520 Altbauten ausgeschrieben

584 Häuser und Wohnungen waren am Stichtag 2014 im Appenzellerland zur Miete oder zum Kauf ausgeschrieben. Der Leerwohnungsbestand liegt über dem schweizerischen Durchschnitt. Gefragt sind attraktive Objekte.

Mea Mc Ghee
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Nur 64 Wohnungen in Neubauten waren per 1. Juni 2014 im Appenzellerland auf dem Markt. (Bild: mc)

Nur 64 Wohnungen in Neubauten waren per 1. Juni 2014 im Appenzellerland auf dem Markt. (Bild: mc)

APPENZELLERLAND. Im Appenzellerland eine Wohnung, ein Haus zu finden, dürfte kein Problem sein. 121 Einfamilienhäuser sowie 463 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern waren 2014 am Stichtag 1. Juni zur Miete oder zum Verkauf ausgeschrieben. Das entspricht einem Leerwohnungsbestand von 1,81 Prozent in Ausserrhoden und von 1,12 Prozent in Innerrhoden. Beide Werte liegen laut dem Statistischen Atlas der Schweiz über dem nationalen Durchschnitt von 1,08 Prozent.

88 Objekte in Teufen

Spitzenreiter in Sachen gemeldete Leerwohnungen ist die Gemeinde Teufen. Angesichts des attraktiven Steuersatzes und der Nähe zur Stadt St. Gallen erstaunt die Leerwohnungsziffer von 2,90 Prozent. 88 Häuser oder Wohnungen, davon 70 Altbauten, waren in Teufen am Stichtag auf dem Markt. In 60 Fällen handelte es sich um Mietobjekte. Erstaunlich auch, dass vor allem grössere Wohnungen mit drei und mehr Zimmern leer standen. 13 Objekte und damit am meisten im Appenzellerland verfügten über sechs und mehr Zimmer, was Gemeindepräsident Walter Grob folgendermassen analysiert: «2014 befanden sich in Teufen 87 Wohnungen im Bau. Das führte wohl zu Umzügen innerhalb der Gemeinde, zum Beispiel von Einfamilienhäusern in neue Eigentumswohnungen.» Er stellt eine hohe Nachfrage nach Wohneigentum fest und merkt an, dass «gute Altbauten» nie lange auf dem Markt seien.

Mit 173 leeren Objekten – es handelt sich ausschliesslich um Altbauten – waren in Herisau am Stichtag am meisten Häuser und Wohnungen ausgeschrieben. 2,11 Prozent beträgt in der einwohnerstärksten Gemeinde die Leerwohnungsziffer. Zur Miete standen 145 Objekte. Die Mehrheit (67) verfügte über drei Zimmer.

Eigentümer in der Pflicht

Um einen statistischen Ausreisser handelt es sich bei den null Prozent Leerwohnungen in Trogen. Dies ergibt die Nachfrage bei Gemeindeschreiberin Annelies Rutz. Deren Meldung sei Sache der Eigentümer, die Gemeinde betreibe keine Recherche. Für das Jahr 2014 habe Trogen keine Meldungen erhalten. Ein Blick auf Internetportale zeigt: In Trogen können Wohnungssuchende durchaus fündig werden.

Unter der Hand

Am wenigsten leerstehende Wohnungen in Ausserrhoden hat Gais gemeldet. Hier liegt die Leerwohnungsziffer mit 0,59 Prozent deutlich unter dem schweizweiten Durchschnitt. Aussergewöhnlich ist, dass es sich bei sieben von neun gemeldeten Objekten um Neubauten handelt. «Zum Zeitpunkt des Stichtages war die Überbauung Rotbach mit 18 Wohnungen kurz vor der Fertigstellung», sieht Roland Lussmann, Gemeindeschreiber von Gais, eine Erklärung. Auch im Langenacker entstünden sechs Wohnungen, von denen erst zwei vergeben seien. «Viele Wohnungen und Häuser in Gais gehen unter der Hand weg», hat Lussmann festgestellt. Am meisten gefragt seien Wohnungen mit dreieinhalb Zimmern.

Grosse Differenz

In Innerrhoden variieren die statistischen Werte deutlicher: Rüte (0,27 Prozent), Appenzell (0,79 Prozent) und Gonten (1,05 Prozent) melden weniger leere Wohnungen und Häuser als der nationale Durchschnitt. Die übrigen Bezirke liegen teils deutlich darüber, insbesondere Schwende (2,19 Prozent) und Schlatt-Haslen (2,23 Prozent).