Abfallentsorgung
Weil zu wenig Lagerraum vorhanden ist: Innerrhoder Standeskommission plant eine Erweiterung des Ökohofs Appenzell

An drei Halbtagen pro Woche können beim Ökohof in Appenzell Abfälle entsorgt werden. Immer wieder gibt es Stimmen, die eine Erweiterung der Öffnungszeiten fordern. Nun will die Standeskommission die Entsorgungsstelle nach Osten erweitern. Dies soll die Effizienz der Mitarbeitenden steigern – hat aber auch sicherheitstechnische Gründe.

Claudio Weder
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Vor allem an Samstagen stösst der Ökohof Appenzell an seine Kapazitätsgrenzen.

Vor allem an Samstagen stösst der Ökohof Appenzell an seine Kapazitätsgrenzen.

Bild: Lilli Schreiber

Corona hat Auswirkungen auf die Abfallentsorgung in Innerrhoden. Gerade zu Beginn der Pandemie war die Entsorgungsstelle beim Ökohof Appenzell häufig ausgelastet. Und zwar nicht nur weil die Personenanzahl beschränkt und die Parkplätze reduziert waren: «Die Leute nutzten die Zeit zum Räumen und es wurde massiv mehr Sperrgut angeliefert», sagt Ruedi Ulmann, Vorsteher des Innerrhoder Bau- und Umweltdepartements.

Gemäss einer Botschaft der Standeskommission an den Grossen Rat gab es verschiedene Stimmen, die eine Erweiterung der Öffnungszeiten des Ökohofs forderten. Die Situation habe sich zwar wieder etwas entspannt, die Kapazitätsgrenze des Betriebs werde aber vor allem an Samstagen immer wieder erreicht, heisst es. Dies soll sich bald ändern: Die Standeskommission will den Ökohof für 650'000 Franken nach Osten erweitern. Das Geschäft kommt am 21. Juni in den Grossen Rat.

Erweiterung der Öffnungszeiten denkbar

Die Entsorgungsstelle hat am Montag- und Mittwochnachmittag sowie am Samstagvormittag geöffnet. An diesen drei Halbtagen werden die Wert- und Abfallstoffe entgegengenommen (Kundendienst). In der restlichen Zeit werden diese sortiert, aufgeräumt, eingelagert und für den späteren Weitertransport bereitgestellt (rückwärtiger Dienst).

Ruedi Ulmann, Vorsteher des Innerrhoder Bau- und Umweltdepartements

Ruedi Ulmann, Vorsteher des Innerrhoder Bau- und Umweltdepartements

Bild: PD

Die engen Platzverhältnisse haben aber zur Folge, dass die beiden Arbeitsabläufe nicht parallel vorgenommen werden können. Gemäss Ulmann können während des Kundendienstes zum Beispiel die Mulden nicht geleert werden. Ebenso sei es aus Sicherheitsgründen nicht möglich, Lasten ins Lager im Obergeschoss zu transportieren. Hinzu komme, dass viele Lasten vor dem Abtransport gestapelt werden müssen. Auch dies sei eine Gefahr für Leute, welche sich in deren Nähe aufhalten, sagt Ulmann.

Mit dem Erweiterungsbau soll mehr gedeckter Lagerraum und mehr Platz für die Verarbeitung von Materialien geschaffen werden. Dies mache es in Zukunft möglich, dass Kundendienst und rückwärtiger Dienst gleichzeitig stattfinden können, sagt Ulmann. «Falls notwendig könnten dann auch die Öffnungszeiten erweitert werden.»

Lagerung widerspricht Vorgaben zur Arbeitssicherheit

Weiter ermöglicht die im Rahmen der Erweiterung geplante Halle eine gesetzeskonforme Lagerung gewisser Fraktionen. Diese wird heute aus Platzgründen im Freien vorgenommen, was den Vorgaben zur Arbeitssicherheit widerspricht.

Die Erweiterung des Ökohofs deckt aber noch mehr Bedürfnisse ab, welche im ursprünglichen Bau aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden konnten: Der Einbau eines Lifts für Waren in den oberen Stock ermöglicht den Zugang zum Lager unabhängig vom Verkehrs- und Publikumsaufkommen. Zudem können im Obergeschoss eine Dusche, eine Garderobe und ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden eingerichtet werden. Ulmann sagt:

«Duschen und Garderoben sind in Anbetracht der körperlich anstrengenden Arbeit dringend nötig.»

Auch geschlechtergetrennte Toiletten für das Personal sind im Erweiterungsbau vorgesehen. Nicht zuletzt gibt es durch den Aufenthaltsraum getrennt vom Büro des Betriebsleiters mehr Platz und weniger Störung für die Büroarbeit. Insbesondere bei einem allfälligen Mehrschichtbetrieb werde das ins Gewicht fallen, so Ulmann.

Erweiterungsbau wird Effizienz der Mitarbeitenden steigern

Kommt es durch die Erweiterung zu Personalaufstockungen? «Zurzeit reichen die personellen Ressourcen aus», sagt Ulmann. Und weiter: «Der Erweiterungsbau wird die Arbeitseffizienz der Mitarbeiter steigern.» Wenn die Notwendigkeit für eine Ausdehnung der Öffnungszeiten gegeben sei, müsse die Standeskommission über einen solchen Schritt entscheiden.

Eine wesentliche Erweiterung der Öffnungszeiten sei aber in der Tat nur mit einer Aufstockung des Personals möglich, sagt Ulmann. Es brauche dann zwei Einsatzgruppen: eine im Kundendienst und eine im rückwärtigen Dienst.