Abgewählter Bezirksrat spricht von Tiefpunkt

GONTEN. Ein Interview will Johann Brülisauer, der am Sonntag als Bezirksrat von Gonten abgewählt wurde, nicht geben. Nur soviel: «Mir geht es nicht gut. Ich bin an einem Tiefpunkt.» Ruedi Eberle, Hauptmann von Gonten, spricht von einer «tragischen Geschichte».

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GONTEN. Ein Interview will Johann Brülisauer, der am Sonntag als Bezirksrat von Gonten abgewählt wurde, nicht geben. Nur soviel: «Mir geht es nicht gut. Ich bin an einem Tiefpunkt.» Ruedi Eberle, Hauptmann von Gonten, spricht von einer «tragischen Geschichte». Zwar habe er im Vorfeld gehört, dass ein Gegenvorschlag für Brülisauer gemacht werden könnte, das Ergebnis sei dann aber doch eine Überraschung gewesen.

Amtsdauer hinterfragt

Ruedi Eberle attestiert dem Abgewählten, sehr gute Arbeit geleistet zu haben. Seinen Ausführungen zufolge muss es aber Leute gegeben haben, die fanden, Johann Brülisauer sei schon zu lange im Amt und solle einer jüngeren Person Platz machen. Konkret sass er seit 1994 im Bezirksrat und ist heute 69jährig. Das Argument der Amtsdauer ist für Brülisauer selbst nur schwer nachvollziehbar. Mit Josef Manser würde jemand im Bezirksrat sitzen, der bereits seit 24 Jahren dabei sei. Ist dies für Manser demnach ein Warnschuss? Man müsse sich durchaus bewusst sein, dass das Alter in der Bevölkerung eine Rolle spielen könne, sagt er. Das Volk habe bei seiner Wiederwahl aber bestimmt miteinbezogen, dass es eine vierjährige Amtsdauer gebe.

Letzte Abwahl

Die letzte Abwahl aus Gontens Bezirksrat liegt gemäss Ruedi Eberle rund dreissig Jahre zurück. Leute auf Stufe Bezirksrat abzuwählen, stellt Eberle grundsätzlich in Frage, weil es auf dieser Stufe immer schwierig sei, gute Leute zu finden. Dass es der an Stelle von Johann Brülisauer gewählte Thomas Schefer im Rat besonders schwer haben könnte, verneint der Hauptmann. Er werde auf jeden Fall mit offenen Armen empfangen, letztlich sei das Ganze ein Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Ob Schefer wie sein Vorgänger das Amt als Kassier übernimmt, ist noch offen. (rf)

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