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Abstieg nein, Aufstieg wohl ja

Seniorenfussball ist, wenn sich Ehrgeiz, Geselligkeit und Personalnot mischen. Speicher und Teufen stellen eine Spielgemeinschaft; Appenzell und Herisau absolvieren heute ein Derby mit unterschiedlicher Ausgangslage.
Lukas Pfiffner
Peter Eugster in einem Vorbereitungsspiel 2004, kurz nach seiner Rückkehr nach Herisau. (Bild: pf)

Peter Eugster in einem Vorbereitungsspiel 2004, kurz nach seiner Rückkehr nach Herisau. (Bild: pf)

fussball. Marco Pellegatta, Seniorenobmann des FC Teufen, schreibt auf der Homepage des Vereins: «Als Grundvoraussetzung muss man mindestens im 32. Lebensjahr sein, Freude und einen Grundstock an Fussballkenntnissen haben. Danach sollte man den Trainingsabend freihalten, was nicht jedem gleich gut gelingt. Ursachen sind Championsleague-Abende, das schlechte oder das schöne Wetter. Nicht zu vergessen sind die unzähligen Überstunden, die nie endenden Weiterbildungen und kleinere oder grössere Blessuren. (…) Vor den Spielen ist der Trainer meist froh, wenn er zwölf oder dreizehn willige Senioren aufbieten kann. Wie der Fitnessstand ist, wird schnell zur Seite geschoben.» Die Senioren aus Teufen haben sich vor einigen Jahren mit jenen des FC Speicher zusammengeschlossen, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können. In der regionalen Meisterschaft belegt Teufen-Speicher Platz sieben unter neun Mannschaften. Noch einen Rang dahinter liegt Appenzell. Nein, sagt der Innerrhoder Torhüter Guido Signer, einen Absteiger gebe es nicht. «Trotzdem haben wir keine Freude an der Situation. Die Resultate sind aber zum Teil verständlich: Wir sind im Vergleich mit den meisten Gegnern überaltert.» Er selber ist 41 Jahre alt und könnte wie einige Kollegen schon bei den Veteranen spielen. «Aber dann hätte Appenzell keine Seniorenmannschaft mehr.»

Härtere Konkurrenz

Tabellenführer Herisau weist vergleichsweise komfortable Bedingungen auf. Rund 25 Namen umfasst das Kader, darunter mit Peter Eugster einen Spieler mit langjähriger Oberliga-Erfahrung. Anders als früher spielt er offensiv hinter den Spitzen. Mit dem damaligen NLA-Verein Wil wurde er 2004 Cupsieger, ehe er sich seinem Stammverein anschloss. Hatte Eugster in den letzten zwei Aktivjahren als Captain des FCH vor allem Niederlagen (und zwei Abstiege) einzustecken, gewinnt er mit den Senioren nun praktisch immer. Ein Unentschieden gab es bei acht Siegen. Langeweile komme nicht auf, sagt er. «Richtig hohe Resultate sind nicht die Regel.» Demnächst muss der Verein mitteilen, ob er in die Meisterklasse aufsteigen würde. «Die Tendenz deutet auf einen positiven Entscheid», meldet Seniorenobmann Ernst Ryser. Ein Aufstieg würde nicht weitere Reisen mit sich bringen, aber härtere Konkurrenz. «Wenn der Grossteil zusammenbleibt, macht ein Aufstieg Sinn», ergänzt er. Natürlich liege die Priorität nicht mehr beim Fussball, sondern bei der Familie und dem Beruf, sagt Peter Eugster. Er ist Vater einer Tochter, in St. Gallen wohnhaft und in Winterthur bei einem bedeutenden Versicherungskonzern angestellt. Er sei vom Niveau bei den Senioren überrascht worden, erzählt er. Und trotz des kollegialen Aspekts und des Zusammensitzens nach dem Training (Dienstag) oder Spiel (meist Freitag) sei man durchaus mit Ehrgeiz bei der Sache.

Das Ziel im Ziel

Die Partie zwischen Appenzell und Herisau wurde kurzfristig vom vergangenen Freitag auf heute Dienstag (20.30 Uhr) verschoben. «Wir hatten Angst vor Herisau», scherzt Guido Signer. In Wahrheit war die Personaldecke bei den Innerrhodern zu dünn. Man habe keinen Forfait-Sieg gewollt, erklärt Ernst Ryser, und deshalb einer Verschiebung im Sinne des Sportes zugestimmt. Das Hinspiel endete 1:8. Guido Signers Ziel heute abend auf dem Sportplatz Ziel? «Als Team ehrenvoll abzuschneiden», sagt er. Und persönlich? «Dass Costa Simoglou kein Tor schiesst.» Dieser war (mit Vorname Konstantin oder Koni) zwischen 1996 und 1999 schon Stürmer mit Torinstinkt und sein Teamkollege in Herisaus erster Mannschaft während Signers Ausserrhoder «Exil».

«Die den Verein mittragen»

Guido Signer hat im Vorstand des FCA das Ressort Kinderfussball unter sich. Als Senior geordnet Fussball spielen zu dürfen, bedeutet auch, Teil eines Gesamtvereins zu sein, Funktionärsämter innezuhaben. Signer: «Das sind die Leute, die den Verein mittragen.» Senioren braten zum Beispiel am Grümpelturnier ihres Vereins Würste, trainieren Junioren und sind am Grümpelturnier als Schiedsrichter tätig. Oder sie stellen vor Heimspielen der ersten Mannschaft Werbetransparente auf: Vor zwei Wochen war Costa Simoglou damit beschäftigt, und als FCH-Trainer Fabinho auf seinen Trainer-Vorgänger der ersten Mannschaft aufmerksam wurde, geizte er nicht mit Lobesreden für dessen körperliche Aktivität. Simoglou nahm die Sprüche mit Humor entgegen und freute sich darüber, dass er selber spielfrei war. «Bei den Senioren kannst du am Offa-Wochenende keine Partien ansetzen.» Damit der Geselligkeit auch offiziell Rechnung getragen werde.

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