Ab 22 Uhr braucht es eine Bewilligung

AUSSERRHODEN. Für das Abfeuern von Raketen und Böllern gibt es klare Regeln. Beat Sprenger, Chef der Sicherheitspolizei Kapo AR, bestätigt, dass von 22 bis 6 Uhr Nachtruhe gelte.

Monika Egli
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Marcel Wehrlin Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden (Bild: apz)

Marcel Wehrlin Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden (Bild: apz)

AUSSERRHODEN. Für das Abfeuern von Raketen und Böllern gibt es klare Regeln. Beat Sprenger, Chef der Sicherheitspolizei Kapo AR, bestätigt, dass von 22 bis 6 Uhr Nachtruhe gelte. Einerseits sei es während der Sommermonate bis 22 Uhr aber nicht dunkel genug, damit ein Feuerwerk auch zur Geltung komme. Andererseits fühlen sich bei gehäuftem Vorkommen Menschen und Tiere belästigt. Es gelte beiden Seiten durch eine vernünftige Handhabung gerecht zu werden, so zum Beispiel allzu aufdringliche Knallerei zu verhindern. Wer ein Feuerwerk später als 22 Uhr zünden wolle, brauche eine Ausnahmebewilligung der Gemeinde; die Polizei erteile keine solchen Bewilligungen. Wer das ohne Bewilligung tue, gewärtige eine Busse.

Beat Sprenger verweist auch auf die verschiedenen Feuerwerkskategorien. Die Kategorien 1 bis 3 können Privatpersonen selbständig zünden, für die Kategorie 4 brauche es seit Januar 2014 eine Ausbildung und einen eidgenössischen Ausweis. Zudem sei für Feuerwerk der Kategorie 4 in jedem Fall eine Abbrandbewilligung bei der Kantonspolizei einzuholen. Die Kategorie sei auf jeder Feuerwerksverpackung vermerkt. Er fasst zusammen: «Ein Feuerwerk soll den Beteiligten Freude machen und die Unbeteiligten nicht übermässig stören.»

Reklamationen in Heiden

Der Gemeindepräsident von Heiden, Gallus Pfister, gibt Auskunft, dass die jüngsten Feuerwerke in der Gemeinde nicht nur zu Leserbriefen, sondern auch zu Reklamationen bei der Gemeindeverwaltung geführt haben. «Bisher wurden solche Feuerwerke jeweils ad hoc entschieden, weil es keine gesetzliche Grundlage gibt. Wir wollen jetzt eine verbindliche Lösung innerhalb des Gemeinderats finden.» Die Vorlage sei in der Vernehmlassung. «Es muss», sagt Gallus Pfister, «möglich sein, dass Leute in Festlaune in einem vernünftigen Mass ein Feuerwerk zünden können. Dies soll andererseits für die übrige Bevölkerung aber in einem erträglichen Rahmen geschehen.» Ohne dem gemeinderätlichen Entscheid vorgreifen zu wollen, könnte sich Gallus Pfister vorstellen, dass die Gemeinde Feuerwerke bis 23 Uhr bewillige und dies im Vorfeld veröffentliche.

Keine Ausnahmen in Teufen

Feuerwerke ausserhalb des 1. Augusts sind beispielsweise auch auf dem Gupf immer wieder ein Thema. Zuständig für allfällige Bewilligungen wäre in Rehetobel der Bauverwalter der Gemeinde, Markus Heil. Bei ihm sei noch nie nach einer Bewilligung für ein Feuerwerk nachgefragt worden, sagt er. Allerdings ist Markus Heil erst seit einem Jahr im Amt.

Das Gleiche sagt der in Teufen für Feuerwerksbewilligungen zuständige Gemeindeschreiber Roger Böni. Auch er hatte bisher noch keine entsprechende Anfrage. Zuerst würde er abklären, wofür, wie lange, wann und um welche Zeit das Feuerwerk geplant sei. Und er würde darauf bestehen, dass es bis 22 Uhr gezündet wäre. Das entspreche der Lärmschutzvorschrift, Feuerwerke nach 22 Uhr fallen demnach unter Nachtruhestörung. Von Seiten Gemeinde gäbe es keine Bewilligung für ein später als 22 Uhr geplantes Feuerwerk.

Beat Sprenger Chef Sicherheitspolizei Kantonspolizei AR (Bild: pd)

Beat Sprenger Chef Sicherheitspolizei Kantonspolizei AR (Bild: pd)

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