit Jahren sucht die Gemeinde Lutzenberg nach einer Lösung für die Zukunft des Seniorenwohnheims Brenden. Dessen Betriebsbewilligung läuft aufgrund der veralteten Infrastruktur 2025 ab. Nun werden sich die Stimmberechtigten am 28. November erneut zu diesem Thema äussern können. Konkret möchte der Gemeinderat klären, ob in Zukunft am Standort Brenden weiterhin altersgerechtes Wohnen und ein Pflegeheim erhalten bleiben sollen. «Die Gegner des Projekts mit der Fortimo warfen uns vor, diese Grundsatzfrage nie geklärt zu haben», sagt Gemeindepräsident Rudolf Gantenbein.

Rückblick: Im März wurde der Baurechtsvertrag mit der Fortimo AG abgelehnt. Das St.Galler Unternehmen wollte in Lutzenberg 18 Alterswohnungen sowie ein neues Pflegeheim mit 19 Plätzen bauen und betreiben. In früheren Jahren sind zudem Optionen mit den Nachbargemeinden Thal und Walzenhausen gescheitert.

Pflegeabteilung für 19 Personen geplant

Der Gemeinderat musste nach dem Nein an der Urne über die Bücher. Er will nun «Schritt für Schritt vorgehen», wie es Gantenbein formuliert. Unterdessen sind viele Varianten geprüft worden, welche auch im Mitwirkungsverfahren den Einwohnerinnen und Einwohnern kürzlich während einer Umfrage offengelegt wurden. Über 300 Rückmeldungen sind eingegangen, rund 80 Prozent davon mit positivem beziehungsweise kritisch-positivem Inhalt, was den Gemeindepräsidenten freut. Eine Arbeitsgruppe hat die Beiträge ausgewertet und analysiert. Die Unterlagen und Informationen, welche auf der Mitwirkungsplattform zu diesem Thema einsehbar waren, können nun auch auf der Website unter www.lutzenberg.ch in der Rubrik Verwaltung/Publikationen/Mitwirkung «Seniorenwohnheim Brenden» heruntergeladen werden.

Als Grundlage für die anstehende Grundsatzabstimmung dient der Sondernutzungsplan, der bereits 2020 während der Vorbereitungen zum Baurechtsvertrages zur Vorprüfung beim Kanton war. Dieses separate Verfahren wurde aufgrund des Abstimmungsresultates gestoppt und wird erst nach einer Zustimmung weiterbearbeitet. Geplant ist eine Überbauung mit 18 hindernisfreien Wohnungen, eine Tagesstruktur für zehn Personen und eine Pflegeabteilung für 19 Personen sowie verschiedene Dienstleistungen des täglichen Bedarfs älterer Menschen.

Bei einem Nein ist das Thema Wohnen im Alter vom Tisch

Den Lutzenberger Stimmberechtigten wird am 28. November noch eine Zusatzfrage vorgelegt: Sofern sie sich grundsätzlich für ein Pflegeheim im Brenden aussprechen, muss geklärt werden, ob das Areal verkauft oder allenfalls im Baurecht abgegeben werden soll. Ein Investor für das Projekt ist noch nicht bestimmt. Eines steht gemäss Gantenbein aber fest: Die Gemeinde würde weder als Bauherrin noch als Betreiberin auftreten. Der Gemeindepräsident gibt zu bedenken:

«Bei der geplanten Grösse braucht es aus wirtschaftlichen Gründen zwingend Synergien mit anderen Heimen.»

Fällt die Entscheidung in sieben Wochen negativ aus, ist das Thema Wohnen im Alter in Lutzenberg wohl vom Tisch. Zwar sind Gemeinden für die Sicherstellung der Versorgung mit Alters- und Pflegeheimen zuständig. Da Lutzenberg zur Trägerschaft des Betreuungs-Zentrums Heiden gehört, erfüllt sie diesen gesetzlichen Auftrag bereits.

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