ABSTIMMUNG
Sanierung Hallenbad Speicher: Vorprojekt sieht Planschbecken und Cafeteria vor

Das Vorprojekt für die Erneuerung des Hallenbades Buchen in Speicher liegt vor. Würde das Bad lediglich saniert werden, kostet dies die Gemeinde 6,93 Millionen Franken. Doch dem Gemeinderat schwebt einen Mehrwert vor: Er sähe es gerne, wenn noch eine Cafeteria und ein Planschbecken realisiert werden.

Astrid Zysset
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Als Mehrwert taxiert der Gemeinderat eine Cafeteria wie auch einen Anbau, in welchem Technikraum und ein Planschbecken untergebracht würden.

Als Mehrwert taxiert der Gemeinderat eine Cafeteria wie auch einen Anbau, in welchem Technikraum und ein Planschbecken untergebracht würden.

Visualisierung: PD

Das 1978 eröffnete Hallenbad Buchen in Speicher muss saniert werden. Doch dabei soll es nicht bleiben. Wie Gemeinderätin Claudia Neff Koller, Ressort Bau und Umwelt, an der öffentlichen Veranstaltung «Forum» am Donnerstagabend im Buchensaal erläuterte, strebe der Gemeinderat einen Mehrwert an. «Die Auswahl an möglichen Zusatznutzen war aufgrund der Kosten und der beengten Platzverhältnisse nicht gross», so Neff Koller. Rutschbahnen, ein Wellnessbereich wie auch ein Aussenbecken seien geprüft, schliesslich aber verworfen worden. Als «schöne und realistische Ergänzung» zum bestehenden Angebot erschienen ein Planschbecken und eine Cafeteria.

Die Cafeteria würde im Bereich der jetzigen Bistroecke entstehen. Diese erfreue sich heute bereits grosser Beliebtheit und hätte sich zu einem Treffpunkt entwickelt, so die Gemeinderätin weiter. Das Planschbecken würde derweilen in einem kleinen Anbau untergebracht werden; direkt über dem neuen Technikraum. Mit der vorgeschlagenen Ergänzung würden vor allem Familien und Senioren angesprochen. Diese gelten als grösste Besuchergruppen im Buchen. Der Gemeinderat hofft dementsprechend, nach dem Umbau mehr Eintritte verzeichnen zu können.

Rund um das Planschbecken sind beheizte Sitzmöglichkeiten vorgesehen.

Rund um das Planschbecken sind beheizte Sitzmöglichkeiten vorgesehen.

Visualisierung: PD

Grobkostenschätzung wird bestätigt

Im Rahmen einer Grundsatzabstimmung sagten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vergangenen September Ja zur Sanierung des in die Jahre gekommenen Hallenbades. Damals wurde aufgrund zweier unabhängiger Expertisen ein grober Kostenrahmen von sechs bis sieben Millionen Franken angegeben. Eine Schätzung, welche das Ingenieurbüro Hunziker Betatech AG aus Winterthur, welche das Vorprojekt ausgearbeitet hat, nun bestätigt. Das Unternehmen geht von Kosten von
6,93 Millionen Franken für die Sanierung des Bades aus. Für den Zusatznutzen würden weitere 810000 Franken zu Buche schlagen.

Brandschutzauflagen auch für den Buchensaal

Die Sanierung selbst beinhaltet vor allem einen behindertengerechten Umbau, eine Baugrundprüfung wie auch die Entfernung von Schadstoffen wie Asbest. Weiter ist vorgesehen, die Duschen und die sanitären Anlagen zu ersetzen, und die Wasseraufbereitung wie auch die Desinfektion auf den neuesten Stand zu bringen. Aufwendig gestaltet sich die Erfüllung der neuesten Brandschutzauflagen. Da sich jene über das gesamte Gebäude erstrecken, haben sie ein Parallelprojekt ausgelöst. So muss für den Buchensaal, welcher sich im Obergeschoss befindet und eigentlich erst kürzlich saniert wurde, ein Nutzungskonzept erstellt werden, das Aussagen zur Statik, den Fluchtwegen und den Notausgängen macht.

Abstimmung ist am 13. Juni

Am 13. Juni befindet die Stimmbevölkerung an der Urne über die beiden vorgelegten Varianten: Über die reine Sanierung, wie auch über den Vorschlag mit Zusatznutzen. Das präferierte Projekt wird anschliessend im Detail ausgearbeitet, sodass ein halbes Jahr später das Baugesuch eingereicht werden kann. Mit einer Bauzeit von 15 Monaten wird gerechnet. Im Herbst 2023 würde das neue Hallenbad dann Wiedereröffnung feiern.

Gemeinderat erachtet Investition als verkraftbar

Für die Gemeinde Speicher ist die Sanierung des 43-jährigen Hallenbades ein grosser Lupf. Wie Neff Koller am Donnerstagabend betonte, sei die Investition zu verkraften. Eine Steuererhöhung könne zwar nicht ausgeschlossen werden, sei aber für den Gemeinderat das allerletzte Mittel, zu welchem er greifen werde, versprach sie. Der Betrag, welcher zur Sanierung aufgeworfen werden müsste, gab wider Erwarten kaum Anlass zu Diskussion anlässlich des Forums. Angeregt wurde der Einbau eines verstellbaren Bodens, mit welchem die Nutzung des Planschbeckens vielseitiger wäre. Doch Gemeindepräsident Paul König versicherte, dass diese Idee geprüft wurde, jedoch technisch nicht umsetzbar wäre. Dafür müsste der Technikraum versetzt werden. Das wiederum liessen die Platzverhältnisse nicht zu. Auch Mieteinnahmen durch externe Partner, wie vom Publikum empfohlen wurde, könnten deswegen nicht generiert werden. Selbst der Vertrag mit Mikrofit, welche bislang Kurse im Untergeschoss des Hallenbades anbot, könne nicht verlängert werden.