60 Stellenprozente mehr für den Kirchenrat

HERISAU. Das Kirchenparlament der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell heisst eine Aufstockung der Stellenprozente für den Kirchenrat gut. Der Entscheid fiel an der gestrigen Herbstsynode mit 34 Ja zu 8 Nein bei 6 Enthaltungen.

Roger Fuchs
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Koni Bruderer (vordere Reihe in der Mitte) erlebte gestern erstmals eine Synode als Kirchenratspräsident. Erfolgreich setzte er sich für den Antrag des Kirchenrates ein, das bezahlte und freiwillige Engagement der Exekutive auf ein neues Mass einzupendeln. (Bild: Roger Fuchs)

Koni Bruderer (vordere Reihe in der Mitte) erlebte gestern erstmals eine Synode als Kirchenratspräsident. Erfolgreich setzte er sich für den Antrag des Kirchenrates ein, das bezahlte und freiwillige Engagement der Exekutive auf ein neues Mass einzupendeln. (Bild: Roger Fuchs)

HERISAU. Das Kirchenparlament der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell heisst eine Aufstockung der Stellenprozente für den Kirchenrat gut. Der Entscheid fiel an der gestrigen Herbstsynode mit 34 Ja zu 8 Nein bei 6 Enthaltungen.

Demzufolge stehen dem Kirchenrat ab Neujahr statt wie bisher gesamthaft 70 Stellenprozente neu 130 Prozente zur Verfügung: Davon entfallen 40 Prozente auf das Präsidium und je 20 Prozente auf die weiteren vier Mitglieder. Zusätzliche 10 Prozente kann der Kirchenrat variabel unter sich aufteilen. In den neuen Pensen inbegriffen sind sämtliche Sitzungsgelder für Delegationen sowie eine Spesenpauschale. Die prozentuale Aufstockung hat Mehrkosten von rund 50 000 Franken zur Folge.

Antrag gescheitert

Während die Kosten zu keinen grossen Diskussionen führten, so stellte Synodalmitglied Pfarrer Bernhard Rothen aus Hundwil den Antrag, das Kirchenratspräsidium auf 50 bis 60 Prozent aufzustocken und das Pensum für die übrigen Mitglieder bei 10 Prozent zu belassen. Rothen wollte mehr Mittel ans Präsidium binden, damit diese Person künftige Prozesse besser zusammenführen kann. Kirchenratspräsident Koni Bruderer wehrte sich gegen diesen Antrag unter dem Aspekt, dass dies einem Systemwechsel gleichkommen würde – hin von der Kollegial- zur Präsidialbehörde. Kirchenrätin Corinna Boldt wies zudem darauf hin, dass sämtliche Entscheide der letzten Jahre stets gemeinsam im Gremium gefällt worden seien. Beidseits gab es unterstützende Voten, bei der Abstimmung hingegen scheiterte der Antrag von Bernhard Rothen grossmehrheitlich.

Variable Prozente

Ähnlich erging es einem Antrag von Pfarrer Johannes Stäubli aus Waldstatt, der sich an den variablen zehn Prozenten störte. Stäubli wollte diese von vorneweg dem Präsidenten zugeteilt haben, da dieser zum grossen Teil in den Delegationen Einsitz nehme.

Der Kirchenrat gab sich überzeugt, dass mit den beschlossenen neuen Pensen die Löhne fortan wieder besser der geleisteten Arbeit entsprechen würden.