53 starke Sportschüler

TEUFEN. Jugendliche aus acht Kantonen besuchen die Sportschule Appenzellerland. «Wenn die Söhne und Töchter Leistungssport betreiben, tun dies auch die Väter und Mütter», hiess es kürzlich.

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Die Sportschüler bei ihrem Training in Trogen. (Bild: pd)

Die Sportschüler bei ihrem Training in Trogen. (Bild: pd)

«Natürlich lässt sich eine Arbeit nicht nur über Resultate messen», sagt René Wyler, der Leiter der Sportschule Appenzellerland. Aber selbstverständlich freue es ihn, wenn kurz nach Beginn des Schuljahres ein «Knaller-Wochenende» zu verzeichnen sei. Ende August holten die Leichtathletik-Sportschüler an den Nachwuchs-Schweizer- Meisterschaften sieben Podestplätze: Eliane Deininger gewann Gold an der OL-Langdistanz-Schweizer Meisterschaft und Patrick Zbinden Silber. Zudem holte Julien Scheiwiller an einem Badmintonturnier in Deutschland Bronze.

15 Trainer für 53 Sportschüler

53 Sportschülerinnen und Sportschüler aus acht Kantonen gehören aktuell der Sportschule an. Der Grossteil besucht eine der drei Partnerschulen in Trogen, Teufen und Herisau. Der Start ins neue Schuljahr sei gut verlaufen, erzählt René Wyler. 15 Trainer sind in Teilmandaten angestellt und für den sportlichen Betrieb zuständig. Einige Jugendliche, die im Sommer ausgetreten sind, nutzen weiterhin die Angebote der Sportschule Appenzellerland. «Wir helfen jeweils mit, Nachfolgelösungen zu finden, zum Beispiel mit der Vermittlung von sportfreundlichen Firmen oder Praktikumsstellen.»

«Intensive Zeit»

«Wenn die Söhne und Töchter Leistungssport betreiben, tun dies auch die Väter und Mütter», sagte René Wyler am Eltern-Brunch, zu dem die Sportschule kürzlich nach Teufen eingeladen hatte. Der Aufwand aller Beteiligten sei gross, die Zusammenarbeit und Absprache mit allen Partnern wichtig und intensiv – in schulischer wie sportlicher Hinsicht. Hans Höhener, der Präsident der Sportschule, erwähnte die Heimtrainer, Verbandstrainer, Lehrpersonen. «Wir sind seit zehn Jahren an der Arbeit. Wir bauen auf, wir bauen um, wir lernen aus Erfahrungen, wir optimieren.» Sicher würden nicht alle Kinder und Jugendlichen an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teilnehmen, ergänzte Hans Höhener. «Aber wir sind überzeugt, dass unsere Sportschüler einmal sagen können: <Wir haben eine intensive und tolle Zeit gehabt, Sachen gemacht, die wir ohne Sportschule nicht erlebt hätten – und wir haben für das Leben profitiert.>» In diese Richtung würden die meisten Rückmeldungen gehen.

Unter anderem bei Gasteltern

«Es ist schon streng. Aber er wollte diesen Weg einschlagen und ist jetzt mit Begeisterung dabei.» Die Herisauerin Astrid Hohl spricht von ihrem Sohn Ramon. Er spielt beim SC Herisau Eishockey, ist in diesem Sommer von der 6. Primarklasse in die Sekundarschule Herisau übergetreten und neu Angehöriger der Sportschule. Zum bisherigen Training sind drei Termine auf dem Eis und zwei Athletik-Einheiten dazugekommen. «Das zusätzliche Programm absolviert er früh morgens und über den Mittag.»

Am Treffen mit den Verantwortlichen der Sportschule nahmen auch Gasteltern teil – wie Nicole Graf Strübi, die mit ihrem Mann den 15jährigen OL-Läufer Silas Hutzli seit einem Jahr teilweise beherbergt. Er ist der Sohn ihrer Cousine und Mitglied des Nordostschweizer Nachwuchskaders. Silas wohnt in Wil, übernachtet aber an jenen beiden Abenden mit OL-spezifischem Training in Speicher. «So kommt er nicht allzu spät zum Schlafen», sagt seine Gastmutter. (pd)