Ab heute fahren die Züge wieder

Die Instandstellungsarbeiten «Cluster 2012» an der Südostbahnstrecke zwischen Herisau und Lichtensteig sind gestern abend soweit fertiggestellt worden, dass der Bahnbetrieb seit heute morgen wieder fahrplanmässig verläuft, wie Gesamtprojektleiter Bruno Huber, im Interview erklärt.

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Herr Huber, eine anstrengende Zeit liegt hinter ihnen, sind Sie zufrieden?

Bruno Huber: Ich bin mit dem Ausgang der Arbeiten sehr zufrieden. Die Arbeiten an den Viadukten und den Tunnels konnten termingerecht ausgeführt und mit vereinten Kräften konnte auch der Gleisbau fertiggestellt werden.

Ist «Cluster 2012» nun abgeschlossen?

Bruno Huber: Die Arbeiten am Gleiskörper konnten während der Totalsperrung ausgeführt werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Tätigkeiten abgeschlossen werden konnten.

Wo und bis wann wird jetzt noch gearbeitet?

Bruno Huber: Im Wasserfluhtunnel wird bis Oktober gearbeitet, die Instandstellung der Viadukte dauert bis Ende September und die Arbeiten an den anderen Baustellen dauern bis mindestens Ende August.

Gab es Zwischenfälle, Unfälle, Unvorhergesehenes?

Bruno Huber: Leider wurden wir nicht von einem schweren Unfall verschont. Ein Bagger stürzte mit dem Führer eine Böschung herunter. Dabei zog sich der Fahrzeugführer unbestimmte Verletzungen zu. Er ist aber ausser Lebensgefahr.

Welche Baustelle hat Sie am meisten gefordert?

Bruno Huber: Die Sanierung des Glattalviadukts in Herisau und des Weissenbachviadukts an der Kantonsgrenze waren für mich besondere Herausforderungen. Es war schon zu Beginn bekannt, dass im Bauprogramm nahezu keine Zeitreserven vorhanden sind. Dank der grossartigen Leistungen der Bauunternehmungen konnten die Übergabetermine aber eingehalten werden.

Wie sind die Bauarbeiten von der Bevölkerung aufgenommen worden?

Bruno Huber: Die Bahnanwohner hatten viel Verständnis für die Unannehmlichkeiten durch Lärm und Staub. Vor allem im Bereich des Glattalviadukts wurden die Anwohner durch Lärm belästigt.

Ist der Ausbau zur Doppelspur bei Schachen abgeschlossen?

Bruno Huber: Im Bereich der Doppelspur Schachen West konnten während der letzten fünf Wochen drei Weichen eingebaut und wichtige Gleisabschnitte erstellt werden. Die Bautätigkeiten sind noch lange nicht abgeschlossen. Im September wird zum Beispiel die Bodenplatte des neuen Kirchtobelviaduktes betoniert.

Wann geht Schachen-West in Betrieb?

Bruno Huber: Die Doppelspur Schachen West wird auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2013 in Betrieb genommen. Bis dahin müssen noch zwei zusätzliche Weichen eingebaut, ein neues Stellwerk erstellt und rund zwei Kilometer Gleis verlegt werden. Die Versetzung der Haltestelle Mogelsberg ist ein Bedürfnis.

Warum hat man das nicht auch gleich gemacht?

Bruno Huber: Um Bauwerke an der Bahn ausführen zu können, ist eine Plangenehmigung beziehungsweise eine Baubewilligung notwendig, welche vom Bundesamt für Verkehr ausgestellt wird. Da noch keine Baubewilligung vorliegt, dürfen auch keine Arbeiten ausgeführt werden. Viele SOB-Mitarbeitende mussten zudem bereits jetzt auf ihre Ferien verzichten.

Gehen jetzt alle gleichzeitig in die Ferien? Sie auch?

Bruno Huber: Viele Arbeiter, welche in den letzten fünf Wochen an den Gleisen tätig waren, konnten Ferien schon im Mai und Juni beziehen. Die Kollegen der Planung und ich wurden im Vorfeld des Umbaus sehr stark gefordert und konnten keinen Urlaub beziehen. Ich werde mich Ende August zwei Wochen lang in Italien erholen.

Interview: Michael Hug