750 Jahre Gais: Das Festprogramm ist fertig, jetzt fehlt nur noch ein Zelt

Im September 2022 feiert die Mittelländer Gemeinde 750-jähriges Bestehen. Das Programm steht. Was noch fehlt, ist ein Zelt. Ein entsprechender Kredit kommt Ende Monat zur Abstimmung.

Astrid Zysset
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Ein solches Zelt möchte der Gaiser Gemeinderat gerne erwerben. Dieses soll nach dem Dorfjubiläum für andere Anlässe wiederverwendet werden.

Ein solches Zelt möchte der Gaiser Gemeinderat gerne erwerben. Dieses soll nach dem Dorfjubiläum für andere Anlässe wiederverwendet werden.

Bild: PD

Während der Coronapandemie eine grosse Feier zu planen, birgt viele Unsicherheiten. «Doch wir können nicht länger warten», sagt die Gaiser Gemeinderätin Katja Pantaleo-Palancon. «Wir müssen einfach hoffen, dass der Virus bis dann nicht mehr grassiert.» Vom 2. bis 11. September 2022 feiert Gais sein 750-Jahr-Jubiläum. Während zehn Tagen wird auf dem Dorfplatz ein gemeinsames Fest gefeiert. Dem Organisationskomitee (OK) besonders wichtig: Im Programm soll es für alle etwas dabei haben.

«Darum dauert der Anlass auch zehn Tage. Wir hätten niemals alles an einem Wochenende unterbringen können.»

Vorgesehen ist, dass am ersten Wochenende ein Eröffnungsfest wie auch ein Kinder-/Familientag zelebriert werden. Schulen gestalten diesen Tag, Musikacts treten auf, Festwirtschaft und eine Hüpfburg werden organisiert. Am zweiten Wochenende öffnet das Gewerbe Tür und Tor, um der Bevölkerung die verschiedenen Handwerke näher zu bringen. Katja Pantaleo-Palancon: «Noch nicht im Detail festgelegt haben wir innerhalb des OK, wie die Besucherinnen und Besucher von Firma zu Firma gelangen werden. Möglichkeiten gibt es viele: zu Fuss, mit dem Auto, einem Shuttlebus oder vielleicht mit einem elektronischen Trottinett?» Am Sonntag gibt es dann schliesslich noch einen Generationentreff mit Gottesdienst und einem gemeinsamen Brunch.

Programm soll alle berücksichtigen

Viele dieser Programmpunkte haben ihren Ursprung in der sogenannten Ideenwerkstatt, welche im März 2018 durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser konnten die Gaiserinnen und Gaiser ihre individuellen Wünsche zum Dorfjubiläum eingeben. Viele Vorschläge kamen zusammen. Wurden denn auch alle berücksichtigt? «Wir haben es bestmöglich versucht», so Pantaleo-Palancon. «Und ich glaube, es ist uns auch gut gelungen.» Viele hätten ohnehin dasselbe Anliegen dargebracht: Macht etwas, was alle berücksichtigt. Jung, alt, sportlich, kreativ – alle sollen vom Jubiläum profitieren können.

Etwas, das an den meisten Gemeindejubiläen zu finden ist, fehlt jedoch in Gais: eine Dorfchronik. Es war eine bewusste Entscheidung, diese wegzulassen. «Was geschieht mit einer Dorfchronik? Sie wird einmal angeschaut und verschwindet dann im Bücherregal», so Katja Pantaleo-Palancon. Die Geschichte Gais‘ wird darum nun in Form von Schulaufführungen und Dorfrundgängen wie auch mittels des Besuchs des bis dahin neu konzipierten Museums in den Feierlichkeiten verankert.

Das Organisationskomitee. Vorne in der Mitte: Gemeinderätin Katja Pantaleo-Palancon.

Das Organisationskomitee. Vorne in der Mitte: Gemeinderätin Katja Pantaleo-Palancon.

Bild: PD

Gemeinderat will ein Zelt kaufen

Trotzdem legt man auch Wert auf etwas Nachhaltiges. Zur Diskussion stehen beispielsweise Renaturierungsmassnahmen, die während des Dorfjubiläums durch den Walderlebnisraum Gais erfolgen könnten. Und: Der Gemeinderat will ein Tentickle-Zelt kaufen. Eine spezielle Überdachung, die sich ästhetisch in die Umgebung einfügen und sowohl vor Regen wie auch vor der Sonne schützen soll. Dieses würde während des Festes genutzt, soll aber auch später für beispielsweise den Lauratag, die 1.-August-Feier oder auch kleine Anlässe im neuen Gemeindepark wiederverwendet werden. Das Zelt kostet bis zu 60'000 Franken. Ein Betrag, der im 250'000-Franken-Kredit, der Ende November für die Durchführung des Dorfjubiläums an die Urne kommt, enthalten ist. Aber was geschieht eigentlich, wenn das Volk diesen Kredit ablehnt? Katja Pantaleo-Palancon: «Dann müssten wir nochmals über die Bücher.»

«Ganz verzichten wollen wir auf das Fest nicht, aber es würde wohl in sehr kleinem Rahmen stattfinden.»

Ein Fest von Gaisern für Gaiser

Das Festprogramm an den Werktagen gestalten die Vereine. Um auf diese Option hinzuweisen, hätte eigentlich in den vergangenen Wochen Info-Points auf dem Dorfplatz durchgeführt werden sollen. Doch die Pandemie machte dem OK einen Strich durch die Rechnung. Nun werden die Vereine einzeln informiert. Katja Pantaleo-Palancon weist darauf hin, dass sie per Mail bei Unklarheiten zur Verfügung steht. Sollten sich nicht genügend Vereine finden, die am Jubiläum mitwirken möchten, springt das OK in die Bresche. «Wir haben noch viele Ideen, die in unseren Köpfen herumgeistern», sagt die Gemeinderätin lächelnd. Gemeint ist damit beispielsweise ein Comedy-Abend, ein Kunstwettbewerb oder auch ein Tag der Natur. «Aber es wäre schön, wenn viele Vereine mit von der Partie sind. Es soll schliesslich ein Fest von Gaisern für Gaiser werden. Und das schliesst alle mit ein.»

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