Abbruch und Zusammenbruch

Gemäss OK-Präsident Christian Schmid scheint das Bergrennen Hemberg seine Zuschauerbalance gefunden zu haben. Der Rennabbruch wegen eines Gewitters ging geordnet vonstatten. Enttäuscht hat lediglich der Mobilfunknetzbetreiber.

Michael Hug
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Auch vor dem «Rössli» im Bächli sassen und standen die Gäste während des Wolkenbruchs am Bergrennen Hemberg im Regen. (Bilder: Michael Hug)

Auch vor dem «Rössli» im Bächli sassen und standen die Gäste während des Wolkenbruchs am Bergrennen Hemberg im Regen. (Bilder: Michael Hug)

HEMBERG. «Natürlich wussten wir, dass das Gewitter kommt, aber wir wussten nicht wann.» Und so hätte man sich im OK schon um halb zwei Uhr zusammengesetzt, sagt Christian Schmid: «Die Feuerwehr, die Polizei, der Sicherheitsdienst, die Rennleitung und wir vom OK. Wir haben beraten, was zu tun ist, und haben dann genau so reagiert, als der Regen kam.» Etwa eine Stunde bevor die Gewitterfront eintraf, habe man die Zuschauenden über die Lautsprecheranlage informiert, dann seien die Ersten schon abmarschiert. Der wunde Punkt würde bei den Bussen zu den Parkplätzen sein, doch das sei erfreulich ruhig abgelaufen, meinte der OK-Präsident gestern bei einem Fazitgespräch.

Vom Regen kalt erwischt

Ein paar seien auch geblieben, bis der Regen wirklich kam, so Schmid, die seien dann ziemlich nass geworden, doch verärgert sei niemand gewesen. Viele Leute hätten Unterschlupf gesucht, unter Sonnenschirmen, Vordächern oder in Restaurants. «Gemeinsam mit der Rennleitung brachen wir das Rennen dann zwischen zwei Kategorien ab. Das heisst, einige Kategorien hatten drei Läufe, andere nur zwei. Das Rennen wird für diese Fahrer trotzdem gewertet.»

Die, die zur Zeit des Abbruchs in ihren Wagen sassen, zum Teil ohne Dach (Formel V), und die, die irgendwo unterwegs zwischen Start, Ziel oder Fahrerlager waren, wurden unweigerlich vom sehr starken Regen kalt erwischt.

Swisscom macht nicht mit

Im Dorf kam es zu turbulenten, aber nicht chaotischen Szenen: Alles wollte «an den Schärmen», Zuschauende, Helfende, Polizei, Fahrer, Ordner, Rennhelfer rannten durcheinander – nur die Verkehrskadetten harrten eisern auf ihren Posten aus. Als der Regen kam, brach das Mobilfunknetz komplett zusammen und war mehr als eine Stunde lang nur schwer zugänglich.

«Die Swisscom weiss, dass ihre Antenne in Hemberg so einen Grossanlass nicht verarbeiten kann. Aber sie ist nicht gewillt, beim Bergrennen eine mobile Zusatzanlage aufzustellen.» Gemäss Schmid habe man am Bergrennen stets Schwierigkeiten im Handynetz, aber so schlimm wie am Sonntagnachmittag sei es wirklich noch nie gewesen.

Nach Aussagen von Besuchern und Journalisten, die auf Gesprächs- und Datenverbindungen angewiesen sind, sei das Netz um die Mittagszeit und erst recht zwischen 16 und 17 Uhr komplett zusammengebrochen. «Wir vom OK sind zwar nicht abhängig vom Natelnetz», sagt Schmid, «wir sind über 150 Funkgeräte verbunden. Aber für die Besucherinnen und Besucher ist es ein Ärgernis.»

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