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ABSCHIED: Vom Erstklasshotel zum Gasthof

Ende Woche gehen Frieda und Kurt Scheiwiller vom Landgasthof Ochsen, Sidwald, in Pension. Während 38 Jahren kümmerten sie sich mit vollem Einsatz um das Wohl der Gäste.
Sabine Schmid
Kurt und Frieda Scheiwiller führten während 38 Jahren den Landgasthof Ochsen, Sidwald, in Neu St. Johann. (Bild: Sabine Schmid)

Kurt und Frieda Scheiwiller führten während 38 Jahren den Landgasthof Ochsen, Sidwald, in Neu St. Johann. (Bild: Sabine Schmid)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

«Wohlfühlgastronomie von innen heraus. Gepflegte Küche in stimmiger Atmosphäre». Mit diesen Worten beschrieb Tagblatt-Journalist Beda Hanimann den Landgasthof Ochsen im Sidwald in Neu St. Johann. 38 Jahre lang war dies die Wirkungsstätte des Ehepaars Frieda und Kurt Scheiwiller. Nun ist für die beiden Schluss. Am Wochenende bewirten und verwöhnen sie zum letzten Mal ihre Gäste, dann werden sie pensioniert.

Und es endet eine Ära. Kurt ist der Sprössling der fünften Scheiwiller-Generation im «Ochsen». Als er sich mit 15 für die Kochlehre entscheidet, habe er nicht daran gedacht, den Landgasthof von seinen Eltern zu übernehmen. Seine Lehrzeit verbringt Kurt Scheiwiller in Appenzell. Später arbeitet er in verschiedenen Küchen von Bern bis St. Moritz. Während er die Hotelfachschule absolviert, wird ihm eine Stelle als Fachlehrer für Köche angeboten. Kurt Scheiwiller entscheidet sich dagegen und arbeitet weiter in Erstklasshotels. «Als ich zusammen mit meiner Frau Frieda 1979 den ‹Ochsen› übernommen habe, musste ich die Toggenburger neu kennen lernen», erzählt er. Schnell haben sich die beiden – der Heimkehrer und die Zugerin – eingelebt und durften Gäste aus dem Dorf, aus der Region und auch von weit her begrüssen.

«Ein Landgasthof ist wie ein Gemischtwarenladen»

Auch wenn Kurt Scheiwiller Berufspraxis in Erstklasshotels gesammelt hat, wollte er den «Ochsen» stets als Landgasthof erhalten, aber einen mit der Qualität eines Erstklasshotels. Denn gerade die vielfältige Kundschaft ergebe eine interessante Mischung. Kurt Scheiwiller zieht in diesem Zusammenhang einen Vergleich mit einem Gemischtwarenladen. «Am einen Tisch sitzen die Einheimischen bei einem Bier, daneben gönnen sich die Gäste eine kalte Platte und in der Stube servieren wir am weiss gedeckten Tisch einen feinen Dreigänger», beschreibt Kurt Scheiwiller. Seine Erfahrung habe es ihm auch erlaubt, besondere Wünsche seiner Gäste, wie beispielsweise eine Bouillabaisse für zehn Personen, zu erfüllen. Bei allen Speisen legte Kurt Scheiwiller Wert auf Regionales, beispielsweise beim Fleisch. «Wir arbeiteten viele Jahre eng mit meinem Bruder Bruno, der die Metzgerei führte, zusammen. Mit seinem Nachfolger Reto Rust konnten wir ebenfalls ein gutes Geschäftsverhältnis aufbauen.»

Rund 50 Lernende, so schätzt Kurt Scheiwiller, haben er und Frieda in den 38 Jahren in der Küche, im Restaurant und im Hotel ausgebildet. Es habe ihnen immer Freude gemacht, mit den jungen Menschen zu arbeiten, trotz allen Freuden und Leiden, sagt Kurt Scheiwiller. Dazu konnten sie stets auf kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen.

Grosse Unterstützung durch Ehefrau Frieda

Kurt Scheiwiller beschreibt die vergangenen 38 Jahre als eine gute und sehr ausgefüllte Zeit. Dabei fällt ein grosses Stück seiner Frau Frieda zu, ohne die er diese Aufgabe nie so hätte erfüllen können. Sie hat ihn unterstützt, hat für den Service und für die immer saisonal passenden Dekorationen gesorgt. Nicht selten haben sich die beiden Wirtsleute zu den Gästen an den Tisch gesetzt und noch ein Glas getrunken. An diese Momente denkt Kurt Scheiwiller gerne zurück. «Wir konnten viele schöne Freundschaften knüpfen, doch leider kamen sie immer ein bisschen zu kurz», sagt Kurt Scheiwiller. Dies möchten er und Frieda nun nachholen. Dazu auch einige Reisen machen, die sie bisher immer aufgeschoben haben.

Der «Ochsen» übrigens wird vom neuen Besitzer Willi Dick restauriert und soll danach – mit neuen Gastgebern – als Landgasthof weitergeführt werden.

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