850 000 Franken Defizit im Spital

Die Spitäler Wil und Wattwil weisen für das Jahr 2014 ein negatives Ergebnis aus. Es ist das erste Defizit seit Bestehen der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT). Für 2015 wird ein Gewinn von 433 000 Franken prognostiziert.

Hans Suter
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Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann und René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, vor dem sanierungsbedürftigen Notfallbereich des Spitals Wil. (Bild: Hans Suter)

Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann und René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, vor dem sanierungsbedürftigen Notfallbereich des Spitals Wil. (Bild: Hans Suter)

WIL/WATTWIL. «Die Abweichungen gegenüber dem Budget sind entstanden durch einen um 3,85 Prozent tieferen Schweregrad der stationären Fälle», sagte CEO René Fiechter gestern bei der Präsentation des Unternehmensergebnisses 2014. Dies entspreche einem Ertragsausfall von 2,1 Mio. Franken. «Dank einer frühzeitigen restriktiven Ausgabenpolitik konnte der sich abzeichnende Ausfall teilweise aufgefangen werden», ergänzte Fiechter. Durch die Auflösung von Reserven und periodenfremden Erträgen habe der Verlust auf 850 000 Franken abgeschwächt werden können.

Systembedingte Unsicherheit

«2014 hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie sensibel das Betriebsergebnis auf Schwankungen beim DRG-Schweregrad reagiert», schreibt Fiechter im Jahresbericht. Die Abkürzung DRG kommt aus dem Englischen und steht für «Diagnosis Related Groups», wörtlich übersetzt «diagnosebezogene Fallgruppen». Es handelt sich um ein internationales System, mit dem Leistungen an Patienten anhand von Haupt- und Nebendiagnosen sowie den durchgeführten Behandlungen in Gruppen eingeteilt werden. Gemäss diesem System rechnen Spitäler ihre Leistungen im akut-stationären Bereich über die obligatorische Krankenpflegeversicherung ab. Je nach Angebots- und Bevölkerungsstruktur können sich Änderungen im Tarifkatalog erheblich auf das Resultat eines Spitals auswirken. «Wir gehen davon aus, dass diese Schwankungen in Zukunft weniger ausgeprägt sein werden», sagt René Fiechter. Für 2015 ist er sehr zuversichtlich. Er rechnet mit einem Gewinn von 433 000 Franken.

Mehr Patienten, weniger Tage

Im Jahr 2014 wurden in den Spitälern Wattwil und Wil 8912 Personen und Säuglinge stationär behandelt und betreut. Das ist ein Zuwachs von zwei Prozent. Bei den Säuglingen wurde mit 789 erneut ein Rekord verzeichnet.

Bei den Pflegetagen (ohne Säuglinge) resultiert ein Rückgang von zwei Prozent, bei der Aufenthaltsdauer von gar drei Prozent. Durchzogen ist das Bild bei den zusatzversicherten Patientinnen und Patienten. Mit 754 (Vorjahr 792) in Wil und 313 (320) in Wattwil musste ein leichter Rückgang hingenommen werden. In Wattwil erhofft man sich eine Steigerung nach der erfolgten Sanierung und Erweiterung des Spitals.

«Die Patientenzahlen entwickeln sich aus Sicht der SRFT weiterhin positiv und sind Ausdruck des Vertrauens der Bevölkerung», sagen René Fiechter und Departementschefin Heidi Hanselmann unisono. «Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg steht gut da», betonte Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann.