95: Er sorgte für Recht und Ordnung

Martin Eugster, alt Gemeindepolizist in Reute, Landwirt in Dänemark und Gefängniswärter in Gmünden, feierte kürzlich einen hohen Geburtstag. Heute lebt er im Alterswohnheim Weiherwies in Grub.

Peter Eggenberger
Merken
Drucken
Teilen
Martin Eugster, der eben den 95. Geburtstag gefeiert hat. (Bild: PD)

Martin Eugster, der eben den 95. Geburtstag gefeiert hat. (Bild: PD)

Peter Eggenberger

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Der Lebenslauf von Martin Eugster ist faszinierend: Landwirt in Dänemark, Wärter in der Strafanstalt Gmünden, Gemeinde- und Kantonspolizist, Kontrolleur und Kassier für verschiedene Korporationen und Kommissionen, Artilleriefahrer mit Pferdefuhrwerk…

Geboren am 24. April 1922, wuchs der Jubilar in der Schwendi, Reute, auf. Nach dem Primarschulbesuch im Schachen folgten die Realschuljahre in Berneck, was dem Jugendlichen eine Fussmarschleistung von gesamthaft dreieinhalb Stunden täglich abforderte. «Es hat mir nicht geschadet, im Gegenteil», schmunzelt der Jubilar, der sich gerne an seine Jugendjahre erinnert.

Sein Lebenslauf ist faszinierend: Landwirt in Dänemark, Wärter in der Strafanstalt Gmünden, Gemeinde- und Kantonspolizist, Kontrolleur und Kassier für verschiedene Korporationen und Kommissionen, Artilleriefahrer mit Pferdefuhrwerk…

1939 begann er in Pomy oberhalb von Yverdon VD eine landwirtschaftliche Lehre, die ihn später zu weiteren Ausbildungsorten führte. Von 1942 bis 1945 absolvierte er militärischen Aktivdienst, wobei er als Artilleriefahrer mit Rossen eingeteilt war. «Eine Kanone wurde damals von sechs Pferden gezogen», blendet er zurück. «Die dänischen Landwirte galten damals als Musterbauern, die ich unbedingt kennen lernen wollte», erzählt Martin Eugster. Nach dem Krieg brach er deshalb kurz entschlossen nach Dänemark auf, wo er Einblicke in die dortige Arbeitsweise erhielt. Nach einem guten Jahr kehrte er zurück, um in den Dienst der Ausserrhoder Strafanstalt Gmünden zu treten. 1951 wurde er als Gemeindepolizist von Reute gewählt, und 1953 verheiratete er sich mit Ida Bänziger, deren Elternhaus in der Rohnen dem Ehepaar als Wohnsitz diente.

Mit dem Töff auf Verbrecherjagd

Nebst dem Polizeiamt hatte Eugster verschiedenste kommunale Nebenbeamtungen zu erfüllen. So war er auch als Weibel, Kontrolleur und Einzieher unterwegs. Während seiner Abwesenheit hatte Gattin Ida das Telefon und den Polizeifunk zu bedienen und den Ehemann zu informieren, und ab 1961 bewirtschaftete das Ehepaar zudem das elterliche Bauernhäämetli. Den Übeltätern jagte Martin Eugster anfänglich mit dem Velo nach. Dann sorgten Kleinmotorräder der Marken Cucciolo und später Kreidler für eine bessere Mobilität.

Im Sommer 1972 wurden die Gemeindepolizisten in die neu gegründete Ausserrhoder Kantonspolizei integriert. Eugster machte jetzt noch die Autoprüfung, und dem Polizeidienst hielt er bis zur Pensionierung im Jahre 1987 die Treue. Im November 2015 fand das Ehepaar in Grub ein neues Zuhause. Hier freuen sie sich über die Besuche der drei Kinder, neun Gross- und elf Urgrosskinder sowie über Begegnungen mit altbekannten Freunden. Dem Jubilar und seiner Gattin sei für die weitere Zukunft das Allerbeste gewünscht.