Ein Servicezentrum für die Appenzeller Bahnen für 55 Millionen Franken: Nun muss nur noch der Bund «Ja» sagen

Die Appenzeller Bahnen planen für über 55 Millionen Franken ein Servicezentrum in Appenzell. Das Projekt wurde in den vergangenen Monaten überarbeitet und ist nun auflagefähig.

Lukas Pfiffner
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Zusammenfassung mehrerer Fachdienste: So soll das Servicezentrum in Appenzell einmal aussehen.

Zusammenfassung mehrerer Fachdienste: So soll das Servicezentrum in Appenzell einmal aussehen.

Bild: PD

Von einem weiteren Schritt in der umfassenden Modernisierungsphase sprach Thomas Baumgartner, der Direktor der Appenzeller Bahnen (AB), bei der Präsentation des überarbeiteten Modells des Servicezentrums Appenzell. Meilensteine seien zuvor mit der Beschaffung des neuen Rollmaterials, der Zusammenlegung der Linien St. Gallen-Gais-Appenzell und St. Gallen-Trogen sowie der erhöhten Fahrplanattraktivität gelegt worden.

«Ausgewiesener Handlungsbedarf besteht nun in der Infrastruktur.» Durch das Projekt in Appenzell würden unter anderem ein effizientes Arbeiten und eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit angestrebt, ergänzte Baumgartner am Montag an der Medienorientierung. Anschliessend fanden sich Anwohner und weitere Interessierte in der Aula Gringel in Appenzell ein.

Projekt liegt nun öffentlich auf

«Vom reinen Depot zum interdisziplinären Servicezentrum», fasste der AB-Direktor die Entwicklung des Projekts in den vergangenen Jahren zusammen. Es ist an der Bahnlinie zwischen Appenzell und Wasserauen vorgesehen. Für 55,5 Millionen Franken soll mit dem Vorhaben der Standort Appenzell gefestigt respektive ausgebaut werden.

31,5 Millionen Franken werden vom Bund getragen, der Rest von den Kantonen. Das Gesuch sei formell eingereicht und das Projekt inhaltlich unbestritten, ergänzte Baumgartner. Nun liegt dieses öffentlich auf.

Auswirkungen auf Kosten und Zeitplan

Vor zweieinhalb Jahren war das Siegerprojekt vorgestellt worden. Damals wurden noch mit Kosten von rund 43 Millionen Franken sowie einem Baubeginn im Frühling 2020 gerechnet. «Wir mussten merken, dass das Projekt nach dem Gestaltungswettbewerb noch nicht reif, noch nicht auflagefähig war», erklärte Baumgartner. Auch auf den Zeitplan hatten die Verbesserungen in der Ausgestaltung Auswirkungen.

«Wir hoffen, dass der Bund die Bewilligung bis im nächsten Sommer erteilt, womit der Baubeginn im dritten Quartal 2021 erfolgen könnte.»

Angestrebt wird die Einweihung im Frühling 2024. Baumgartner erwähnte, dass vorgängig zwei andere Projekte angegangen werden müssen: das Stellwerk in Appenzell sowie die Kreuzungsstelle Schopfhalde. An dritter Stelle werde das Servicezentrum realisiert, nachher der Umbau des Bahnhofs Appenzell. Das Servicezentrum werde zudem koordiniert mit Drittprojekten: eine Erschliessungsverbindung und eine Fahrbahnerneuerung (Appenzell-Steinegg) der Appenzeller Bahnen sowie eine Erhöhung der Weissbadstrasse.

Thomas Baumgartner, der Direktor der Appenzeller Bahnen, informiert.

Thomas Baumgartner, der Direktor der Appenzeller Bahnen, informiert.

Bild: Lukas Pfiffner

Über Nacht in Appenzell einquartiert

Appenzell sei für das Servicezentrum geeignet, weil dort die Linien zusammentreffen und die Mehrheit der Züge in Appenzell über Nacht einquartiert seien. Durch die Schliessung der Dienststandorte Herisau und Gais werden die Voraussetzungen für die dortige Arealentwicklung geschaffen; einige Arbeitsplätze werden nach Appenzell verlagert. Es werden im Servicezentrum über 80 Personen tätig sein und einige Arbeitsbereiche am neuen Standort zusammengefasst: Es können verschiedene Unterhalts-, Instandsetzungs- und Revisionsarbeiten durchgeführt werden.

Daneben habe die zentralisierte Anlage mit der Konzentration der Fachdienste und der entsprechenden Infrastruktur viel Potenzial für die Ausbildung von Lernenden, sagte Baumgartner. Die neue, nachhaltige Anlage passe gut in die Landschaft und werde nicht höher als das gewachsene Terrain in der Umgebung, betonte er.