ABSTIMMUNG
Investitionskredit kommt an die Urne: Teufen plant, sein Abwasser nach St.Gallen umzuleiten

In der ARA Au in St.Gallen soll künftig auch das Abwasser der Gemeinden Hundwil, Stein und Teufen gereinigt werden. In letzterer Gemeinde wird am 7. März über den entsprechenden Investitionskredit abgestimmt. Wird er abgelehnt, könnte es für Teufen noch teurer werden.

Astrid Zysset
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Sollte die Teufner Stimmbevölkerung den Anschluss an St.Gallen gutheissen, würde die ARA Au baulich noch etwas angepasst werden.

Sollte die Teufner Stimmbevölkerung den Anschluss an St.Gallen gutheissen, würde die ARA Au baulich noch etwas angepasst werden.

Bild: Benjamin Manser

8,17 Millionen Franken umfasst der Investitionskredit, über welchen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Teufens am 7. März an der Urne befinden werden. Das Geld würde in die Neukonzeption des Abwassers investiert. Geplant ist, dass es zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) Au in St.Gallen umgeleitet wird. Die bestehende ARA Mühltobel in Teufen müsste hierfür zu einem Pumpwerk und einem Rückhaltebecken umgebaut werden, Leitungen bis zum Anschluss ans städtische Abwassernetz, Pumpwerke sowie mehrere Rückhaltebecken würden erstellt.

Gemeinderat Peter Renn, Leiter Ressort Umwelt, bezeichnete dieses Vorhaben an der vergangenen öffentlichen Orientierungsversammlung am Donnerstagabend als «zeitgemässen Schritt». Auch aus ökologischer Sicht. Denn in der ARA Au würden ab 2035 Mikroverunreinigungen entfernt werden können. Für die ARA Mühltobel ist der Einbau dieser Reinigungsstufe sehr teuer, da die Anlage aufgrund ihrer Grösse keine Bundesgelder erhalten wird.

Handlungsbedarf bei der ARA Mühltobel ist ausgewiesen

Bislang wird das Abwasser der Gemeinde Teufen in der ARA Mühltobel gereinigt. Die Anlage ist allerdings in die Jahre gekommen. 1969 wurde sie in Betrieb genommen; 1983 schloss sich die Gemeinde Stein an. Zwar wurde die ARA 1989 grundlegend saniert und ausgebaut, doch gilt die Infrastruktur mittlerweile als veraltet. Die Abwasserwerte sind gemäss Renn «nicht mehr zufriedenstellend». Um die Reinigungsverfahren anzupassen, bedarf es grosser baulicher Veränderungen. Heisst unter dem Strich: Die ARA Mühltobel müsste umgebaut werden.

Vorvertrag mit St.Gallen besteht

Dieses Problems bewusst, hat sich der Teufner Gemeinderat schon früh nach einer Lösung umgesehen. 2008 unterzeichnete er in St.Gallen eine Absichtserklärung. Deren Inhalt: In 15 bis 20 Jahren soll das Abwasser von Stein und Teufen in der ARA Au St.Gallen gereinigt werden. 2016 wurde ein entsprechender Vorvertrag samt Kostenteiler aufgesetzt. Für Renn hat den Anschluss an St.Gallen grosse Vorteile: Die Betriebssicherheit sei in grösseren Anlagen besser gewährleistet. Auch würde das Wasser besser gereinigt werden. Das bestätigte am Donnerstagabend auch Michael Stern, Betriebsleiter der ARA Mühltobel. Er geht davon aus, dass die Gewässerbelastung nach dem Anschluss um 50 Prozent zurückgehen wird.

Ein «Nein» würde die Teufner mehr kosten

Für den Anschluss an St.Gallen wie auch die damit verbundenen Investitionen von 8,17 Millionen Franken bedarf es der Zustimmung an der Urne. Überwiegt jedoch der Nein-Stimmen-Anteil, müsste Teufen die ARA Mühltobel umbauen. Wie teuer das werden wird, ist noch offen. Ein Bauprojekt liegt nicht vor. Gemäss Gemeindepräsident Reto Altherr würden jene Investitionen aber bedeutend höher ausfallen als diejenigen, welche für den Anschluss mit St.Gallen erforderlich wären.

Nebst dem Abwasser aus Teufen und Stein würde auch dasjenige aus Hundwil nach St.Gallen gepumpt. Den Umbau ihrer ARA Schmitte zu einem Pumpwerk hiess die Hundwiler Stimmbevölkerung bereits vergangenes Jahr gut.