Volksinitiative
IG Tüüfner Engpass übergibt dem Gemeinderat die Initiative für eine Tunnelabstimmung: 865 Unterschriften kamen zusammen

In den vergangenen Monaten hat die IG Tüüfner Engpass fleissig Unterschriften gesammelt. Das Resultat kann sich sehen lassen: 865 Personen haben die Volksinitiative unterzeichnet. Am Dienstag wurde sie Gemeindepräsident Reto Altherr überreicht.

Astrid Zysset
Merken
Drucken
Teilen
Co-Präsident der IG Tüüfner Engpass, Philipp Schuchter, überreicht Gemeindepräsident Reto Altherr die Schachtel mit den Unterschriften.

Co-Präsident der IG Tüüfner Engpass, Philipp Schuchter, überreicht Gemeindepräsident Reto Altherr die Schachtel mit den Unterschriften.

Bild: Astrid Zysset

Stolz überreichten Felix Gmünder und Philipp Schuchter von der IG Tüüfner Engpass am Dienstag Teufens Gemeindepräsident Reto Altherr die Schachtel mit den Unterschriften. 865 kamen zusammen. Deutlich mehr, als die Initianten erwartet hatten. «Wir haben mit ein paar hundert gerechnet», sagte Gmünder. 150 wären notwendig gewesen, damit eine Initiative zu Stande kommt. Schuchter wertet dementsprechend die hohe Anzahl als «deutliches Zeichen dafür, dass endlich eine Abstimmung erfolgen sollte».

Die Volksinitiative fordert eine solche über einen Objektkredit für einen einspurigen Bahntunnel zwischen Bahnhof und Stofel. Bereits vergangenen September hätte die Teufner Stimmbevölkerung über einen Tunnel abstimmen sollen. Doch der Urnengang wurde kurzfristig abgesagt, da mit einem Tunnel gemäss Kanton die Anschlüsse an den Fernverkehr in St.Gallen auf lange Sicht nicht gewährleistet werden können. Dies wäre nur mit der Doppelspur möglich.

Entscheid soll an Urne fallen

Doch die IG pochte weiter auf eine Abstimmung. Sie fordert zwar einen Tunnel, doch sollte an der Urne die Doppelspur trotzdem legitimiert werden, dann sei sie mit diesem Resultat ebenfalls zufrieden, betonte Gmünder.

«Die Ortsdurchfahrt ist ein gravierender Eingriff ins Dorf. Dazu sollte sich die Bevölkerung äussern dürfen.»

Zwar sei in Teufen bereits mehrfach über eine Tunnellösung abgestimmt worden, doch erst jetzt hätten die Bürgerinnen und Bürger ausreichend Informationen, um sich ein differenziertes Bild zu machen, ist der IG-Sprecher überzeugt.

Es ist nicht die erste Initiative, welche die IG in Sachen Ortsdurchfahrt einreichte. 2019 forderte sie bereits eine Abstimmung über die Doppelspur. Damals kamen 830 Unterschriften zusammen. Doch da sie gegen übergeordnetes Recht verstosse, erklärte die Gemeinde jene Volksinitiative kurzerhand für ungültig.

Korridorstudie wird abgewartet

Wie die Erfolgsaussichten der jetzigen Initiative sind, lässt sich nur schwer abschätzen. Fakt ist: Vorerst werden die Resultate der Korridorstudie abgewartet. Diese hatte das Bundesamt für Verkehr in Auftrag gegeben. Evaluiert werden sollen alle Infrastrukturmassnahmen auf der Linie Trogen–St.Gallen–Appenzell, um das Fahrplanangebot sicherzustellen. Die Ergebnisse werden im Sommer erwartet. Die IG Tüüfner Engpass ist mit dem Abwarten jener Resultate einverstanden, ist sie doch zuversichtlich, dass die Studie ihre Bedürfnisse ausreichend berücksichtigen wird.

Gemeindepräsident Reto Altherr stellte beim Entgegennehmen der Unterschriften in Aussicht, dass zumindest die formelle Prüfung der Initiative demnächst erfolgen wird. Inwieweit eine materielle Prüfung schon durchgeführt werden könne, ist noch offen. «Wir sehen uns aufgrund der zu erwartenden Korridorstudie mit einer gewissen Komplexität konfrontiert», so Altherr. Doch die Bearbeitung der Initiative erfolge so schnell wie möglich.