Abschied vom «Olymp»: 71 Maturandinnen und Maturanden schliessen die Kantonsschule Trogen ab 

71 Lernende der Kantonsschule Trogen haben am Mittwochabend ihr Maturazeugnis erhalten. Spitzenergebnisse erzielten ausschliesslich Frauen.

Claudio Weder
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Rektor Marc Kummer, Nadine Küng, Salome Elser, Jennifer Kaiser, Agata Bukowska und Prorektorin Daniela Weber-Klose. (Bild: Claudio Weder)

Rektor Marc Kummer, Nadine Küng, Salome Elser, Jennifer Kaiser, Agata Bukowska und Prorektorin Daniela Weber-Klose. (Bild: Claudio Weder)

Das Motto der diesjährigen Maturafeier der Kantonsschule Trogen, «Olymp(i)adé», brachte wohl nicht nur Rektor Marc Kummer ins Grübeln. «Was wollen Sie, liebe Maturandinnen und Maturanden, uns damit sagen?», so die Ausgangsfrage seiner Rede. Die Lösung des Rätsels folgte unverzüglich: Erst auf den zweiten Blick werde klar, dass sich in dieser Wortkonstruktion keine rätselhafte Mitteilung aus der Antike verberge, sondern ein vieldeutiger Abschiedsgruss.

«Die drei Begriffe passen sehr gut zur Kantonsschule und zur Ausbildung», sagte Kummer und verwies auf den vierjährigen Zeitraum zwischen zwei Olympiaden, der genau gleich lange dauert wie eine gymnasiale Matura. «In dieser Zeit wird trainiert, werden Vorausscheidungen durchgeführt, sind Wettbewerbe zu bestehen. Und zum Schluss folgen die ‹olympischen Spiele›, die Maturaprüfungen.»

Vier Maturandinnen erhalten «Ehrenmedaillen»

Für 71 von 72 Maturae und Maturi ging dieser olympische Zwölfkampf, wie ihn Kummer nennt, erfolgreich aus. Am Mittwochabend nahmen sie in der Kirche Trogen unter Beisein von Landammann Alfred Stricker und weiteren Vertretern der Politik ihre wohlerkämpften «Medaillen» entgegen.

Zudem wurden die besten Leistungen speziell ausgezeichnet. Das Auffällige dabei: Die Ehrenmedaillenträger sind ausschliesslich weiblich. Salome Elser aus Waldstatt erzielte mit Note 5.69 das beste Maturitätsergebnis der Abteilung Sprachen. Agata Bukowska aus Heiden schloss mit 5.73 als beste Maturandin der Abteilung Mathematik ab. Im selben Zug wurden auch die besten Aufsätze prämiert. Preisträgerinnen sind Nadine Küng, Salome Elser und Jennifer Kaiser.

Die «Götter» verlassen ihr Quartier

Mit «Olymp» ist im Weiteren auch das – so Kummer – «etwas seltsame Gebäude auf dem Campus der Kantonsschule» gemeint. Der Ort, wo das Erdgeschoss den Abschlussklassen vorbehalten sei. Nun ziehen sie aus, die Bewohnerinnen und Bewohner des «Olymp», die an diesem Ort so etwas wie Götter waren.

Ihre Freude darüber, oben auf dem Gipfel angekommen zu sein, brachten die Maturanden Sebastian Egli und Moritz Holderegger in ihrer Abschiedsrede zum Ausdruck. Die «Aussicht» über das, was nun hinter ihnen liege, stimmte die beiden wehmütig. Trotzdem verharrten sie nicht in nostalgischen Schwelgereien: Vom Gipfel des «Olymp» gelte der Blick von nun an auch den neuen Horizonten, die vor ihnen lägen. «Für heute ‹kummert› uns nichts mehr. Olymp, Adé.»