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ABSTIMMUNG: Bauliche Massnahmen sind zwingend

In Ebnat-Kappel befindet das Stimmvolk am 21. Mai über einen Neubau des Pflegeheims im Wier. Schlechte Bausubstanz und veränderte Pflegebedürfnisse bei den Bewohnern zwingen die Gemeinde zum Handeln.
Sabine Schmid
Das Projekt «Weite und Nähe» ging als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervor. (Bild: Visualisierung: PD)

Das Projekt «Weite und Nähe» ging als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervor. (Bild: Visualisierung: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Der Abstimmung für den Neubau des Pflegeheims in Ebnat-Kappel gingen langjährige Abklärungsarbeiten voran. Man könne das jetzige Alters- und Pflegeheim nicht für sich alleine betrachten, sondern müsse mehrere Aspekte wie die Wohnsituation im Alter und die geänderten Bedürfnisse der Bewohner in alle Überlegungen einbeziehen, sind sich ­Gemeindepräsident Christian Spoer­lé und Heimleiter Daniel Thoma einig. Und noch in einem Punkt herrscht Übereinstimmung: Es besteht Handlungsbedarf, und zwar jetzt.

Vor 43 Jahren sind die ersten Bewohner ins Alters- und Pflegeheim Wier eingezogen. 1989 wurde die Gebäudehülle saniert, in den Jahren 2005 bis 2007 erfolgte eine Teilerneuerung in den Häusern A und B, dem heutigen Pflegeheim. Eine Sanierung des Hauses C, des sogenannten Altersheimtrakts, lehnte das Stimmvolk damals ab. Eine Konsequenz davon sei, dass gerade in diesem Teil die Bausubstanz in einem schlechten Zustand sei, erklärt Christian Spoerlé. Aus heutiger Sicht könne man dem damaligen Nein viele gute Seiten abgewinnen, meint Daniel Thoma. Denn eine Trennung zwischen Alters- und Pflegeheim sei heute aus pflegerischer Sicht sinnlos. «Die Menschen bleiben heute, auch dank dem Ausbau der ambulanten Pflege und Betreuung, zum Beispiel durch die Spitex, länger zu Hause; sie kommen also erst zu uns ins Heim, wenn sie vermehrt auf Pflege angewiesen sind», sagt Daniel Thoma. Aus diesen Überlegungen heraus hat die Heimkommission, in der sowohl Daniel Thoma als auch Christian Spoerlé sitzen, beschlossen, einen Neubau des Pflegeheims ins Auge zu fassen.

Einstimmig für Wettbewerbsgewinner

Um ein gutes Projekt zu erhalten, schrieb die Gemeinde Ebnat-Kappel einen Architekturwettbewerb aus. Gesucht war ein Pflegeheim mit 90 Betten, das auf der Parzelle des heutigen Haus C im Wier gebaut wird. Von Anfang an war klar, dass die Zufahrt und die Parkplatzsituation verbessert werden müssen. «Wir wollten den Betrieb des neuen Pflegeheims komplett vom jetzigen Pflegeheim trennen», sagt Daniel Thoma. Denn: Die heutigen Häuser A und B sollen abgekoppelt und verkauft werden. Es sei von den betrieblichen Abläufen her bedeutend einfacher, wenn das Pflegeheim konzentriert in einem Gebäude sei. 109 Architekturbüros aus ganz Europa interessierten sich für die Teilnahme am Wettbewerb. Schliesslich hat die Heimkommission 12 Büros eingeladen, ein Projekt einzureichen. «Wir waren überrascht über die unterschiedlichen Lösungsvorschläge der Architekten», zieht Christian Spoerlé Bilanz. Schliesslich hat man sich aber einstimmig für das Projekt des Zürcher Büros Zach + Zünd Architekten mit Lenka Gmucova und dem Landschaftsarchitekten Lorenz Eugster ausgesprochen. Zum einen würden die kurzen Wege optimale Betriebsabläufe ermöglichen, zum anderen passe sich der Neubau in die Landschaft ein, so zwei der ausschlaggebenden Kriterien. Daniel Thoma und Christian Spoerlé sind sich bewusst, dass es noch Projektanpassungen geben wird. Das Gebäude werde sich nicht mehr wesentlich von den bekannten Plänen unterscheiden.

Heimkosten steigen nur wenig

Der Ausführungskredit, über den das Stimmvolk am 21. Mai abstimmt, beträgt 38 Millionen. Das, betont Christian Spoerlé, sei der Maximalbetrag, darin seien die Margen für die Ungenauigkeiten, die in diesem Projektstadium auftreten, bereits enthalten. Es sei aber nicht nur die Gemeinde, die für diese Summe aufkommen müsse. «Auf die Politische Gemeinde entfallen schliesslich acht Millionen Franken», sagt der Gemeindepräsident. Der Grossteil, sprich rund 30 Millionen, wird durch die Alters- und Pflegeheime finanziert. Diese verfügen aktuell über Liquiditätsreserven von sechs Millionen Franken. Die Gebäudereserven von 5,5 Millionen Franken werden aufgelöst. Der Rest müsse fremdfinanziert werden, sagt Daniel Thoma. Die jährliche Belastung sei aber tragbar, ohne dass die Bewohner des Heimes wesentliche Mehrkosten erfahren würden. Bei den Pflegeleistungen seien die Tarife nicht von Ebnat-Kappel gemacht, erklärt Daniel Thoma. Die Beherbergungskosten würden jedoch für die einzelnen Personen leicht ansteigen. Begründet wird dies vorwiegend damit, dass der weitaus grösste Teil der Zimmer zukünftig aus Einzelzimmern und nicht mehr aus Mehrbettzimmern bestünde.

Einen Beitrag an die Baukosten erhofft sich die Heimkommission auch durch den Verkauf der Häuser A und B. An wen die Gebäude verkauft werden sollen und was daraus entstehen wird, ist noch offen. Während der Bauzeit, voraussichtlich mindestens bis ins Jahr 2021, wird der Pflegeheimbetrieb in den Häusern A und B weiterhin aufrechterhalten. Es sei in ihrem Sinne, wenn danach dort ein Angebot als Ergänzung des Pflegeheims, beispielsweise für Wohnen im Alter, entstehen könnte, sagt Christian Spoerlé.

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