Abfischen für die Thursanierung

Unterhalb der Waisenhaus-Brücke in Ulisbach wird das rechtsseitige Thurufer saniert. Die Böschung droht beim nächsten Hochwasser abzurutschen. Damit der Fischbestand keinen Schaden nimmt, wurden gestern die Bachforellen und Groppen abgefischt und umgesiedelt.

Hansruedi Kugler
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Wattwil. Die ersten zwei Tonnen schweren Felsblöcke liegen seit gestern vormittag einsatzbereit neben dem Thurweg in Ulisbach. In den kommenden Wochen werden rund 3000 Tonnen Felsblöcke und 4000 Tonnen Kies verbaut. Die rechtsseitige Thur-Böschung muss in zwei Abschnitten auf einer Länge von insgesamt 250 Metern stabilisiert werden. Hundert Jahre nach der Thurkorrektion hat sich die Thursohle abgesenkt und die Böschung ist teilweise unterspült. Die Zufahrt zur Thur wird derzeit ausgebaut. Der Thurweg ist für die schweren Lastwagen und die Bagger zu schmal. An zwei Stellen schüttet die Baufirma in der Thur einen Abrissdamm auf, der die Bauarbeiten dahinter vor der teilweise starken Strömung schützt.

Elektrofischen zur Umsiedlung

Für das Setzen der zwei Tonnen schweren Felsblöcke fahren die Bagger in die Thur hinein. Bevor sie das tun, muss der Fischbestand an jener Stelle umgesiedelt werden. Darum waren gestern vormittag die Fischereiaufseher Christoph Birrer und Fredi Fehr sowie Fabian Sternig vom Fischereiverein Thur vor Ort – ausgerüstet mit Generator, Stromkabeln, Ruten, Netzen, Eimern und Gummistiefeln. Die Gummistiefel schützen für einmal nicht nur vor der Nässe, sondern auch vor dem Gleichstrom im Wasser, der die Fische kurz betäubt, damit man sie «abschöpfen» kann. Wechselstrom würde die Fische zerreissen, sagt Fredi Fehr. So stapfen Christoph Birrer und Fabian Sternig langsam die Thur hinauf auf der Suche nach Bachforellen. Diese verstecken sich mit Vorliebe in den vielen Felsspalten und fliehen, sobald die beiden Elektrofischer auftauchen.

21 Bachforellen, 3 Groppen

Christoph Birrer schwenkt die Strom leitende Metall-Rute im Wasser und Fabian Sternig hält den Kescher zum Einfangen der leicht betäubten Fische bereit. Am Ende der rund einstündigen Abfisch-Aktion sind 21 Bachforellen und drei Groppen ins Netz gegangen. Christoph Birrer ist zufrieden, auch wenn einige Fische nicht eingefangen werden konnten. Einen Kilometer flussabwärts bekommen die Fische eine neue Heimat. Bei der Badi Wattwil setzt sie der Fischereiaufseher wieder in die Thur – weit genug weg, damit sie nicht zurück schwimmen.