50 Niederlagen in drei Jahren

Der FC Herisau darf nicht über einen Pfostenschuss da und einen Schiedsrichterentscheid dort lamentieren.

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Der FC Herisau darf nicht über einen Pfostenschuss da und einen Schiedsrichterentscheid dort lamentieren. Wer drei Runden vor Schluss zehn Punkte Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz hat, wer in 23 Spielen 59 Tore kassiert, wer sich von den Letzten Arbon und Bülach zu Hause zeitweise vorführen lassen muss, ist kein zufälliger Absteiger. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga 2008 hatte die Vereinsleitung um den Daueroptimisten Marc Wäspi geglaubt, man sei in der richtigen Liga angekommen. Das war eine Fehleinschätzung.

Die Negativspirale hielt an. Seit dem Sommer 2007 hat der FC Herisau in der Meisterschaft ligaübergreifend 79 Spiele absolviert, die Niederlage vom Pfingstsamstag war die 50. in knapp drei Jahren. Nur fünf Partien pro Saison konnten die Ausserrhoder gewinnen.

Die Spieler – ob jung, ob alt – genügten nicht. Der Personalbedarf war enorm. In den vergangenen drei Saisons hat Herisau stets zwischen 35 und 41 Spieler eingesetzt. Bei den Zuzügen (seit 2007 jährlich rund ein Dutzend) dominierte die Masse und nicht die Klasse.

Das Credo, trotz tabellarischem Notstand nicht mehr auszugeben als einzunehmen, hielt der Präsident konsequent durch. Dafür ist er eher zu loben als zu kritisieren. Die Untersektion Milan wird sich sportlich kaum in der 2. Liga regional halten können. Dies macht die Neuorientierung als Gesamtverein aus psychologischer Sicht einfacher, als wenn Milan wegen des Abstiegs der ersten Mannschaft zwangsrelegiert würde.

Als 2004 der Aufstieg in die 1. Liga gelang, als der FCH 2006 als drittstärkster Ostschweizer Club hinter St. Gallen und Wil an die Tür zur Challenge League klopfte, war die Resonanz geringer, als die damalige Führung erwartete. Entsprechend wenig Aufsehen erregt nun auch der nochmalige Abstieg. Und Herisau begegnet wieder Vereinen wie Frauenfeld und Rorschach, anderen ehemaligen Erstligisten. Lukas Pfiffner