ABSCHIED: Jedes Problem ist eine Chance

Der 51-jährige Peter Breitenmoser gehörte mehr als drei Jahrzehnte der Dorfkorporation sowie dem Verkehrsverein Gähwil an. Mit der Inkorporation in die Gemeinde Kirchberg kommen ruhigere Zeiten auf ihn zu.

Beat Lanzendorfer
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Der 51-jährige Peter Breitenmoser, bis 31. Dezember 2016 Präsident der Dorfkorporation Gähwil, mit seiner Ehefrau Brigitte und seinem Vizepräsidenten Andreas Strässle (von rechts). (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der 51-jährige Peter Breitenmoser, bis 31. Dezember 2016 Präsident der Dorfkorporation Gähwil, mit seiner Ehefrau Brigitte und seinem Vizepräsidenten Andreas Strässle (von rechts). (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@ toggenburgmedien.ch

«Auf jeder Position ein Topspieler – wir von Schmobi sind ein Team von perfekt miteinander harmonierenden Individualisten, die ihre speziellen Fähigkeiten in Ihren Dienst stellen.» Diese Aussage ist auf der Website der Wiler Schmolz + Bickenbach Stahlcenter AG nachzulesen. Deren Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident ist Peter Breitenmoser, der seit zwei Jahren die Verantwortung für 92 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt. 1990 als Buchhalter ins Unternehmen eingetreten, spätere Stationen waren im Aussen- und Innendienst sowie der Verkauf, berief ihn die Besitzerfamilie auf den 1. Januar 2015 an die Spitze des Stahlunternehmens. Der erwähnte Grundsatz findet nicht nur im beruflichen Alltag Anwendung. Der Teamgedanke wird auch im privaten Umfeld des Gähwilers grossgeschrieben.

«Ich bin mit meinen Eltern und fünf Geschwistern 1980 von Mühlrüti kommend nach Gähwil gezogen. Als Vereinsmensch fand ich sofort Anschluss in der Musig Gähwil, die damals noch Musikgesellschaft hiess.» Drei Jahre später war er bereits Kassier der Dorfkorporation. «Ich hatte soeben meine KV-Lehre abgeschlossen, als die Kasse der Dorfkorporation auf die doppelte Buchhaltung umstellte. Die Anfrage ehrte mich, ich sagte zu und erledigte den Job während 26 Jahren.» Als 2009 Alois «Wisi» Spiess den Vorsitz bei der Dorfkorporation aus gesundheitlichen Gründen abgab, übernahm Peter Breitenmoser.

Es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden

«Viele Wasserversorger sind sich nicht bewusst, welche Verantwortung sie in puncto Qualität und Quantität tragen.» Daher gehörte er vor drei Jahren zu den Befürwortern, als erste Gedanken einer möglichen Inkorporation auftauchten. «Eine Fusion war für mich sinnvoll, weil es auch in Gähwil schwieriger wird, Menschen zu finden, die eine ehrenamtliche Funktion übernehmen. Ich bin ein positiver Mensch und sehe jedes Problem als Chance.» Was 2013 seinen Anfang nahm, findet am 1. Januar seinen Abschluss – die Gähwiler Dorfkorporation inkorporiert in die Gemeinde Kirchberg. «Eine gute Lösung, weil wir unsere Wasserversorgung mit der Regionalwerk Toggenburg AG in professionellen Händen wissen.» Auf die Frage, ob er sich weiterhin für die Öffentlichkeit einsetzen wird, kommt er zurück zum Teamgedanken: «In Zukunft möchte ich dem ‹Team› Familie endlich etwas zurückgeben. Es war meine Frau Brigitte, die in den letzten zwei Jahrzehnten den Laden zusammengehalten und unsere vier Kinder fast im Alleingang grossgezogen hat. Mit meinen vielen Engagements, sei es im Beruf oder in den diversen Dorfvereinen, lag vieles auf ihren Schultern.»

In Zukunft der Familie mehr Zeit einräumen

Peter Breitenmoser war nämlich nicht nur Präsident des Verkehrsvereins und der Dorfkorporation, er war auch während 12 Jahren Mitglied der Geschäftsprüfungskommission der Politischen Gemeinde Kirchberg, präsidierte sechs Jahre die Sportschützen Nord Gähwil, war im Skiclub Togga, im Tennisclub Gähwil und, wie schon erwähnt, Mitglied der Musig Gähwil, während vielen Jahren da auch als Vizedirigent. Aufgrund des musikalischen Talents hatte er die Rekrutenschule als Trompeter absolviert und war dann viele Jahre auch Mitglied des Militärspiels Wil. Nun stellt sich der 51-Jährige auf die Zukunft ein, die mit Skifahren, Wandern, Biken und Jassen ausgefüllt sein soll.

Speziell freut sich der bald zweifache Grossvater auf seine Enkel. «Ich hoffe, Brigitte und ich bekommen ganz viel Zeit, den Nachwuchs zu geniessen.»