76 Millionen für 50 Ausbauprojekte

Der Ausserrhoder Regierungsrat schickt das zweite kantonale Strassenbau- und Investitionsprogramm 2015–2018 in die Vernehmlassung. Ein Schwerpunkt soll auf die Radfahrerführung innerorts gelegt werden.

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Der Bahnhof Herisau soll zur multimodalen Verkehrsdrehscheibe umgebaut werden. (Bild: pk)

Der Bahnhof Herisau soll zur multimodalen Verkehrsdrehscheibe umgebaut werden. (Bild: pk)

AUSSERRHODEN. «Zeitgemäss ausgebaute und baulich gut unterhaltene Strassen sind für die kantonale Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung», schreibt die Ausserrhoder Kantonskanzlei in einer Medienmitteilung. Die Anforderungen an die Verkehrswege sind denn auch vielfältig. So werden zum Beispiel zwei Drittel des Kantonsstrassennetzes von Postautokursen befahren.

In den letzten Jahren konnten einige Strecken ausgebaut und verkehrstechnische Defizite beseitigt werden. Das Kantonsstrassennetz weist jedoch weiterhin lange und zentrale Strecken auf, die vor über 30 Jahren letztmals erneuert wurden und die den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Dazu kommen neue Herausforderungen aus zunehmenden Mobilitäts- und Sicherheitsbedürfnissen der Gesellschaft, etwa aus dem Agglomerationsprogramm St. Gallen/Arbon–Rorschach oder beim rollenden Langsamverkehr.

Radfahrer profitieren

Das zweite Strassen- und Investitionsprogramm umfasst 50 Ausbauprojekte, die mehrheitlich mit den Gemeinden vorbesprochen sind. Wichtige Objekte sind etwa der Umbau zur multimodalen Verkehrsdrehscheibe am Bahnhof Herisau, der Ausbau Wald bis Kaien mit einem separaten Rad- und Gehweg oder der Ausbau mit Gehweg ab Ortsende Walzenhausen bis zum Weiler Sonnenberg.

Ebenso enthalten sind Gestaltungsprojekte bei den Ortsdurchfahrten Teufen, Schwellbrunn, Urnäsch oder der Werdstrasse in Heiden. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf die Radfahrerführung innerorts gelegt werden. Zudem stehen Lärmschutzmassnahmen, Mobilitätsmanagement, Sanierung von Bahnübergängen oder Schutzbauten gegen Naturgefahren auf dem Programm.

Druck hält an

Wie aus der Medienmitteilung hervorgeht, ist der Finanzbedarf gross, und der Druck auf die Strassenrechnung hält an. Insgesamt sollen netto rund 76 Millionen Franken über die vier Jahre investiert werden. Das ist etwas weniger als in den letzten Jahren. Dem Regierungsrat sei es ein Anliegen, auch in finanziell schwierigeren Zeiten bei der Werterhaltung des Kantonsstrassennetzes Kontinuität zu zeigen und den Kanton verkehrsmässig voranzubringen. Andererseits schlägt er vor, rund 23 Kilometer untergeordneter Kantonsstrassen in die Gemeindestrassennetze zu überführen.

«Der Kanton Appenzell Ausserrhoden verfügt historisch bedingt über ein sehr dichtes Netz von Kantonsstrassen», sagt Kantonsingenieur Urban Keller. Ohne dass die Verkehrsfunktion leide, wolle man nun einige davon an Gemeinden abtreten. Finanzielle Gründe stünden dabei nicht im Vordergrund; die Gemeinden könnten die Strassen ihren jeweiligen Bedürfnissen anpassen und beispielsweise Tieftempozonen einrichten. (kk)